Erstattung von Bewerbungskosten

Erstattung von Bewerbungskosten

Hartz 4-Empfänger müssen die Bewerbungskosten nicht aus ihrer Regelleistung zahlen, sondern können einen Antrag auf Bewerbungskostenerstattung bei ihrem zuständigen Jobcenter stellen.


Erstattung durch das Jobcenter

Die Regelleistung dient der Sicherung des Existenzminimums. Hartz 4-Empfänger müssen die Bewerbungskosten somit nicht aus der Regelleistung zahlen, sondern können einen Antrag auf Kostenerstattung stellen. Ob die Kosten vom Jobcenter übernommen werden, hängt vom Einzelfall ab. Grundsätzlich ist das Jobcenter nicht zur Übernahme deiner Bewerbungskosten verpflichtet. Als gesetzliche Grundlage räumt der § 44 SGB III dem Jobcenter jedoch die Möglichkeit ein, nach Ermessen über deinen Antrag zu entscheiden. Auch die Höhe der Erstattung liegt im Ermessen des Jobcenters.

Welche Bewerbungskosten werden übernommen?

Da die potenziellen Arbeitgeber meist die Kosten für eine Bewerbung nicht übernehmen, haben Hartz 4-Empfänger die Möglichkeit einen Antrag auf Kostenerstattung zu stellen. Folgende Bewerbungskosten können vom Jobcenter übernommen werden:
  • Die Kosten für die schriftliche Bewerbung (Mappe, Papier, Porto, Umschläge)
  • Fahrtkosten zu Vollstellungsgesprächen
  • Übernachtungskosten bei weiter Entfernung
  • Kosten für Gesundheitszeugnis, Führungszeugnis usw.
  • Kosten für Friseurbesuche oder Kleidung
Wichtig! Der Antrag auf Erstattung von Bewerbungskosten muss im Vorfeld gestellt werden. Eine spätere Erstattung durch das Jobcenter ist nicht möglich

Höhe der Erstattung

Für die Höhe der Erstattung gibt es keine vorgeschriebenen Beträge. Meist setzt das Jobcenter jedoch einen Pauschalbetrag von 5 EUR an. Auch für eine Online-Bewerbung erhält ein Hartz 4-Empfänger eine Erstattung. Diese liegt bei 0,20 EUR pro Bewerbung. Insgesamt erstattet das Jobcenter jedoch nur einen Höchstbetrag von 260 EUR pro Jahr. Übersteigen deine Jahresbewerbungskosten diesen Betrag, musst du die Differenz aus deiner Regelleistung zahlen. Für die Übernahme von Fahrtkosten gibt es eine Besonderheit. Da dies meist die höchste Position bei der Erstattung von Bewerbungskosten darstellt, musst du deinem Antrag eine Bestätigung beilegen, dass das Unternehmen, bei dem du dich beworben hast, diese Kosten nicht übernimmt. Erst mit diesem Nachweis kannst du eine Kostenerstattung für die Fahrtkosten beim Jobcenter stellen. Das Jobcenter setzt hierbei meist 0,20 EUR pro gefahrenen Kilometer an, sofern du mit einem PKW gefahren bist.

Wie stelle ich einen Antrag auf Erstattung auf Bewerbungskosten?

Ein Antrag auf Bewerbungskosten muss immer im Vorfeld gestellt werden. Dies gilt besonders für die Fahrtkosten. Bewerbungskosten können im Zweifel auch nachträglich übernommen werden. Deinem Antrag auf Bewerbungskostenerstattung musst du dein Bewerbungsschreiben sowie die Antwort des Unternehmens beifügen, bei dem du dich beworben hast. Der Antrag auf Erstattung von Bewerbungskosten ist so ausgerichtet, dass du dort mehrere Bewerbungen eintragen kannst. Mit unserem Antragsformular kannst du den Antrag digital erstellen und zusätzlich direkt von uns an dein Jobcenter faxen lassen. Du musst dann nur noch die Nachweise bei deinem Jobcenter nachreichen.

Antrag auf Bewerbungskostenerstattung wurde abgelehnt

Häufig wird dein Antrag auf Erstattung von Bewerbungskosten nur bewilligt, wenn du eine Eingliederungsvereinbarung mit dem Jobcenter geschlossen hast. Liegt eine Eingliederungsvereinbarung vor, bestehen gegenseitige Rechte und Pflichten, hierzu zählt auch die Übernahme von Bewerbungskosten durch das Jobcenter. Wenn keine Eingliederungsvereinbarung vorliegt, liegt es im Ermessen des Jobcenters, ob es deine Bewerbungskosten erstattet oder nicht. Ohne Eingliederungsvereinbarung hast du grundsätzlich keinen Anspruch auf die Erstattung. Wenn dein Antrag auf Bewerbungskostenerstattung abgelehnt wurde, obwohl du eine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben hast, kannst du gegen die Ablehnung Widerspruch einlegen.