Hartz 4-Voraussetzungen: Wer hat einen Hartz 4-Anspruch?

Für einen Anspruch auf Hartz 4 gibt es einige Voraussetzungen: Sie müssen in Deutschland leben, finanzielle Hilfe benötigen und noch einiges mehr. Mit Hartz 4 oder auch Arbeitslosengeld II (ALG II) sichert der Staat das Existenzminimum von Menschen, die nur geringe oder gar keine Einkünfte haben. Es handelt sich um eine steuerfinanzierte Leistung, deren Ziel es ist, Bezugsberechtigten ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Welche Voraussetzungen für den Leistungsbezug erfüllt sein müssen, bezugsberechtigt ist, und welche Alternativen es gibt – wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.

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Hartz 4: Voraussetzungen für einen Anspruch

Mehrere Millionen Menschen in Deutschland beziehen Hartz 4. Doch nicht alle Menschen, die arm sind, haben auch einen Hartz 4-Anspruch. Die Rechtsgrundlage für die Antragstellung ist § 7 SGB II (Sozialgesetzbuch, zweites Buch), wonach ALG II bezugsberechtigt ist, wer zwar arbeitsfähig, aber nicht in der Lage ist, den eigenen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Dort ist aufgelistet, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Sie Leistungen vom Grundsicherungsträger beziehen können:

  • Erwerbsfähigkeit
  • Vollendung des 15. Lebensjahres und Altersgrenze nach § 7a SGB II noch nicht erreicht
  • Hilfebedürftigkeit
  • Gewöhnlicher Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland

Erwerbsfähigkeit: Wichtigste Voraussetzung für Hartz 4-Bezug

Hartz 4 ist gleichbedeutend mit Arbeitslosengeld 2 bzw. Grundsicherung für Arbeitssuchende. Im Namen steckt es schon: Voraussetzung für den Bezug von Hartz 4 ist es, dass Sie grundsätzlich arbeiten können, also erwerbsfähig sind. Welche Personen als erwerbsfähig gelten, ist in § 8 SGB II geregelt.

Danach sollten Sie gegenwärtig oder in absehbarer Zeit in der Lage sein, unter den üblichen Bedingungen des Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich zu arbeiten. Als absehbar bezeichnet der Gesetzgeber einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten.

Als erwerbsfähig gelten Sie auch, wenn Sie Angehörige pflegen oder ein Kind unter drei Jahren erziehen. Je nachdem, wie sehr Sie in die Pflege eingebunden sind oder ob Sie beispielsweise die Möglichkeit haben, ihr Kind anderweitig betreuen zu lassen, kann es vorübergehend nicht zumutbar sein, auch nur stundenweise einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Sofern Sie aufgrund einer Behinderung oder Erkrankung nicht in der Lage sind zu arbeiten, wird nach § 44a SGB II die Erwerbsfähigkeit von den Sozialleistungsträgern ermittelt. Ausmaß und Umfang der Krankheit oder Behinderung können dabei mithilfe des medizinischen Dienstes der Gesundheitsämter festgestellt werden. Das bedeutet, dass eine Behinderung die Erwerbstätigkeit nicht von vornherein ausschließt, sondern dass die Erwerbsfähigkeit im Einzelfall geprüft wird.

Altersgrenze: Bezugsberechtigte müssen im erwerbsfähigen Alter sein

Nur Menschen über 15 Jahren und unter dem Renteneintrittsalter können Leistungsberechtigte sein. Klar, weder Kinder und Jugendliche noch alte Menschen gelten als arbeitsfähig. Ab 15 könnten Sie theoretisch die Schule beenden und Arbeiten gehen. Das Recht auf Bildung gilt aber auch für Jugendliche aus Hartz 4-Familien. Sie dürfen nicht vom Grundsicherungsträger dazu angehalten werden, sich früh einen Job zu suchen, sondern haben das Recht, Abitur, Ausbildung oder Studium anzustreben.

Menschen im Rentenalter können nicht Hartz 4 bezugsberechtigt sein, sondern erhalten stattdessen Grundsicherung im Alter, bzw. Sozialhilfe. Die Höhe des monatlichen Regelbedarfs bleibt dabei gleich. Die Leistung zahlt aber ein anderer Träger aus und sie ist gesondert zu beantragen.

