DGB fordert Kindergrundsicherung statt Hartz 4

In der Vergangenheit legten bereits mehrere Parteien Konzepte für eine mögliche Kindergrundsicherung vor. Jetzt meldet sich auch der Gewerkschaftsbund zu Wort. Dieser fordert ebenfalls, dass Kinder von Geringverdienern bessere Zukunftschancen erhalten.

Eine Gesamtzahlung soll bisherige Leistungen ersetzen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert die Einführung einer bedarfsorientierten Kindergrundsicherung. In dem vorgelegten Konzept heißt es, dass damit vor allem Kindern von Geringverdienern bessere Zukunftschancen ermöglicht werden. Diese Art der Grundsicherung soll eine Gesamtzahlung der bisherigen Leistungen aus:

  • Kindergeld,
  • Steuerfreibeträge,
  • Zuschläge und
  • Hartz 4-Leistungen für Kinder ersetzen.

DGB-Konzept sieht höheren Betrag als derzeitiges Kindergeld vor

Zusammensetzen soll sich der Betrag dem Konzept zu Folge aus zwei Teilen. Aus einem Sockelbetrag in Höhe von 240 EUR. Diesen Betrag soll jedes Kind in einem Haushalt monatlich erhalten. Auch Volljährige, die sich in einer Erstausbildung befinden oder Arbeitslose bis zum 25. Lebensjahr. Der zweite Teil soll sich nach dem Einkommen der Eltern sowie dem Alter der Kinder richten.

Die Zahlung soll damit deutlich höher sein als das derzeitige Kindergeld. Die Höchstbeträge sehen laut des DGB-Konzepts wie folgt aus:

Alter des Kindes

Monatlicher Höchstbetrag

Unter 6 Jahren

364 EUR

6 bis 13 Jahre

476 EUR

14 bis 18 Jahre

504 EUR

Auch Parteien legten in der Vergangenheit Konzepte vor

Im Juli 2019 sahen die Grüne und Linken ebenfalls einen Reformbedarf bei Hartz 4. Die entsprechenden Konzepte sollten die Situation in Familien mit kleinerem und mittlerem Einkommen verbessern. Diese Konzepte beinhalteten auch eine Sozialleistung, die die bisherigen Leistungen ersetzten sollte. Der vorgeschlagene monatliche Garantiebetrag lag bei 280 EUR.

Hinweis: SPD ist Befürworter der Kindergrundsicherung

Ende des vergangenen Jahres legte die SPD ebenfalls ein Konzept für eine Kindergrundsicherung statt Hartz 4-Leistungen vor. Die CDU lehnten die Vorschläge jedoch ab.

Kindergrundsicherung würde rund 12 Milliarden Euro kosten

Vorstandsmitglied Anja Piel bezifferte die Mehrkosten für den DGB-Vorschlag zur Kindergrundsicherung im Vergleich mit der derzeitigen Regelung auf circa 12,5 Milliarden EUR jährlich. Sie hält die Summe für eine wichtige Investition in die Zukunft des Landes, die sich auszahlen wird. Für Piel ist es ein Skandal, dass in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt.  

Quellen:

Der Autor: Johanna Höfer

Nach einem Master in Transkulturelle Studien an der Universität Bremen arbeitete sie als Sozialarbeiterin zuerst bei der AWO und dann für die Stadt Bremen. Nun informiert sie als Redakteurin bei hartz4widerspruch.de über praktische Tipps für den Umgang mit Hartz IV.

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Johanna Höfer

Nach einem Master in Transkulturelle Studien an der Universität Bremen arbeitete sie als Sozialarbeiterin zuerst bei der AWO und dann für die Stadt Bremen. Nun informiert sie als Redakteurin bei hartz4widerspruch.de über praktische Tipps für den Umgang mit Hartz IV.

Johanna Höfer

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