Alleinerziehend in Hartz 4

Alleinerziehende Eltern haben ein höheres Risiko in Hartz 4 und somit in Armut zu rutschen als Paare mit Kindern. Diese Tipps helfen dir die finanziellen Möglichkeiten, die dir zustehen, wie zum Beispiel der Mehrbedarf für Alleinerziehende, auszuschöpfen und den Alltag noch besser zu organisieren.

Möglichkeiten für alleinerziehende Hartz 4-Empfänger

Wenn du ALG 2 beziehst oder Aufstocker bist, stehen dir weitere Leistungen vom Jobcenter zu. Du kannst zum Beispiel einen Antrag auf Mehrbedarf für Alleinerziehende bei deinem zuständigen Jobcenter Stellen. In der Schwangerschaft steht dir zudem ein Mehrbedarf für Schwangere zu, da du erhöhte Kosten für Körperpflege und höhere Fahrtkosten zu Arztbesuchen hast. Darüber hinaus erhältst du in der ersten Schwangerschaft eine Erstausstattung für Schwangere. Sie umfasst Umstandskleidung, Kinderbett, Kinderwagen, Kinderbadewanne, Wickelauflagen und ab dem bestimmten Alter einen Hochstuhl.

Viele erhalten keinen Unterhalt

Die Hälfte aller Alleinerziehenden erhält keine Unterhaltszahlungen vom anderen Elternteil. Ein Viertel bekommt zu wenig oder nur unregelmäßig Geld für das Kind. Aus diesem Grund ist das Armutsrisiko bei Kinder von Alleinerziehenden besonders hoch. Um alle finanziellen Ansprüche durchzusetzen sind viele Behördengänge, Anträge und eventuell auch Klagen nötig. Solltest du trotzdem keinen Unterhalt bekommen, kannst du einen Unterhaltsvorschuss bei der zuständigen Stelle beantragen. In den meisten Bundesländern ist es das zuständige Jugendamt.

Wichtig ist, dass Alleinerziehende ihr Unterhaltsrecht durchsetzen, denn oft steht den Kindern mehr Geld zu als der Unterhaltvorschuss abdeckt. Die Jugendämter unterstützen dich dabei. Zudem hast du die Möglichkeit deinen Unterhaltsanspruch mit Hilfe eines Anwalts vor Gericht durchzusetzen. Eltern mit geringem Einkommen können dafür einen Beratungshilfeschein beantragen. Dieser ist mit einer geringen Eigenbeteiligung von 15 Euro erhältlich.

Organisation

Um bei den Fristen, Kosten und Anträgen nicht den Überblick zu verlieren ist eine gute Organisation nötig. Dazu kann man sich der klassischen Hilfsmittel bedienen – Kalender, Ordner für den Papierkram, Planer und ein Haushaltsbuch, um die Finanzen im Auge zu behalten.

Um der beruflichen Tätigkeit nachzugehen ist es von essenzieller Wichtigkeit, dass die Kinderbetreuung organisiert ist. Bei Alleinerziehenden mit geringem Einkommen werden die Gebühren vom Jugendamt übernommen. Für Kinder unter drei Jahren besteht ein Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung.

Mit anderen Alleinerziehenden vernetzen

Der Austausch mit Gleichgesinnten ist wichtig um sich über aktuelle Themen, Probleme Ideen und organisatorische Dinge zu Unterhalten. So können die Kinderbetreuung oder Ausflüge geplant werden. Eine Möglichkeit sich zu vernetzen ist das Internet, wo es Facebook-Gruppen extra für Alleinerziehende gibt. Noch besser ist aber der persönliche Austausch. Die Beratungsstellen der der Caritas oder auch der Sozialdienst Katholischer Frauen (die natürlich auch Väter beraten) helfen dort gerne weiter. Getrenntlebende Eltern finden zum Bespiel bei Kinder im Blick Gleichgesinnte.

Zeit für dich nehmen

Alleinerziehende arbeiten im Grunde genommen rund um die Uhr. Deshalb ist es wichtig sich auch mal eine Auszeit zu gönnen. Dafür gibt es spezielle Eltern-Kind-Angebote. Eine Möglichkeit ist die Eltern-Kind-Kur. Diese wird von der Krankenkasse übernommen und dauert drei Wochen. Es gibt außerdem spezielle Urlaubsangebote für Alleinerziehende. Diese werden zum Beispiel von kirchlichen Trägern und anderen gemeinnützigen Verbänden organisiert. Dir stehen außerdem 20 Krankheitstage pro Kind pro Jahr zu. Dabei behältst du deinen Anspruch auf Fortzahlung des Gehalts. Die Krankheitstage betragen maximal 50 Tage. Es gibt zudem Mutter/Vater-Kind-Einrichtungen. Das sind soziale Einrichtungen in denen Alleinerziehende mit Kindern bis zu sechs Jahren beraten und betreut werden.