Wenn Hartz 4 Bezugsberechtigte in einer Bedarfsgemeinschaft mit Menschen leben, die nicht erwerbsfähig sind, bekommen auch diese Personen Leistungen vom Jobcenter. Streng genommen bekommen diese Personen aber kein Hartz 4 sondern Sozialgeld.

Wer bekommt Hartz 4, wer Sozialgeld?

Beispiel: Ein Paar lebt mit zwei Kindern, 13 und 17 Jahre alt, zusammen. Die Mutter ist arbeitssuchend, der Vater ist erwerbsunfähig. In dem Fall ist nur die Mutter Hartz 4-Leistungsberechtigte und bekommt als einzige ALG II. Die anderen Familienmitglieder gehören zu ihrer Bedarfsgemeinschaft. Das Jobcenter zahlt ihnen Sozialgeld aus.

Nur wer hilfebedürftig ist, gilt als bezugsberechtigt

Bezugsberechtigt bei Hartz 4 sind Sie nur dann, wenn Sie hilfebedürftig sind. Solange Sie von Ihrem Einkommen oder Vermögen leben können, bekommen Sie kein Hartz 4. Wenn Sie aber nicht genug Geld haben, um damit über die Runden zu kommen, kann bei Ihnen Hilfebedürftigkeit bestehen.

Das heißt im Einzelnen: Wenn Sie genug Einkommen oder Vermögen haben, um Ihren Regelbedarf, eventuelle Mehrbedarfe und Ihre Kosten der Unterkunft zu finanzieren, gelten Sie nicht als hilfebedürftig. Das gilt auch, wenn Sie von Angehörigen genug Geld zum Leben bekommen oder andere Sozialleistungen bekommen könnten und damit Ihren Bedarf decken könnten. Steht Ihnen keine dieser Möglichkeiten zu Gebote, können Sie leistungsberechtigt sein. Das legt § 9 SGB II fest.

Hinweis: Corona-Ausnahme bei Vermögen

Derzeit gilt ein vereinfachter Zugang zu Hartz 4. Das bedeutet, dass im Moment die Prüfung vom Vermögen der Leistungsbezieher ausgesetzt ist. Sie müssen beim Antrag versichern, dass Sie kein “erhebliches Vermögen” besitzen. Geldbeträge unter 60.000 EUR gelten demnach nicht als erhebliches Vermögen.

Wenn Sie in einer Bedarfsgemeinschaft leben, beispielsweise in einer Wohnung mit Partner:in, wird nicht nur Ihr Einkommen und Vermögen dabei betrachtet, sondern auch das der anderen Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft. Verdient eine Person in der Bedarfsgemeinschaft genug Geld, um den Regelbedarf der anderen mit zu decken, bekommen Sie keine Leistungen.

Gewöhnlicher Aufenthaltsort muss Deutschland sein

Der Gedanke ist verführerisch: In Deutschland können Sie mit dem Hartz 4-Regelbedarf keine großen Sprünge machen, in ärmeren Ländern sieht das aber vielleicht ganz anders aus. Warum also nicht einfach auswandern? Das ist ganz eindeutig nicht erlaubt. Hartz 4-Leistungsbezieher müssen in Deutschland wohnen und dürfen sich auch nicht ohne Abmeldung aus dem Einzugsbereichs ihres Jobcenters entfernen.

Sogenannte unerlaubte Ortsabwesenheiten belegt das Jobcenter mit Sanktionen und kürzt Ihnen das Arbeitslosengeld. Denn falls sich spontan ein Job oder ein Vorstellungsgespräch für sie ergibt, sollen Sie verfügbar sein. Diese Voraussetzung ist ein Grund dafür, dass das Jobcenter regelmäßige persönliche Meldetermine verlangt.

Unterscheidung: ALG I und ALG II

Arbeitslosengeld ist nicht gleich Arbeitslosengeld: Zwischen ALG I und ALG II gibt es einige wichtige Unterschiede. Arbeitslosengeld I ist eine Versicherungsleistung, Arbeitslosengeld II eine Sozialleistung. Das klingt nach einer technischen Unterscheidung, sie hat aber sehr reale Auswirkungen. ALG I bekommen Sie, wenn Sie mindestens ein Jahr lang sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben und arbeitslos werden.

