Zahl der Stromsperren steigt immer weiter an!

Der Bedarf für Unterkunft und Heizung wird gem. § 22 SGB II in der Höhe der tatsächlichen Aufwendungen übernommen, sofern diese angemessen sind. Eine Stromkostenübernahme im Hartz 4-Bezug erfolgt allerdings nicht. Diese Kosten müssen Hartz 4-Empfänger aus dem Regelsatz zahlen. Dies ist für manche Hartz 4-Bezieher allerdings so gut wie unmöglich.

344.000 Haushalten wurde der Strom abgestellt

Im letzten Jahr war es 344.000 Haushalten nicht möglich ihre Stromrechnung zu bezahlen. Die Folge: Diesen Haushalten wurde zeitweise der Strom abgestellt. Dies sind 14.000 Stromsperren mehr als im Jahr zuvor.

Viel erschreckender ist jedoch die Zahl der Haushalte, die eine Androhung zur Stromabschaltung erhalten haben. Hiervon waren im Jahr 2017 4,8 Millionen Haushalte betroffen.

Hartz 4 und Sozialhilfeempfänger sind am häufigsten betroffen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat zum Thema Stromsperren eine Studie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis dieser Studie ist erschreckend. Über die Hälfte aller von Stromsperren betroffenen Haushalte beziehen entweder Hartz 4-Leistungen oder Sozialhilfe.

Die Gründe für Stromsperren lassen sich allerdings nicht ausschließlich auf Einkommensarmut reduzieren. Viele Faktoren seien hierfür ausschlaggebend wie z.B. die plötzliche Veränderung im Lebensumfeld, fehlende Allgemeinbildung aber auch Sprachprobleme.

Regelleistung muss erhöht werden

Aufgabe des Gesetzgebers ist es, ständig zu überprüfen, ob das Existenzminimum sichergestellt ist. Anhand der zahlreichen Stromsperren ergibt sich jedoch eine erhebliche Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Preisentwicklung der Strompreise und der Höhe der Regelbedarfsstufen.

Es bedarf daher einen wesentlichen Anstieg des Regelbedarfes alleine schon wegen der Preisentwicklung bei den Energiepreisen.