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Hartz IV: Studie zeigt, wie sinnlos Sanktionen sind

Wie sinnvoll sind Sanktionen bei der Jobvermittlung wirklich? Darüber wird seit der Einführung von Hartz IV gestritten. Der Verein Sanktionsfrei e.V. wollte es genau wissen und gab eine Langzeitstudie in Auftrag, die die Auswirkungen von Sanktionen untersuchen sollte.

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Studie untersucht Verhalten von Hartz IV-Empfänger:innen

Im Rahmen dieser Studie begleitete das Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung (INES Berlin) 585 Hartz IV-Empfänger:innen durch ihren Alltag. Die eine Hälfte erhielt als sog. Interventionsgruppe eine finanzielle Absicherung gegen Sanktionen: Jede Leistungskürzung wurde bedingungslos vom Verein ausgeglichen.

Die andere Hälfte diente als Kontrollgruppe und bekam keine zusätzliche Hilfe vom Verein. Drei Jahre lang wurden die Studienteilnehmer:innen beobachtet und regelmäßig befragt.

Hinweis: Große Bewerberzahl für die Studie

Die Teilnahme an der Studie war heiß begehrt. Von den rund 4.500 Grundsicherungsempfänger:innen, die sich für das Projekt beworben haben, wurden nur 585 per Zufallsverfahren ausgewählt.

Sanktionen haben keine Auswirkungen auf Produktivität

Das Ergebnis: Die finanziellen Kürzungen hatten KEINEN Einfluss auf die Motivation der Betroffenen. Weder bei der Interventions- noch bei der Kontrollgruppe konnte eine höhere Kooperationsbereitschaft nachgewiesen werden. Völlig wirkungslos seien Sanktionen aber nicht: Ein Großteil der Befragten aus der Kontrollgruppe gab an, durch Sanktionen einen immensen Druck und große psychische Belastungen zu verspüren.

Das ging sogar so weit, dass einige Hartz IV-Empfänger:innen bestimmte Aussagen gegenüber ihren Sachbearbeiter:innen bewusst vermieden. Positiv aufgefallen seien dagegen konkrete Hilfsangebote und Vermittlungen an Sozialberatungsstellen.

Hinweis: Corona verschaffte Hartz IV-Empfänger:innen Atempause

Während der Corona-Pandemie zeigte sich die Mehrheit der Studienteilnehmer:innen erleichtert darüber, keine Meldetermine wahrnehmen zu müssen. Ebenfalls froh war man über das Aussetzen der Sanktionen. 

Kein guter Kontakt mit dem Jobcenter

Die Studie untersuchte auch den Umgang zwischen Jobcenter und Hartz IV-Empfänger:innen. Viele Teilnehmer:innen gaben an, dass das Jobcenter sie in ihren Möglichkeiten eher einschränkte als förderte. Ein Gefühl von Machtlosigkeit und Stigmatisierung sei alltäglich.

Die Befragten hatten den Eindruck, dass Vermittlungen und eine schöne Statistik am Jahresende wichtiger waren als ihre eigenen Probleme und Bedürfnisse. Nicht zuletzt deshalb fühlte sich ein Großteil der Studienteilnehmer:innen emotional unter Druck gesetzt.

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Geschrieben von: Paul zu Jeddeloh

Seit 2019 bereichert er das Team unsere Partneranwälte von hartz4widerspruch.de und macht sich für die Rechte von ALG II-Empfänger:innen stark. Soziale Ungerechtigkeiten räumt er aus dem Weg. Sein weitreichendes Know-how aus vergangenen Fällen und sein tiefgreifendes Wissen über aktuelle Entwicklungen im Sozialrecht verhelfen zahlreichen Ratsuchenden zum Recht.

Eine Antwort auf „Hartz IV: Studie zeigt, wie sinnlos Sanktionen sind“

  1. Genauso sieht es aus,keinerlei Hilfe ,eher nur Druck.
    Bewerbungen mussten egal welchen Berufsbeich gemacht werden.
    Kein Führerschein,egal Hauptsache Bewerben,selbst Außerorts ohne jegliche vernünftige Verbindung mit ÖVP.
    Das war mehr Schikane ,wie Hilfe.
    Sowas nannte sich dann Arbeitsvermittler….selbst das hiesige Arbeitamt sagte,die Mitarbeiter der Arge haben keine Ahnung in dem Bereich.
    Arbeitsvermittlung sieht in meinen Augen anders aus.
    Auch die Maßnahmen waren oft reine Schikane und keine Hilfe.Man kam sich vor wie im Kindergarten oder saß die ganze Zeit vorm Pc und schaute sich die immer gleichen Jobangebote an oder spielte am Pc.
    Von Hilfe für die,die es gebraucht hätten,nie eine Spur, Hauptsache die Statistik passte.
    Hoffe das wird sich mit der Reformierung jetzt endlich ändern.

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