Dann haben Sie in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt und so einen Anspruch auf die Leistung erworben. Deswegen richtet sich die Höhe der monatlichen Zahlungen auch nach Ihrem Gehalt während der Beschäftigung. Ob Sie Vermögen haben oder nicht, ist bei ALG I unwichtig. Dafür ist aber relevant, ob Sie während des Bezugs von ALG I noch eine Tätigkeit ausüben. Arbeiten Sie mehr als 15 Stunden in der Woche, gelten Sie nicht mehr als arbeitslos und berechtigt zum Bezug von ALG I. Sanktionen gibt es nicht, wohl aber Sperrzeiten bei versicherungswidrigem Verhalten von Bezugsberechtigten.

Anders ist die Situation bei ALG II bzw Hartz 4. Hartz 4 ist die Grundsicherung für Arbeitssuchende. Leistungsbezieher müssen dabei ihre finanzielle Situation offenlegen und bekommen nur genug Leistungen, um das Existenzminimum zu decken. Eventuelles Einkommen wird zum Großteil auf die ALG II-Leistungen angerechnet. Als Einkommen gerechnet werden unter anderem Lohn und Gehalt, Gewinn aus einer selbstständigen Tätigkeit, Arbeitslosengeld, Unterhaltszahlungen, Elterngeld, Einnahmen aus Minijobs sowie eine Erwerbsunfähigkeitsrente bei einer befristeten teilweisen Erwerbsunfähigkeit.

Sie schließen zudem mit dem Grundsicherungsträger eine Eingliederungsvereinbarung. Verstoßen Sie gegen diese Vereinbarung, werden Sie mit Sanktionen belegt. Sanktion bedeutet dabei, dass Sie zur Strafe für Fehlverhalten weniger Geld bekommen. Sanktionen laufen in der Regel drei Monate. In der Zeit bekommen Sie dann bis zu 30 % weniger Regelleistungen.

Wer keinen Anspruch auf Hartz 4 hat

Hartz 4 kann also nur bekommen, wer erwerbsfähig und hilfebedürftig ist. Daraus leitet sich ab, dass bestimmte Gruppen oder Personen keinen Anspruch auf Hartz 4 haben.

Keinen Anspruch auf Hartz IV haben Sie, …

  • wenn Sie eine Altersrente beziehen,
  • wenn Sie in einem Krankenhaus für die Dauer von voraussichtlich mehr als sechs Monate untergebracht sind,
  • wenn Sie in einer stationären Einrichtung untergebracht und nicht mindestens fünfzehn Stunden wöchentlich erwerbstätig sind,
  • wenn Sie Teilnehmer an einer berufsvorbereitenden Maßnahme sind,
  • in der Regel wenn Sie Schüler oder Student sind oder
  • in der Regel wenn Sie sich in einer Berufsausbildung befinden.

Hartz 4-Voraussetzungen für Schüler, Auszubildende und Studenten

Wer Hartz 4 beantragt, muss vermittelbar sein. Das bedeutet, dass die Vermittelbarkeit eine sogenannte anspruchsbegründende Voraussetzung ist, um Hartz 4 Leistungen nach dem SGB II beantragen zu können. Wenn Sie eine Schule besuchen oder wegen einer beruflichen oder universitären Ausbildung dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen, sind sie deshalb nicht vermittelbar. Aus diesem Grund kommt die Inanspruchnahme von Hartz IV-Leistungen für Schüler, Auszubildende und Studenten in den meisten Fällen nicht in Betracht.

Als Schüler oder Student haben Sie im Regelfall keinen Anspruch auf Hartz 4. Stattdessen können Sie BAföG beantragen, sodass ein gleichzeitiger Anspruch auf beide Leistungen ausgeschlossen ist. Lediglich in Härtefällen wird Hartz 4 als Darlehen gewährt.

Damit ein Härtefall vorliegt, müssen außergewöhnliche Umstände vorliegen. Es muss sich um solche Umstände handeln, die eine Nichtgewährung von Hartz IV unzumutbar machen. Insoweit unterliegt die Entscheidung der Prüfung des Einzelfalls. Außerdem handelt es sich um eine Ermessensentscheidung der entscheidenden Behörde. Ihre Chancen stehen gut, wenn die gesamte Ausbildung durch den eingetretenen finanziellen Engpass gefährdet wird. Ein Beispiel für einen Härtefall ist, wenn eine Ausbildung ohne die Gewährung von Hartz 4 kurz vor dem Abschluss abgebrochen werden muss und dadurch Erwerbslosigkeit droht.

