Jobcenter Stuttgart

Traditionell ist die Arbeitslosigkeit im Ländle niedrig. Die schwäbische Wirtschaft brummt und bringt niedrige Arbeitslosenquoten mit sich. In der Landeshauptstadt liegt die Arbeitslosenquote Anfang 2020 bei 3,6 %. Doch trotz guter Konjunktur: Rund 52.000 Menschen in 27.000 Bedarfsgemeinschaften sind auf Hartz 4-Leistungen vom Jobcenter Stuttgart angewiesen.

Weniger Langzeitarbeitslose in Stuttgart

Im Stuttgarter Umland mussten zuletzt Gebrauchtwarenhäuser schließen. Der Grund: Die Häuser wurden als Einsatzorte für Projekte mit Langzeitarbeitslosen betrieben – und inzwischen gibt es nicht mehr genug Langzeitarbeitslose, um die Gebrauchtkäufhäuser zu besetzen.

Entsprechend meldet das Jobcenter Stuttgart Anfang 2020 rund 10.000 offene Stellen, denen 20.400 Arbeitslose gegenüberstehen. Davon ist aber immerhin noch ein Drittel langzeitarbeitslos. Was bedeutet, das diese Personen Arbeitslosengeld II beziehen.

Jobcenter Stuttgart glänzt bei der Wohnkostenübernahme

Die Kommune betreibt das Jobcenter Stuttgart ohne Beteiligung der BA. Für die Menschen im Leistungsbezug kann das zweierlei bedeuten: Kurze Wege, weil weniger Stellen an der Bearbeitung ihrer Anliegen beteiligt sind oder eigenwillige Sonderlösungen, weil das Jobcenter sich seine eigenen Regeln machen kann.

Bei der Übernahme von Wohnkosten glänzt das Stuttgarter Jobcenter: Für 92,2 % der Bedarfsgemeinschaften (BG) übernimmt die Stadt die volle Miete. Die rund 1.600 BGs, die aber einen Teil der Miete aus dem Regelsatz des Arbeitslosengelds II bezahlen müssen, trifft es allerdings hart: Sie müssen monatlich im Schnitt 124 EUR mit ihrem Regelsatz übernehmen.

Die häufigsten Fehler beim Jobcenter Stuttgart

Das Jobcenter Stuttgart nimmt es mit der Richtigkeit seiner Hartz 4-Bescheide nicht so genau. Folgende häufige Fehler haben wir hier bemerkt: Viele Bescheide sind nicht ausreichend begründet. Das bedeutet, dass viele Ablehnungen ohne ausreichenden Grund ausgesprochen werden. Das ist nicht zulässig. Gegen Bescheide, die nicht ausreichend begründet sind, können Sie vorgehen.

Wichtig für Gemeinschaften mit Kindern im Haushalt: Auch hier treten häufig falsche Berechnungen auf. Wird Kindergeld einer volljährigen Person als Einkommen angerechnet, soll das Jobcenter eine Versicherungspauschale von 30 EUR anrechnungsfrei lassen. Das geschieht aber oft nicht.

Auch Eingliederungsvereinbarungen (EGV) sind häufig falsch. Etwa 60 % sind von fehlenden Rechtsbehelfsbelehrungen oder schwammigen Formulierungen betroffen. Legt Ihnen Ihr Arbeitsvermittler eine EGV vor, sollten Sie diese von einer fachkundigen Stelle prüfen lassen, bevor Sie sie unterschreiben. Doch auch wenn Sie schon unterschrieben haben, lohnt sich eine Prüfung. Manchmal lässt sich das Jobcenter auch im Nachhinein dazu bewegen, von unangebrachten Bedingungen in der EGV abzurücken.

Die Jobcenter in Stuttgart im Überblick

Das Jobcenter Stuttgart ist im Wesentlichen in Zweig- und Außenstellen untergliedert. Rund 400 Mitarbeiter stehen bereit, um direkt mit den Kunden Kontakt aufzunehmen und weiterzuhelfen.

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