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Ostdeutsche Jobcenter schneiden sehr schlecht ab!

Wir bekommen jeden Monat hunderte Bescheide von euch. Diese können wir leicht nach Regionen differenzieren. Bei der Analyse ist uns ein Detail besonders ins Auge gestochen: Obwohl es in Ostdeutschland über 2 Millionen weniger Arbeitslose gibt als im Westen, ist die Zahl der fehlerhaften Bescheide dort deutlich höher als im Rest der Republik. Woran kann das liegen?

Nur ein Viertel aller Arbeitslosen wohnt in den neuen Bundesländern. Trotzdem sind über die Hälfte aller fehlerhaften Bescheide die bei uns landen von dort. Eiferbibsch!
In Ostdeutschland gibt es laut der Bundesagentur für Arbeit ca. 650.000 Arbeitslose. Zum Vergleich: im Westen des Landes leben angeblich 2,7 Mio. Arbeitslose. Wie kann es sein, dass wir dennoch mehr falsche Bescheide im Osten finden und dort mehr Widersprüche einreichen? Wir haben mehrere mögliche Gründe dafür entdeckt.

In Ostdeutschland werden mehr Arbeitslose hinter Maßnahmen versteckt als in Westdeutschland.
Um die Arbeitslosenzahlen künstlich zu verbessern, greifen die Behörden zu verschiedenen Mitteln. Zum Beispiel zählen Arbeitslose nicht mit in die Statistik, wenn diese älter als 58 sind, einen 1€-Job haben oder schlicht und einfach krank sind. Auch mit den Maßnahmen wird getrickst. Für die Teilnehmer oft sinnlos, helfen sie den Jobcentern dabei die Zahl der Arbeitslosen herunterzuschrauben. Viele der Maßnahmen bringen den Teilnehmern keinen Mehrwert, da sie absolut nicht zu den Profilen der Teilnehmer passen oder inhaltlich mehr als dünn sind.

Der Clou hier: in Ostdeutschland werden mehr Leistungsempfänger hinter Maßnahmen versteckt als in Westdeutschland. Im Osten Deutschlands werden 37,6% der offiziellen Arbeitslosenzahl hinter weiterbildenden Maßnahmen versteckt. Im Gegensatz dazu sind es im Rest des Landes nur 25,9%.

Diese Maßnahmen kosten den Haushalt im Jahr ca. 4 Milliarden Euro.

Prozentual gibt es in Ostdeutschland mehr Arbeitslose.
Die Arbeitslosenquote (ohne Kurzarbeit) beträgt in den neuen Bundesländern 10,7% entgegen der 7,4% im Rest des Landes. Dass die Quote in Ostdeutschland über 3% über der im Westen des Landes liegt, merken natürlich auch die Mitarbeiter des Jobcenters. Der offizielle Verteilungsschlüssel liegt bei 150 „Kunden“ pro Jobcenter-Mitarbeiter. Die tatsächliche Verteilung ist allerdings viel höher, sodass die Mitarbeiter viel weniger Zeit für jeden einzelnen Leistungsempfänger haben als offiziell eingeplant. Weil es in Ostdeutschland pro Jobcenter-Mitarbeiter weit mehr als 150 Arbeitslose gibt leidet die Betreuung massiv. Statt der 150 im offiziellen Betreuungsschlüssel vorgesehenen, kümmern sich die Ostdeutschen Jobcenter Arbeiter um 350-380 Leistungsempfänger. Bei Krankheitsfällen (auch hier überdurchschnittlich viel) werden diese auf die anwesenden Kollegen verteilt.

Woher stammt dieses Ungleichgewicht?
In einem Spiegel-Interview verrät ein Berliner Jobcenter-Mitarbeiter, dass der Betreuungsschlüssel auf alle Mitarbeiter des Jobcenters verteilt wird, z.B. auch auf Mitarbeiter am Empfang, im Sekretariat oder der Verwaltung. Diese Schönrechnerei der Behörden ist vollkommen sinnlos, da sofort klar ist, dass diese Mitarbeiter mit der eigentlichen Fallabwicklung nichts zu tun haben und die Zahl pro Mitarbeiter automatisch höher sein muss.

Hartz 4-Sätze auch nach Region ungleich verteilt!

Die Fehlerquote ist in Ostdeutschland höher, der Kontostand am Ende des Monats allerdings geringer. Der krasseste Unterschied eines Hartz 4-Haushaltes besteht zwischen Bonn (1075 Euro) und Hildburghausen in Thüringen (733 Euro).
Man sieht an der regionalen Verteilung ein eindeutiges Ungleichgewicht. Im Durchschnitt bekommen die Bayern mit durchschnittlichen 860 Euro am wenigsten Hartz 4 pro Haushalt. In Ostdeutschland gibt es in Brandenburg mit durchschnittlichen 790 Euro am meisten. Leistungsempfänger bekommen in Westdeutschland also weit mehr Geld, begründet wird dies vor allem mit den höheren Mieten.

Lasst euch nicht mehr auf den Arm nehmen!
Wir finden, dass diese reine Willkür und Unfairness nicht nur den eigenen Mitarbeitern, sondern vor allem gegenüber bedürftigen Leistungsempfängern nicht so weitergehen kann. Mit eurem persönlichen Jobcenter-Schutzschild könnt ihr euch gegen die Fehler des Jobcenters absichern. Komplett kostenfrei und ohne Risiko.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Also ich habe da eine ganz andere Theorie….
    Ostdeutsche wehren sie einfach viel häufiger als Westdeutsche die alles als gegeben hin nehmen. Und zudem oft nicht mal im Ansatz ihre Rechte kennen.
    Der Ostdeutsche ist einfach streitlustiger
    Der Ostdeutsche hat eben eine gewisse Ahnung mach soziale Fairness ist.

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