Hartz 4-Voraussetzungen für Alleinerziehende

Als alleinerziehende Mutter oder als alleinerziehender Vater haben Sie Anspruch auf Hartz 4, wenn Sie die allgemeinen Voraussetzungen für die Antragstellung erfüllen. Der Regelsatz orientiert sich an den allgemeinen Leistungen für alleinstehende Bezugsberechtigte. Allerdings erhalten Sie weitere finanzielle Unterstützung in dieser Form:

  • Mehrbedarf für Alleinerziehende
  • Sonderbedarf als wiederkehrende oder einmalige Leistung

Der Mehrbedarf für Alleinerziehende ist abhängig von der Anzahl der Kinder und deren Alter, wobei auch werdende Mütter einen Anspruch auf Mehrbedarf haben. Eine weitere wichtige Säule für Alleinerziehende, aber auch für kinderlose Leistungsempfänger ist der Sonderbedarf in besonders belastenden Situationen.

Hartz 4-Voraussetzungen für Ausländer

Wenn Sie Ausländer sind und in Deutschland leben, können Sie durchaus Anspruch auf Hartz 4-Leistungen haben. Das gilt aber erst, wenn sie sich länger als drei Monate in Deutschland aufhalten. Unter der Voraussetzung, dass Sie selbstständig sind oder einer Erwerbstätigkeit nachgehen und lediglich über ein geringes Einkommen verfügen, kann auch schon früher ein Anspruch auf aufstockende Leistungen bestehen. Leistungsberechtigt ist grundsätzlich nur, wer sich legal in Deutschland aufhält. Die genauen Regelungen richten sich danach, mit welchem Aufenthaltsstatus Sie sich in Deutschland aufhalten.

Wann haben EU-Bürger einen Hartz 4-Anspruch?

Wenn Sie sich als EU-Bürger nur zum Zwecke der Arbeitssuche in Deutschland aufhalten, haben Sie keinen Anspruch auf Hartz 4. Davon geht das Jobcenter bei EU-Bürgern, die sich ohne Job in Deutschland aufhalten, regelmäßig aus. Sind Sie als EU-Bürger länger als ein Jahr in Deutschland beschäftigt, können Sie einen Antrag auf Hartz 4 stellen.

Ausländische Langzeitarbeitslose müssen aber die gleichen Leistungen bekommen wie deutschen,wenn sie aus Staaten kommen, die das Europäische Fürsorgeabkommen (EFA) von 1953 unterzeichnet haben, hat das Bundessozialgericht (BSG) in einem wichtigen Urteil 2010 entschieden. Die EFA-Staaten sind:

  • Belgien
  • Dänemark
  • Estland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Großbritannien
  • Irland
  • Island
  • Italien
  • Luxemburg
  • Malta
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Portugal
  • Schweden
  • Spanien
  • Türkei

Für Staatsbürger dieser Länder besteht eine Ausnahme vom Ausschluss von Sozialleistungen, auch wenn Sie sich nur zum Zweck der Arbeitssuche in Deutschland aufhalten. Dann erhalten Sie zwar kein Hartz 4. Stattdessen stehen Ihnen aber zumindest Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB XII zu.

Arbeitslosengeld II-Anspruch auch für Asylsuchende?

Wer im Asylverfahren ist, bekommt kein Hartz 4. Das ist im Gesetz ausdrücklich ausgeschlossen und das ist auch richtig so, hat das BSG schon 2008 in einem Urteil festgelegt. Als Begründung für das Urteil führt das BSG an, dass Asylsuchende eine befristete Aufenthaltserlaubnis haben. ALG II sei aber gedacht, um Menschen langfristig in den Arbeitsmarkt in Deutschland zu integrieren, richte sich also gar nicht an diese Zielgruppe.

Wer eine Aufenthaltsgestattung zur Durchführung des Asylverfahrens hat, muss also Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beantragen. Diese zahlen in der Regel die örtlichen Sozialämter aus. Ist das Asylverfahren abgeschlossen und Sie haben eine aufenthaltserlaubnis erhalten, können Sie dann einen Antrag auf Hartz 4 stellen. Wurde Ihr Asylantrag aber abgelehnt und Sie haben eine Duldung erhalten, dürfen Sie in der Regel nicht arbeiten und müssen sich weiter ans Sozialamt wenden.

