Sozialer Wahlcheck: Das Programm der Grünen

Die rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer (Grüne), die von 1998 bis 2005 amtierte, steht zum einen für die ersten Kriegseinsätze auf ausländischem Boden. Darüber hinaus sorgte sie mit der Einführung von Hartz 4 für ein zweiklassiges Gesundheitssystem, Rentenkürzung und den Aufbau eines Niedriglohnsektors. Unter dem Motto „Zukunft wird aus Mut gemacht“ haben sie nun ihr neues Parteiprogramm vorgestellt. Wir haben uns die sozialpolitischen Themen mal näher angeschaut.

Die Grünen haben auf ihrem Parteitag einen 10 Punkte-Plan vorgestellt, der die wichtigsten Inhalte für die Partei wiedergibt. Am 24. September sind die Bundestagswahlen. Händeringend suchen die Grünen nach neuen Themen. Standpunkte wie die Abschaffung der Atomkraft in Deutschland, die Ehe für alle oder die Einführung des Mindestlohns wurden von der großen Koalition bereits umgesetzt.
Wir stellen euch kurz die Punkte vor, die bei einer möglichen Regierungsbeteiligung das Nonplusultra sein würden.

10 Punkte-Plan für die Bundestagswahl

1. Klimaschutz voranbringen
2. E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen
3. Landwirtschaft nachhaltig machen
4. Europa zusammenführen
5. Familien stärken
6. Soziale Sicherheit schaffen
7. Integration zum Erfolg führen, Flüchtlinge schützen
8. Gleichberechtigt und selbstbestimmt leben
9. Freiheit sichern
10. Fluchtursachen bekämpfen

Arbeitslosenhilfe kein Thema im 10 Punkte-Plan

Dieser Plan deckt viele verschiedene Themen ab, vom Klimaschutz bis zur Entwicklungshilfe. Er enthält zum Beispiel den Vorschlag, dass bis 2030 nur noch abgasfreie Autos vom Band rollen sollen.

Was uns ein wenig verdutzt, ist die Tatsache, dass eine der Gründungsparteien von Hartz 4 absolut keine Ideen zur Anpassung von Arbeitslosenhilfe vorzuweisen hat. Der Punkt „Soziale Sicherheit schaffen“ betrifft eine Bürgerversicherung, die die aktuelle Gesundheitspolitik betrifft und ein Ende der (hausgemachten) Zwei-Klassen-Medizin herbeiführen will. Die Partei fordert die Einführung einer Krankenversicherung für alle. Dies soll „Sonderbehandlungen“ der Ärzte für Privatpersonen entgegenwirken.

Sanktionen streichen – ganz hinten auf der Agenda

Gemeinsam mit der SPD hatten die Grünen das Hartz-System in Deutschland etabliert und so das Arbeitslosengeld und die Arbeitslosenhilfe abgeschafft. Hiermit wurden auch erstmalig Sanktionen bei Sozialleistungen in Deutschland eingeführt.

Der linke Flügel der Partei hat vor dem Bundesparteitag einen Antrag gestellt, die Streichung von Hartz 4-Sanktionen mit ins Wahlprogramm aufzunehmen. „Sanktionen gefährden sowohl den kooperativen Charakter des Fallmanagements wie auch ein menschenwürdiges Existenzminimum, daher wollen wir sie abschaffen.“ So werden die Sanktionen von den Antragstellern Sven Lehmann (Nordrhein-Westfalen) und Daniel Wesener (Berlin) beschrieben. In dem Antrag hieß es weiter: „Stattdessen setzen wir auf Motivation, Anerkennung und Beratung auf Augenhöhe“. Dieser Vorschlag, der bei einer Umsetzung den vielen vielen Leistungsberechtigten helfen würde, ist nun im Kleingedruckten des Wahlprogramms zu finden.

Er wurde zwar angenommen, der Parteivorsitz hat es allerdings nicht für sinnvoll erachtet, diesen Punkt hervorzuheben und zur Priorität zu erklären. ‚Die Ehe für alle’ (Punkt 8) schien den Grünen wichtiger zu sein, ein Thema, das vor einigen Wochen sowieso schon entschieden worden ist.

Weiterbildungen fördern

Ein weiterer Punkt, der der Sozialpolitik zugeschrieben werden kann, ist die Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen. Diese sollen durch Zuschüsse und Darlehen zugänglicher werden. Ob dies auch für Arbeitslose gilt, kann dem Parteiprogramm nicht entnommen werden. Hier ist die Rede von Menschen, die aufgrund ihrer Arbeit keine Zeit und nicht genügend ausreichende Mittel für Weiterbildungen haben.

Wir fragen uns: Was ist mit den Menschen, die unter anderem aufgrund der rot-grünen Politik in der Armut gelandet sind?

