Jobcenter Gelsenkirchen

Gelsenkirchen führt regelmäßig die nationalen Armuts- und Arbeitslosigkeitsstatistiken an. Doch dabei ist im Herzen des Ruhrpotts viel passiert in den letzten Jahren: Anfang 2020 meldete das Jobcenter Gelsenkirchen mit 10,9 % mit die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 20 Jahren.

Das Jobcenter Gelsenkirchen in Zahlen

Noch im August 2019 lag sie bei 13,1 %, das entspricht 17.414 Personen, die sich arbeitslos gemeldet haben. Besonders hoch ist die Zahl der jungen Arbeitslosen – und sie steigt weiter an. 8,1 % mehr Männer und Frauen unter 25 Jahren waren im August 2019 arbeitslos gemeldet als noch im August 2018.

Das Jobcenter Gelsenkirchen nennt sich IAG, kurz für Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen, und ist in mehrere Standorte anhand der Postleitzahl unterteilt. 645 Mitarbeiter sind dort für die Erwerbslosen zuständig.

IAG zahlt viele Mieten voll

Bei der Übernahme der Kosten der Unterkunft ist Gelsenkirchen immerhin großzügiger als die meisten anderen Kommunen. Bundesweit bekommen nur vier von fünf Hartz 4-Beziehern und Sozialhilfeempfängern ihre gesamte Miete vom Jobcenter. In Gelsenkirchen sind es immerhin fünf von sechs Bedarfsgemeinschaften, deren Wohnkosten ganz übernommen werden.

Die betroffenen Bedarfsgemeinschaften müssen auch weniger zuzahlen als im Bundesdurchschnitt. Jeder betroffene Haushalt zahlt durchschnittlich 867 EUR im Jahr zur Miete zu. Zum Vergleich: Im deutschen Durchschnitt müssen die Bedarfsgemeinschaften 985 EUR von ihrer Miete aus dem Regelsatz bezahlen. Zumindest bei den Wohnkosten ist also die Lage in Gelsenkirchen wenn schon nicht gut, so zumindest besser als anderswo in Deutschland.

Häufigste Fehler beim Jobcenter Gelsenkirchen

Die Fehlerquote bei diesem Jobcenter ist alarmierend hoch. In Gelsenkirchen werden häufig falsche Eingliederungsvereinbarungen (EGV) verschickt. Über 60 % der EGV sind falsch. Das liegt an schwammigen Formulierungen oder fehlenden Papieren. Wenn Sie Zweifel daran haben, dass die EGV richtig ist, die Ihnen vorgelegt wird, unterschreiben Sie sie am besten gar nicht erst. Lassen Sie sie von einer Erwerbslosenberatung prüfen. Auch gegen eine bereits bestehende EGV können Sie vorgehen – dann müssen Sie aber das reguläre Widerspruchsverfahren bzw. das Klageverfahren durchlaufen.

Traurig ist auch ein weiterer der hier alltäglichen Fehler. Er trifft die Alleinerziehenden. So wird ihnen oft kein Mehrbedarf gewährt – nur weil noch andere Familienmitglieder mit im selben Haushalt wohnen. Es wird also automatisch davon ausgegangen, dass die Familienmitglieder Kosten und Aufsicht übernehmen. Wenn das aber nicht der Realität entspricht, muss das Jobcenter seine Berechnungen anpassen.

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