Hartz 4-Voraussetzungen nicht erfüllt? Alternativen zu ALG II

Sofern Sie keinen Anspruch auf Hartz 4-Leistungen haben, gibt es alternative Sozialleistungen, bei denen Sie prüfen sollten, ob Sie dazu berechtigt sind. Dazu gehören Sozialhilfe, Wohngeld und Kinderzuschlag.

Sozialhilfe als Hilfe zum Lebensunterhalt

Sozialhilfe oder auch Hilfe zum Lebensunterhalt ist zusammen mit Hartz 4 und der Grundsicherung bei Erwerbsminderung oder im Alter die unterste Stufe in der sozialen Absicherung. Dabei handelt es sich um eine bedarfsorientierte soziale Leistung, die das Existenzminimum sicherstellt. Anspruch auf Sozialhilfe haben unter anderem:

  • Befristet voll erwerbsgeminderte Personen
  • Personen in einer stationären Einrichtung, zum Beispiel bei einem Aufenthalt
    im Behindertenwohnheim oder in einem Alten- oder Pflegeheim
  • Kinder unter 15 Jahren, wenn sie nicht bei ihren Eltern als Angehörige berücksichtigt werden

Wohngeld als Unterstützung für Mietzahlungen

Gegenüber Hartz IV ist das Wohngeld vorrangig. Das bedeutet, dass Sie Wohngeld vorrangig beantragen, um den Bezug von Hartz 4 zu vermeiden, wobei sich diese Pflicht aus § 5 SGB II ergibt. Erhalten Sie Hartz IV lediglich als Darlehen, kommt ein Anspruch auf Wohngeld dem Grunde nach in Betracht. Ein Anspruch auf Hartz 4 scheidet grundsätzlich aus, wenn Sie in der Lage sind, durch eigene Einnahmen und Wohngeld den Lebensbedarf zu decken.

Kinderzuschlag kann Bezug von Arbeitslosengeld vermeiden

Der Kinderzuschlag ist eine Sozialleistung, die einkommensschwache Familien vor dem Gang zum Jobcenter bewahren kann. Sie können nur entweder Kinderzuschlag oder Hartz 4 beziehen. Dabei müssen Sie eigenes Einkommen nachweisen – allerdings nicht zu viel und nicht zu wenig. Die maximale Höhe des Kinderzuschlag liegt bei etwas über 200 EUR pro Kind.

Der Kinderzuschlag ist ans Kindergeld gekoppelt: Wer beim Kindergeld leistungsberechtigt ist, bekommt auch den Kinderzuschlag aufs Konto. Der Bewilligungszeitraum liegt bei nur 6 Monaten. Danach müssen Sie einen neuen Antrag stellen.

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Geschrieben von: Johanna Höfer

Nach einem Master in Transkulturelle Studien an der Universität Bremen arbeitete sie als Sozialarbeiterin zuerst bei der AWO und dann für die Stadt Bremen. Nun informiert sie als Redakteurin bei hartz4widerspruch.de über praktische Tipps für den Umgang mit Hartz IV.

Fragen & Antworten

Wann steht einem Hartz 4 zu?
Die Voraussetzungen für Hartz 4 sind, dass Sie mindestens 15 Jahre alt sind, in Deutschland leben, arbeiten können und finanzielle Hilfe brauchen.
Wer hat keinen Anspruch auf Hartz 4?
Einen Anspruch auf Hartz 4 haben Sie beispielsweise nicht, wenn Sie weniger als drei Stunden am Tag arbeiten können oder über genug Vermögen verfügen. Auch EU-Bürger:innen sind oft ausgeschlossen.
Wie viel Hartz 4 steht mir zu?
Sie bekommen Ihren Hartz 4-Regelsatz, Kosten für die Unterkunft und eventuelle Mehrbedarfe. Die genaue Höhe können Sie beispielsweise mit unserem Hartz 4-Rechner ermitteln.

8 Antworten auf „Hartz 4 Anspruch“

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    dass ist so eine schwierige Sache, wenn Deutschland verlässt und in seinem Heimat zurück kehrt.

    Bekommt man überhaupt das Hartz IV Geld trotzdem weiter oder wird es eingestellt???

