Kindergeld und Unterhaltsvorschuss

Unterhaltsvorschuss und Kindergeld sollen steigen

Familien sollen weiter entlastet werden. Daher sollen der Unterhaltsvorschuss sowie das Kindergeld 2019 steigen. Doch gerade bei bedürftigen Familien wird das Geld nicht ankommen.

Unterhaltsvorschuss steigt am 1. Januar 2019

Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, nachdem der Unterhaltsvorschuss zum 1. Januar 2019 steigen soll. Alleinerziehende, die keine Unterhaltszahlungen von dem zweiten Elternteil erhalten, bekommen demnach sechs bis acht Euro mehr Unterhaltsvorschuss ausgezahlt. Die Höhe der Zahlungen richtet sich nach der Altersgruppe des Kindes.

Kindergeld erhöht sich erst zum 1. Juli 2019

Die monatlichen Kindergeldzahlungen werden erst zu Mitte nächsten Jahres erhöht. Eltern erhalten pro Kind 10 Euro mehr. Die neuen Zahlungen betragen daher:
  • Für das 1. und 2. Kind 204 Euro
  • Für das 3. Kind 210 Euro
  • Für jedes weitere Kind 235 Euro
Zusätzlich sollen auch der steuerliche Kinderfreibetrag sowie der Grundfreibetrag zu Januar 2019 ansteigen.

Hartz 4-Bezieher profitieren nicht von der Erhöhung

Gerade sozial schwache Familien könnten die Erhöhung des Kindergeldes und des Unterhaltvorschusses gut gebrauchen. Doch hier wird das Geld nicht ankommen. Das Jobcenter rechnet die Leistungen als Einkommen zu 100 % an den Regelsatz an. Betroffene Elternteile erhalten also mehr Kindergeld, dafür aber weniger Hartz 4-Leistungen.

Der Gesetzgeber lässt hier also einen wichtigen Faktor außer Acht: dass die Leistungen auch an der Stelle ankommen, an der sie am meisten gebraucht werden. Momentan profitiert von einer Erhöhung des Kindergeldes höchstens das Jobcenter.

Der Autor: Nassir Jaghoori

Nassir Jaghoori

Er studierte in Hamburg und Speyer Rechts- und Verwaltungswissenschaften. Nach dem Referendariat beim Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg hat er sich als Angestellter der Agentur für Arbeit im SGB II spezialisiert. Als einer unserer Partneranwälte von hartz4widerspruch.de kennt er sich bestens mit den aktuellen Entwicklungen im Sozialrecht aus.

7 Antworten auf „Unterhaltsvorschuss und Kindergeld sollen steigen“

  1. Tja, wie immer profitieren nur die Falschen davon! Bin Vollzeit berufstätig, Alleinerziehende mit 2 Kindern, Vater hat noch nie und zahlt seit 16 Jahren! keinen Cent, hat wohl keine Lust, Amtsvormundschaft kümmert sich seit 16 Jahren nicht ausreichend und nu kann ich zusehen wie andere sich über ein wenig mehr Geld freuen dürfen… Hier stimmt doch sowas von nichts mehr in diesem Land, besonders Berlin ist doch unterste Schiene mit den “Beamten”. Und bevor irgendwelche dummen Kommentare kommen: Ich habe mir das nicht ausgesucht Alleinerziehend zu sein, meine Vorstellungen sahen auch mal anders aus bevor ich an den “Falschen” geraten bin. Ich gebe mein Bestes und Arbeite hart, trotzdem reicht es vorne und hinten nicht: Lasst mal wie es gerade der Fall ist 2 Klassenfahrten aufeinander folgen: 420,00 € und 260,00 €, dann kannste zusehen – Leistungen aus Bildung und Teilhabe kann ich (und will ich auch nicht mehr bei dem ganzen Papierkram alle paar Monate wieder) nicht beantragen da ich 30,00 € zu viel verdiene. So, da kannste dann zusehen das du das alles von deinem Gehalt aufbringst, willst ja die Kinder auch nicht enttäuschen – gehupft wie gesprungen, das Geld musste trotzdem irgendwo einsparen also leiden die Kinder trotzdem irgendwie darunter ! Na ja, Hauptsache die eh schon haben bekommen noch mehr und lassen sich was Neues einfallen um uns Personal auszubeuten, vielleicht mal wieder ein paar unnötige Brücken oder Straße bauen oder was sonst noch Beklopptes einfällt. Mir reicht´s, auch ich zahle seit Jahrzehnten Steuern und Sozialabgaben!

  2. Ich dachte ich lese gerade nicht richtig. Paare werden hier mal wieder bevorzugt, obwohl sie schon mehr Geld zur Verfügung haben. Aber ich als alleinerziehende in Vollzeit mit einem Ex-Partner der nur unter Pfändung Grenze arbeitet werde bestraft und bekomme nichts von der Erhöhung. Eine Absolute Schweinerei. So holt sich der Staat das Geld heimlich wieder. Die Alleinerziehenden müssen dafür zahlen, dass die gut gestellten Familien ihre 10€ Kindergelderhöhung bekommen. Echt spitze.

  3. Das Kindergeld wird zu 100% auf UV angerechnet. Statt 160 nur noch 150. Wenn man noch Hartz4 empfängt wo das Kindergeld auch jeden Monat zu 100 % angerechnet wird sind es schon 20 € die man einbüßen muss. Ein Hoch auf den sozial stadt

  4. Wir alleinerziehenden haben mal wieder nichts davon. Es kommt bei Einzel-und Doppelverdiener in einer Lebensgemeinschaft gut an.
    Es ist in meinen Augen nicht nachvollziehbar, da Alleinerziehende bereits jetzt schon mit viel weniger Geld zurecht kommen müssen als bei Paaren die sich vorher schon viel mehr leisten konnten.
    Wer solche Gesetze auf den Weg bringt, sollte mal über den Tellerrand hinaus schauen.

  5. Dem kann ich mich nur an schließen. Eine Belohnung für denjenigen, der nicht nach Regen spielt…

  6. Es ist schon schlimm genug das man als Alleinerziehende mit 2 Kindern schon alles leisten muss dann kommt hinzu das der ExPartner keinen Unterhalt zahlt… dann wird KG erhöht aber UVG abgekürzt??!!Was bitte haben wir davon??? Warum wird das Geld nicht den ExPartner abgezogen.
    Ich finde die Gesetze sollten sich mal für die Alleinerziehenden ändern und vorallem für Kinder!! Wie soll man sich bitte mit Kindern mit weniger Geld an sachen teilnehmen wo der Eintritt schon so hoch ist. Klar kann man vieles Kostenlos machen in den Park, Spielplatz usw aber man möchte sich mit den Kindern auch mal was gönnen und das kann man mit 2kleinen Kindern nicht schon gar nicht im Teilzeitarbeit.. egal was ich tun würde meine Kinder würden leiden entweder haben wir Geld aber weniger Zeit für einander oder haben wenig Geld somit weniger Spass für die Kinder!! Das Gesetz sollte sich mal für die Sozialschwachen ändern znd nicht so wie jetzt. Das ist schon lächerlich!

  7. Wer weiß warum weniger UVG mehr Kindergeld? Das ist lächerlich und sozial ungerecht !

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