Flopcenter (2)

Die Flopcenter des Monats April!

Bundesweit scheinen die Jobcenter ihrer Arbeit nicht richtig nachzukommen. Fast jeder zweite Bescheid, den wir von euch bekommen, ist anfechtbar oder falsch ausgestellt worden. In manchen Jobcentern scheint es allerdings noch schlechter zu laufen als im deutschlandweiten Schnitt. Was meint ihr – gehört euer Jobcenter zu den unfähigsten im ganzen Land oder habt ihr noch einmal „Glück im Unglück“?

Wir haben für den Monat April analysiert, welche Jobcenter am meisten Fehler gemacht und sich damit selbst zu den Flopcentern des Monats gekürt haben.

Platz 3: Flopcenter Bremen

Wie wir bereits vor wenigen Wochen in unserem Blog geschrieben haben, sind diejenigen, die auf Leistungen des Jobcenters Bremen angewiesen sind wenig erfreut.

Es gab in den letzten Monaten immer wieder Vorfälle, die auf die schlechten Zustände in Bremen hingewiesen haben. Im November letzten Jahres berichteten wir über 2-5 Millionen Euro an Fördergeldern, die das Bremer Center – nicht zum ersten Mal – ungenutzt wieder nach Berlin überwiesen hat.

 

Vor 3 Wochen erst haben wir in unserem Blog über den Hilfeschrei eines verzweifelten Hartz4-Empfängers geschrieben, der nachts einen Molotow-Cocktail an die Fassade des Bremer Jobcenters geschmissen hat. Zum Glück ist außer einem kleinen Sachschaden nichts passiert.

Diese Tat können wir natürlich nicht gutheißen. Schauen wir uns die Statistiken an, ist diese Verzweiflung allerdings nachvollziehbar. Aus der relativ kleinen Stadt Bremen gehen die drittmeisten fehlerhaften Bescheide bei uns ein. Scheinbar lernen die Bremer nicht aus den vielen Widersprüchen die sie in den letzten Monaten von uns bekommen haben.

Platz 2: Flopcenter Leipzig

Die Stadt Leipzig hat laut offiziellen Angaben im April 2017 3000 Arbeitslose weniger als 12 Monate zuvor. Dies ist ein Rückgang der Arbeitslosen um 13%.

Trotzdem hat das Leipziger Jobcenter in den letzten Monaten eher mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht.

In der Silvesternacht haben Unbekannte, ähnlich wie in Bremen, einen Brandanschlag auf das Jobcenter verübt. In Leipzig war dieser Angriff leider erfolgreicher. Insgesamt wurden 86 Büroräume beschädigt und die Schadenssumme beträgt über 700.000 Euro. Bis zum heutigen Tag sind noch nicht alle Büros in Benutzung und es wird fleißig saniert.

Im März hat ein Unbekannter einen Brief mit weißem Pulver ans Leipziger Jobcenter geschickt.  Daraufhin wurde ein Giftalarm ausgelöst und Teile des Gebäudes für mehrere Tage gesperrt.

Auch in Leipzig scheinen die Leistungsempfänger unzufrieden mit der Performance ihres Jobcenters zu sein. Die Zahlen belegen: zurecht!

Trotz des Rückgangs der Arbeitslosenzahl wurden die fehlerhaften Bescheide häufiger und somit landete das Jobcenter Leipzig auf dem 2. Platz der Flopcenter des Monats April! Ungeachtet dieser Entwicklungen wird in den nächsten Wochen eines der Leipziger Jobcenter geschlossen und die Betroffenen auf die umliegenden Center verteilt.

 

Trommelwirbel bitte…

 

Platz 1: Flopcenter Berlin

Die meisten fehlerhaften Bescheide, die uns im April erreicht haben, stammen eindeutig vom Berliner Flopcenter. Natürlich ist Berlin die mit Abstand größte Stadt in Deutschland, aber die vorliegenden Zahlen sind erschreckend.

Einen möglichen Grund für diese Fehlerquote liefert der Tagesspiegel. In einem Artikel der letzte Woche erschienen ist, heißt es:

„In Berlin sind an den zwölf Standorten 7244 Mitarbeiter tätig. 5680 in Vollzeit, 1564 in Teilzeit. Während Beschäftigte in Deutschland im Schnitt 15,2 Tage fehlen, weil sie krank sind, fallen Mitarbeiter in Berliner Jobcentern zwischen 17,9 und 25,6 Tagen im Jahr aus. So viele wie in keiner anderen Branche sonst.”

In dem Artikel heißt es weiter, dass jeder Mitarbeiter der Berliner Jobcenter statt der geplanten 170 ganze 450 Leistungsempfänger betreuen muss. Dies bedeutet, auf jeden Mitarbeiter fehlen fast 2 Vollzeitstellen. Fehler passieren bei diesem Ungleichgewicht automatisch. Aber warum werden die Mitarbeiter von der Bundesregierung alleine gelassen?

Die Nerven der Berliner Mitarbeiter liegen blank. Auch die Sanktionsquote ist mit 4,9 Prozent in Berlin höher als im gesamten Bundesgebiet. In Marzahn-Hellersdorf sind es 6,1 und in Treptow-Köpenick sogar 6,2 Prozent.

Die Leistungsempfänger sind ebenfalls verzweifelt. Angriffe auf das Jobcenter und deren Mitarbeiter sind keine Seltenheit mehr. Es gibt vermehrt tätliche Angriffe auf einzelne Sachbearbeiter.

Ein Höhepunkt der privaten Maßnahmen ist das Attentat, wo zwei Leistungsempfänger bei einer Farbattacke auf das Berliner Jobcenter Müllerstrasse verübt haben. Die beiden Täter filmten die Vorbereitung der Attacke: das Befüllen eines Feuerlöschers mit türkiser Farbe und die Herstellung von zwei Farbbomben. Dann wird ein Sanktionsbescheid eingeblendet, die Namen wurden geschwärzt. Danach ließen sie sich dabei filmen, wie sie das Jobcenter beschmutzten.

Hier seht ihr das Video:

Tierischer Angriff aufs Jobcenter Berlin Mitte from zebra on Vimeo.

 

Jetzt gegen Jobcenter-Willkür schützen!

Wie ihr seht machen die Jobcenter viele Fehler. Egal in welcher Stadt euer Jobcenter liegt, ihr solltet euch gegen diese Fehler schützen. Wir von hartz4widerspruch.de bieten euch ein persönliches Jobcenter-Schutzschild an. Hier prüfen wir völlig kostenlos jeden eurer Bescheide. Sollte der Bescheid fehlerhaft sein, legen wir sofort Widerspruch ein und so habt ihr die Chance auf mehr Geld am Monatsende – komplett ohne Risiko.

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