    Wird eigentlich alles übernommen von Deutschland nach Serbien zurückkehren möchte.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Melanie Rütz

    1. Hallo Melanie,
      nein, wer Hartz 4 bezieht, muss seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland haben. Das ist eine Grundvoraussetzung.
      Viele Grüße

  2. Hallo, ich muss aus gesundheitlichen Gründen meine Arbeit als Erzieherin beenden. Das ALG1 wird nicht reichen. Nun bin ich vorübergehend zusätzlich auf ALG2 angewiesen und stehe kurz vor dem Antrag. Aber ich hab Angst, dass ich eventuell nicht berechtigt bin.

    Meine Kinder leben in Form des wechselmodels zwei Wochen bei mir zwei Wochen beim Vater. Ich bekomme darum kein Unterhalt.
    Zähle ich dann als dreiköpfige Familie oder nicht?

    Wird Vermögen von meinem Ex Mann (getrennt aber noch verheiratet) berücksichtigt? Sein Eigentum? Wir haben ein Ehevertrag unterschrieben, dass wir wirtschaftlich unabhängig voneinander sind. Ich selbst besitze nichts. Kein Vermögen.

    Meine Wohnung ist zu teuer und definitiv viel zu groß, laut der Berechnung des jobcenters aber hier am Bodensee hab ich eine sehr billige Wohnung erwischt kalt 850 euro. Billiger geht nicht. Bekomme ich dennoch ALG 2?
    Ich hab Angst zu kündigen bevor ich nicht Gewissheit hab.
    Vielleicht kann mir jemand positive Aussichten geben 🙄

    1. Hallo Lili,
      wahrscheinlich haben Sie bereits mit der Agentur für Arbeit über Ihre bevorstehende Kündigung gesprochen, um auszuschließen, dass Ihnen eine Sperre beim ALG I und damit auch ALG II droht? Ist sicher, dass Sie Anspruch auf aufstockende Leistungen haben, sollten Sie und Ihre Kinder bei Wechselmodell als dreiköpfige Familie gelten. Das Vermögen Ihres Noch-Mannes sollte dabei keine Auswirkungen auf Ihren Bedarf haben. Allerdings kann das Jobcenter prüfen, ob Unterhaltsansprüche für Sie oder die Kinder bestehen. Bezüglich Ihrer Wohnsituation dürfte sich erst einmal nichts ändern – zumindest nicht für die kommenden sechs Monate. So lange muss das Jobcenter Ihre Kosten der Unterkunft übernehmen, danach kann es Sie aber auffordern, Ihre Kosten zu senken. Das bedeutet ggf. auch eine Aufforderung zum Umzug in eine günstigere Wohnung, sofern Sie die Differenz nicht selbst begleichen (können).
      Viele Grüße

    1. Hallo, ich habe ein noch 24 (Juli25) jähriges Kind bei mir zu Hause wohnen. Die Situation ist sehr angespannt, bis zuweilen explosiv, da er als Transgender, schwer einen Job findet und in meinen Augen auch Probleme mit der sozialen Ebene (Hyperaktiv) hat. Ich verdiene aber selber nicht genug Geld um uns Beide ein ordentliches Leben zu ermöglichen und ehrlich gesagt, ich kann und will auch nicht mehr.
      Kann dieses Kind auch Sozialgeld beantragen, damit er endlich ausziehen kann?
      Bitte um Antwort- vielen Dank

    2. Hallo Konya,
      ist Ihr Kind unter 25 Jahre alt, bilden Sie zusammen eine Bedarfsgemeinschaft. Zwar kann Ihr Kind anspruchsberechtigt sein. Ihr Einkommen wird bei der Berechnung allerdings berücksichtigt. Einem Auszug muss das Jobcenter zustimmen. Das ist aber nur in Ausnahmefällen mit triftigem Grund eine Option. Gegen einen Versuch spricht dennoch nichts. Beantragen Sie die Leistungen für Ihr Kind. Erhalten Sie einen Ablehnungsbescheid, können Sie diesen durch unsere Partneranwälte prüfen lassen. Die legen ggf. auch Widerspruch dagegen ein. Bedenken Sie jedoch, dass es bis zur Bewilligung dauern kann. Das Jobcenter hat bis zu sechs Monate Zeit, um über einen Antrag zu entscheiden, wenngleich es oftmals deutlich schneller geht.
      Viele Grüße

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