Der Unterhaltsvorschuss

Unterhaltsvorschuss können Sie als als alleinerziehender Elternteil beim Jugendamt beantragen, wenn Sie keinen oder nur unregelmäßigen Unterhalt vom anderen Elternteil bekommen. Im Alter zwischen 0 und 12 Jahren hat Ihr Kind zeitlich uneingeschränkt Anspruch auf Unterhaltsvorschuss.

Höhe des Unterhaltsvorschusses

Als alleinerziehender Elternteil tragen Sie nicht nur alleine die Verantwortung für Ihr Kind, sondern befinden sich auch unter besonders hohem finanziellen Druck. Wenn dann noch der andere Elternteil des Kindes nicht zahlen kann oder möchte, haben Sie als Betroffener ein Problem. Der Unterhaltsvorschuss ist dafür vorgesehen, genau in solchen Situationen zu helfen. Dieser wird aber nicht vom Jobcenter bezahlt, sondern vom Jugendamt und auch dort müssen Sie den Unterhaltsvorschuss beantragen. Außerdem gibt es folgende Regelungen:
  • Zwischen 0 und 12 Jahren hat das Kind uneingeschränkt Anspruch auf den Unterhaltsvorschuss
  • Zwischen 12 und 18 Jahren hat das Kind nur Anspruch, wenn es keine Hartz 4-Leistungen erhält. Verdient der betreuende Elternteil aber mindestens 600  € brutto selbstständig im Monat, hat er immer ein Recht auf Unterhaltsvorschuss.
Auch die Höhe der Unterhaltsvorschusszahlungen sind nach Alter gestaffelt:
Alter Höhe der Unterhaltsvorschusszahlungen in 2019
Kinder von 0-5 Jahren 150 €
Kinder von 6-11 Jahren 201 €
Kinder von 12-17 Jahren 268 €

Einkommen des Kindes

Der Unterhaltsvorschuss gilt als Einkommen Ihres Kindes und wird nach dem Zuflussprinzip als Einnahme in dem Monat angerechnet, in dem er zufließt. Zuflussprinzip bedeutet, dass das Geld immer in dem Monat angerechnet wird, in dem es auf Ihr Konto überwiesen wird. Das hat zur Folge, dass die Regelleistung Ihres Kindes in diesem Monat um den Betrag des Unterhaltsvorschusses gemindert wird.

Beispiel: Unterhaltsvorschuss berechnen

Wenn Ihr Kind 4 Jahre alt ist, hat es eigentlich einen Anspruch auf eine Regelleistung in Höhe von 237 €. Wenn es aber auch noch Unterhaltsvorschuss in Höhe von 150 € bekommt, verringert sich der Anspruch auf die Regelleistung um diese 150 € auf 87 €. Insgesamt bekommt es aber dennoch 237 € (150 € Unterhaltsvorschuss + 87 € Regelleistung) und hat keine Nachteile durch die Anrechnung.
Der monatliche Hartz 4-Regelsatz sinkt also um die Höhe des Betrages des Unterhaltsvorschusses. Allerdings würde das Jobcenter ebenfalls so vorgehen, wenn Sie das Geld nicht vom Jugendamt, sondern von dem anderen Elternteil Ihres Kindes bekommen würden. Sie haben also immerhin keinen Nachteil.

Mitwirkungspflicht: Sozialleistungen beantragen

Wenn Sie Hartz 4 erhalten, sind Sie dazu verpflichtet, vorher alle anderen Sozialleistungen zu beantragen, die für Sie in Frage kommen. Das Jobcenter kann Sie auffordern, Ihrer Mitwirkungspflicht nachzukommen und diese Anträge zu stellen. Denn der Hartz 4-Regelsatz ist nur für Hilfebedürftige gedacht. Hilfsbedürftig heißt, dass Sie aus keinen anderen Quellen Geld erhalten können, um das Existenzminimum zu sichern. Sollten Sie dieser Pflicht nicht nachkommen, kann das schwerwiegende Konsequenzen für Sie haben. Das Jobcenter kann Ihnen den Unterhaltsvorschuss auch fiktiv anrechnen. Das passiert, wenn Sie keinen Unterhaltsvorschuss beantragen, aber dazu berechtigt sind. Nun kann das Jobcenter den Betrag von Ihren Hartz 4-Regelleistungen abziehen, den Sie vom Jugendamt erhalten würden. Auch, wenn Sie ihn aktuell gar nicht bekommen. Aus Sicht des Jobcenters sind Sie „selber schuld“, dass Ihnen dieses Geld nun fehlt, da Sie keinen Antrag beim Jugendamt gestellt haben. Erst wenn das Jugendamt Ihren Antrag auf Unterhaltsvorschuss ablehnt, muss das Jobcenter einspringen.

Hilfe für Sie

Die Partneranwälte von hartz4widerspruch.de unterstützen Sie, damit Sie vom Jobcenter alle Leistungen erhalten, die Ihnen zustehen. Senden Sie uns Ihren Hartz 4-Bescheid und dieser wird kostenlos für Sie geprüft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.