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Höchstens 10% Des Regelbedarfes Dürfen Vom Jobcenter Zur Tilgung Eines Darlehens Einbehalten Werden!

Tilgung von Darlehen vom Jobcenter nur bis maximal 10% des Regelbedarfes

Leider kommt es sehr oft vor, dass Bezieher von Hartz-IV für bestimmte, lebenswichtige Dinge, kein Geld zur Verfügung haben, und das Jobcenter einen Antrag auf Übernahme ablehnt. Dabei kann es sich z.B. um Stromschulden handeln, was dazu führt, dass der Strom abgestellt wird.

Oft gehen auch Haushaltsgeräte kaputt und man steht ohne Waschmaschine, Kühlschrank oder Ofen da. Das Jobcenter zahlt in solchen Situationen fast nie aber bietet ab und zu an, das Geld auf Basis eines Darlehens zu gewähren. Da man auf das Geld angewiesen ist, wird das Darlehen natürlich angenommen.

Zwar kann man sich dann zunächst den Kühlschrank leisten, jedoch muss man das Darlehen auch an das Jobcenter zurückzahlen, was dazu führt, dass man noch weniger Geld im Monat zur Verfügung hat, da das Jobcenter einen Teil des Regelbedarfes einbehält.


Maximal 10% auch bei mehreren Darlehen

Daher hat der Gesetzgeber vorgesehen, dass das Darlehen bis maximal 10% des Regelbedarfes monatlich getilgt werden darf. Das bedeutet z.B. bei einer alleinstehenden Person 40,40 EUR im Monat. Diese Regelung wird schon oft von Jobcentern nicht beachtet und es sollte der Bescheid unbedingt daraufhin überprüft werden.

Was die Jobcenter aber noch häufiger übersehen ist, dass die Grenze von 10% auch für mehrere Darlehen gilt, die parallel getilgt werden. Das bedeutet, dass die Tilgung alle Darlehen zusammen nicht mehr als 10% des Regelbedarfes, also wieder 40,40 EUR betragen darf.

Bescheide überprüfen

Daher empfiehlt es sich unbedingt, seinen Bescheid auf Darlehenstilgungen zu überprüfen und nachzurechnen, ob die Grenze von 10% des Regelbedarfes auch nicht überschritten wird.

Ob ein Darlegen getilgt wird, erkennt man auf der letzten Seite des Bescheides, auf dem die Auszahlungsbeträge dargestellt werden. Zahlungen, die als „§42a“ bezeichnet werden, sind dabei die Darlehenstilgungen.

Wenn eine unzulässige Darlehenstilgung vorliegt, empfiehlt es sich unbedingt, einen Rechtsanwalt mit der Überprüfung zu beauftragen, damit dieser die Angelegenheit dann mit dem Jobcenter klären kann.