Die Zahl der Ein-Euro-Jobs geht immer weiter zurück.

Zahl der Ein-Euro-Jobber in den letzten Jahren gesunken

Aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit belegen, dass rund 700.000 weniger Hartz 4-Empfänger einer Tätigkeit auf Ein-Euro-Basis nachgehen, als noch vor 13 Jahren.

Ein-Euro-Jobs sind anrechnungsfrei

Ein-Euro-Jobs sind sozialversicherungsfreie und wettbewerbsneutrale Tätigkeiten, die im öffentlichen Interesse liegen müssen. Gezahlt wird mindestens ein Euro pro Stunde. An Sonn- und Feiertagen und bei besonders schwererer Arbeit können die Arbeiter bis zu 2,50 Euro pro Stunde erhalten.

Tipp: Geld kann behalten werden

Der geringe Lohn soll als eine Art Aufwandsentschädigung gelten. Deshalb wird er nicht auf den Hartz 4-Regelsatz angerechnet und darf somit komplett behalten werden. In der Regel arbeiten Ein-Euro-Jobber nicht mehr als 20 bis 30 Stunden die Woche.

Brücke in die Arbeitswelt

Laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit, sollen Ein-Euro-Jobs eine Hilfestellung auf dem Rückweg ins Berufsleben für Hartz 4-Empfänger sein. Laut einer Sprecherin sei das Ziel die Erlangung der für die Beschäftigungsaufnahme notwendigen Leistungsfähigkeit. Insbesondere gehe es um den Erwerb von Schlüsselqualifikationen für den Arbeitsmarkt, die Gewöhnung an eine Tagestruktur, pünktliches Aufstehen sowie um das kollegiale Verhalten am Arbeitsplatz.

Ferner setze die Bundesagentur für Arbeit auch verstärkt auf die Förderung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse, um die Langzeitarbeitslosigkeit weiterhin zu reduzieren.  Im Jahr 2018 waren laut einer Statistik der Bundesagentur zufolge 92.551 Langzeitarbeitslose in entsprechenden Maßnahmen untergebracht. Allerdings sind die Angebote für die Arbeitslosenversicherung meist aufwändiger, als die Ein-Euro-Jobs.

Fast 700.000 weniger Ein-Euro-Jobber

Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit belegen, dass fast 700.000 weniger Hartz 4-Empfänger in dieser Form des Beschäftigungsverhältnisses tätig sind, als noch vor 13 Jahren. Demnach ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die einer Tätigkeit auf „Ein-Euro-Basis“ nachgehen, stark gesunken. Laut Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, befanden sich im Jahr 2006 noch 836.333 Menschen in einem solchen Beschäftigungsverhältnis.

Hinweis: Zahl der Langzeitarbeitslosen geht ebenfalls zurück

Im vergangenen Jahr lag die Zahl hingegen nur noch bei 183.703. Auch die Zahlen der Langzeitarbeitslosen sind gesunken, allerdings nicht im gleichen Verhältnis. Im Jahr 2006 lag die Zahl bei 1,9 Millionen, 12 Jahre später liegt die Zahl nur noch bei 748.000 Langzeitarbeitslosen.

Ein-Euro-Jobs mit reichlich Nachteilen behaftet

Gewerkschaften kritisieren diese Maßnahme bereits seit Jahren. Abgesehen vom Niedriglohn sind Ein-Euro-Jobs mit weiteren Nachteilen behaftet. Zum Beispiel erhalten die Erwerbslosen keinen Arbeitsvertrag. Folglich werden sie nicht als Arbeitnehmer im arbeitsrechtlichen Sinne betrachtet und behandelt. Das hat Auswirkungen auf ihre Rechte und Pflichten. Sie erwerben, obwohl sie einer Arbeit nachgehen, keine Ansprüche in der Renten-, Kranken- oder Arbeitslosenversicherung. Zudem werden viele Langzeitarbeitslose gegen ihren Willen zu einer Tätigkeit gedrängt, da ihnen sonst Sanktionen drohen.

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Geschrieben von: Dr. Philipp Hammerich

Er promovierte an der Universität Hamburg und arbeitet u.a. als Dozent und Gesellschafter für das juristische Repetitorium Hemmer sowie den Fachanwaltslehrgang und die Wirtschaftsprüferausbildung von econect. Als Mitgründer der Legal Tech Kanzlei rightmart und als Partneranwalt von hartz4widerspruch.de gibt er seine Einschätzung zu politischen und juristischen Entwicklungen im Bereich Hartz IV.

Eine Antwort auf „Zahl der Ein-Euro-Jobber in den letzten Jahren gesunken“

  1. Da fühlt man sich wie der letzte Dreck .Ich mußte gegen meinen Willen Klassenräume renovieren und den Hort. Zum Schluss musste ich auch noch mein privates Handwerkszeug von zu Hause holen. Gesamteinsparung 11000€.Und dann wurde mir als 1€ Jober noch gekündigt.Weil ich meine Meinung gesagt habe.Schlimmer wie in DDR-Zeiten

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