Hände schütteln

Sozialer Arbeitsmarkt soll Arbeitslosen den Weg zurück in Arbeit ebnen

Obwohl die Lage auf dem Arbeitsmarkt insgesamt gut ist, ist fast jeder zehnte Arbeitslose seit mehr als vier Jahren ohne Job. Zu Jahresbeginn hat die Bundesregierung daher eine neue Förderung für Langzeitarbeitslose eingeführt. Bisher gibt es 41.000 Beschäftigte auf dem Sozialen Arbeitsmarkt – von geplanten 150.000 Stellen bis 2024.

Langzeitarbeitslosigkeit scheint oft ausweglos

Langzeitarbeitslosigkeit ist ein Teufelskreis: Je länger jemand ohne Job ist, desto schlechter werden die Chancen, einen neuen Job zu finden.Wer älter ist, keinen Berufsabschluss und eine große Lücke im Lebenslauf hat, ist auf dem ersten Arbeitsmarkt in vielen Fällen chancenlos und steckt dauerhaft in Hartz 4 fest.

Viele dieser Menschen haben nicht nur eine Schwierigkeit, die sie daran hindert, wieder einen Job zu finden, sondern gleich mehrere. Vermittlungshemmnisse, wie das Jobcenter es nennt, sind beispielsweise 

  • ein Alter von mehr als 50 Jahren
  • Pflege von Angehörigen
  • geringe berufliche oder schulische Kenntnisse
  • geringe Deutschkenntnisse 
  • oder gesundheitliche Einschränkungen. 

Auch Alleinerziehende finden besonders schwer einen Job.

Sozialer Arbeitsmarkt soll Weg zurück in Arbeit ebnen

Dieses Problem sollen Stellen lösen, die mit öffentlichen Mitteln gefördert werden: Der sogenannte Soziale Arbeitsmarkt. Langzeitarbeitslose, die keine realistische Chance auf einen regulären Arbeitsplatz haben, bekommen dabei sozialversicherungspflichtige, geförderte Jobs, die sie wieder ins Berufsleben integrieren sollen. Gleichzeitig sollen Coaches helfen, Schwierigkeiten auszuräumen.

Zum 01.01.2019 ist das Teilhabechancengesetz in Kraft getreten. Damit hat eine neue Form der Förderung für Eingliederungsjobs begonnen. Die Große Koalition will mit der Förderung 150.000 Langzeitarbeitslose bis 2024 erreichen – von insgesamt 800.000 Langzeitarbeitslosen.

Hinweis: Zwei Förderungen für Langzeitarbeitslose

Das Teilhabechancengesetz besteht aus zwei Förderungen: Teilhabe am Arbeitsmarkt (TaAM) und Eingliederung von Langzeitarbeitslosen (EVL). TaAM ist für Menschen über 25, die für mindestens sechs der vergangenen sieben Jahre Hartz 4 bekommen haben. EVL ist für Menschen, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind. TaAM-Stellen werden länger und stärker gefördert als EVL-Stellen.

41.000 Stellen sind besetzt – von geplanten 150.000

Im November 2019 waren knapp 41.000 Stellen am Sozialen Arbeitsmarkt besetzt. Von Januar bis August 2019 begannen 34.000 Menschen eine geförderte Stelle. Im gleichen Zeitraum wurden 2.500 Beschäftigungen abgebrochen – eine Abbruchquote von immerhin 7,4 %. Derzeit gibt es noch keine Angaben darüber, warum die Abbrüche stattfinden. Diese will die Bundesregierung Anfang 2020 liefern.

Männer stellten im August knapp zwei Drittel der Beschäftigten am Sozialen Arbeitsmarkt. Rund 50 % hatten keine abgeschlossene Berufsausbildung, rund ein Drittel war mindestens 55 Jahre alt. 

 

Quellen:

Der Autor: Johanna Höfer

Johanna Höfer

Nach einem Master in Transkulturelle Studien an der Universität Bremen arbeitete sie als Sozialarbeiterin zuerst bei der AWO und dann für die Stadt Bremen. Nun informiert sie als Redakteurin bei hartz4widerspruch.de über praktische Tipps für den Umgang mit Hartz IV.

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