Jobcenter nimmt Sanktion für Bettler zurück

Manchmal sieht auch das Jobcenter ein, dass es zu weit gegangen ist. Nach einer Welle der Entrüstung entscheidet das Jobcenter Dortmund, dass auf der Straße erbetteltes Geld bis zu einer bestimmten Höhe nicht als Einkommen angerechnet wird. Diese Woche haben wir einen ganz besonderen Hartz 4-Gewinner, der in den letzten Wochen deutschlandweit in den Medien bekannt wurde.

Wir in unserem Artikel vom 22.11.2017 berichteten bereits über Michael Hansen, einem Hartz 4-Empfänger aus Dortmund, der seinen mageren Hartz 4-Regelsatz durch Betteln in der Innenstadt aufbessern wollte. Sein Jobcenter reagierte hart: Es strich einen großen Teil seiner monatlichen Leistungen. Die haarsträubende Begründung betitelte Betteln als selbstständige Tätigkeit, die als Einkommen bei Hartz 4 angerechnet werden müsste.

Ein Shitstorm trifft das Jobcenter

Die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten. Die Geschichte wurde deutschlandweit bekannt und zog entrüstete Reaktionen über das Verhalten des Sachbearbeiters nach sich. Sogar ein wohltätiger Verein sprang ein und erklärte, dass er die sanktionierten Leistungen von Michael Hansen wieder aufstockt.

Der Betroffene wehrt sich gegen die Ungerechtigkeit

Auch Michael Hansen ließ sich diese Behandlung von seinem Jobcenter nicht gefallen und zog vor Gericht. Die Reaktionen der Medien sowie die Klage von Michael Hansen drängten das Jobcenter in die Ecke. Es war zu Verhandlungen bereit. Vielleicht sah es auch ein, dass die vollzogenen Sanktionen eine Überreaktion war. Hinzu kommt: Die Argumentation des Sachbearbeiters war von Anfang an nicht schlüssig. Denn selbst wenn das erbettelte Geld als Einkommen angerechnet wird, steht Michael Hansen ein Freibetrag von 100 EUR zu. Dies ist geltendes Hartz 4-Recht. Wahllos Leistungen zu kürzen steht unseres Wissens nicht im Gesetzestext.

Jobcenter gibt klein bei

Was das Jobcenter nun zu seinem folgenden Schritt bewegte, kann man nur vermuten. Aber das Ergebnis ist erfreulich. Es verkündete, dass die Sanktion aufgehoben wird, der Sanktionsbescheid zurückgenommen wird und Michael Hansen rund 200 Euro im Monat durch Betteln hinzuverdienen darf. Ohne dass dies Auswirkungen auf seine Hartz 4-Leistungen hat. Wir freuen uns, dass auch ein Jobcenter Einsicht zeigen kann.
Die Geschichte zeigt: Es lohnt sich, wenn du dich gegen dein Jobcenter wehrst. Hartz 4-Gewinner gibt es immer wieder. Unsere Partneranwälte unterstützen auch dich bei dem Kampf gegen dein Jobcenter. Sende uns deinen Hartz 4-Bescheid zu und sie überprüfen ihn kostenlos für dich.

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Geschrieben von: hartz4widerspruch.de

Eine Antwort auf „Jobcenter nimmt Sanktion für Bettler zurück“

  1. Wie können solche Menschen (?) nur auf solche verachtende Gedanken kommen ??? Menschenverachtung allerhöchsten Grades !

    Was für eine Strafe sollte sojemand bekommen, der sowas menschenverachtendes nicht nur denkt, sondern auch praktiziert ???

    Verbrecher und Kriminelle eben !

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