Jobcenter-Schutzschild gegen Hartz 4-Politik

Im Gegensatz zu den Grünen versuchen wir die Fehler des Hartz 4-Systems auszubügeln oder zumindest zu verringern. Die Jobcenter sind durch das heutige System überfordert und machen etliche Fehler. Fast jeder zweite von uns geprüfte Bescheid ist fehlerhaft. Sichere dir jetzt dein persönliches Jobcenter-Schutzschild und profitiere von einer kostenlosen Versicherung gegen diese Willkür.

4 Antworten auf „Sozialer Wahlcheck: Das Programm der Grünen“

  1. Es geht nur durch einen Richtungswechsel mit Links, da die anderen Parteien nun mal Kapitaltreue Parteien sind. Die Gefahr eines Putsches durch das Kapital, falls eine Linke an die Macht kommt, sehe ich aber, da braucht man nur nach Venezuela oder Brasilien schauen, oder in die Geschichte, zB. Chile 73, Griechenland 67, Argentinien 76… Die vielbeschworene Demokratie geht im Kapitalismus nur so weit, wie die Macht des Kapitals nicht beschnitten wird. Erst wird man versuchen die linken Politiker zu bestechen, dann, fals das nicht gelingt, erpressen, dann wird man sie bedrohen und ausschalten. Nebenbei werden Güter des alltäglichen Bedarfs verknappt und verteuert, Strom und Gas ebenso, denn man darf nicht vergessen, die Macht darüber haben immer noch die Konzerne, es sei denn, man verstaatlicht diese wichtigen Bereiche und genau das müßte eine linke Regierung nach einem Machtantritt sofort tun.

  2. Sanktionen beibehalten, ja – das passt. Ist von einer Truppe, die inzwischen zu einem „Freien Bunten Christlich Sozialen“-Wanderzirkus geschrumpelt ist, sinnvolleres zu erwarten? Wann fliegen die ersten auf Elektromotor umgestellten Insekten? Ab wann und wo gibt es die erste Currywurst aus artgerechter Bodenhaltung? Kann ich mich mittlerweile oder wenigstens in absehbarer Zukunft von Barbie´s Ken scheiden lassen? Eine Deppenversicherung scheint notwendig, die unsereinen vor dermaßen in den staatlichen Irrsinn wurschtelnden Politspinnern schützt. Wie steht´s um finanzielle Sanktionen für ein Versagen dieses Pippi-Langstrumpf-Politklamauks?
    MAKE BANANISTAN GREAT AGAIN !

  3. Keiner der Volksvertreter vertritt eigentlich noch das Volk. Großartig auftrumpfen für die Rechte in der Türkei, China, etc. aber eine Umsetzung im eigenen Land Fehlanzeige. Arbeitslosigkeit gefördert durch die JobCenter, wobei Gelder ( 4-5 Milliarden (??)) einfach mal so nicht zugewiesen werden. Diese Gelder werden benötigt um die Provisionen für erfolgreiche Behinderung der Arbeitslosen zu finanzieren. Gleichwohl, staatliche Verschwendung ist hoch im Kurs. Bekommt der Bundesrechnungshof denn dann mal die Rechte, juristisch gegen Behörden und gezielte Verschwendung vorzugehen ?? Wie sieht es mit der Ausbildung von „Fachkräften“ aus ?? In Syrien werden Akademiker ausgebildet, also Universitätsbetrieb im Bürgerkrieg, so muß ich es interpretieren, wenn unsere Bildungsministerin Frau Wanka, davon ausgeht, daß jede Menge Akademiker (=AK97) unter den Flüchtlingen sind.
    Immer mehr gewinne ich den Eindruck, daß der Verstand und Erfahrung, durch Paragraphen und Vorschriften abgelöst wird. Hinter diesem Berg kann man sich wunderbar verstecken.
    Wie ist das eigentlich mit dem Milliardenloch von Pensionszahlungen für den öffentlichen Dienst ? Hier sei noch mal der Gedanke aufgegriffen, daß ALLE in die Rente einzahlen sollten.
    Nein, derzeit gibt es keine Partei die Probleme lösen kann, außer Diätenerhöhen etc., das klappt innerhalb kurzer Zeit. Aber wirklich die zukünftigen Probleme zu lösen gehört mehr als Geschwafel .
    Ich bin durchaus manchem Behördenchef dankbar, daß der Wildwuchs der sich abzeichnet, sich nicht flächendeckend ausbreitet. Die Planung, Hartz4-Empfänger kostenfrei Betrieben zur Verfügung zu stellen, gleichzeitig aber sinnvolle Weiterbildungsmaßnahmen zu boykottieren, deutet auf geistigen Verfall hin.
    Aber, wo ist das Volk ??? Wo ist Solidarität ???? Wo ist der Widerspruch von Volksvertretern ???
    Mir gehts doch gut, ist doch besser als in Somalia, Venezuela, etc. gelle

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