Flopcenter im August

Das Jobcenter bei ihrer Arbeit immer häufiger Fehler machen ist keine Neuigkeit. Anstatt ihre vorliegenden Anträge gewissenhaft abzuarbeiten scheint es manchen Sachbearbeitern eher darum zu gehen, möglichst viele Leistungsempfänger zu schikanieren. Im Folgenden haben wir die Top 3 der miesesten Jobcenter-Entscheidungen des Augusts zusammengestellt.
Hartz 4-Bescheid prüfen

Platz 3: Flopcenter in Hannover:

Aufgabe der Jobcenter ist es “Personen die Perspektive und Möglichkeit zu eröffnen, ihren Lebensunterhalt künftig aus eigenen Mitteln und Kräften, langfristig und ohne weitere öffentliche Unterstützung zu bestreiten.” Hierzu gehört auch die Übernahme der Wohnkosten. Eine Wohnung ist nicht nur ein Rückzugsort, sie ist auch ein Grundrecht für jeden Menschen. Das Jobcenter Hannover sieht dies jedoch anders und strich einem gerade arbeitslos gewordenen Mann einen Teil der Miete . Die lapidare Begründung war, dass die Wohnung zu teuer sei und man die vollen Kosten schon während einer vorherigen Arbeitslosigkeit des Mannes übernommen hatte. Grundsätzlich ist das Jobcenter jedoch dazu verpflichtet, auch bei einer zu teuren Wohnung die vollständigen Mietkosten für 6 Monate zu übernehmen. In dieser Zeit kann man sich dann in Ruhe nach einer neuen Wohnung umsehen oder einen Untermieter finden.

Das Sozialgericht in Zelle stellte hier gerechterweise klar, dass das Jobcenter die vollen Kosten der Wohnung für weitere drei Monate übernehmen müsse. Nur weil man schon einmal Hartz 4-Leistungen erhalten hat, bedeutet dies nicht, dass kein weiteres Kostensenkungsverfahren durchgeführt werden muss. Aus diesem Grund geht Platz 3 an das Flopcenter in Hannover.

Platz 2: Flopcenter in Ostprignitz-Ruppin

Ein abgezahltes Haus stellt im Alter eine Sicherheit dar. Diese einfache, aber effektive Rechnung scheint das Jobcenter in Ostprignitz-Ruppin jedoch vor Probleme zu stellen. So hat es ein älteres Ehepaar aus Freyenstein aufgefordert, aus ihrem Haus auszuziehen. Und das obwohl sie es erst gerade abbezahlt hatten. Die Begründung dahinter war, dass das Haus die zulässige Quadratmeteranzahl für zwei Personen überschreite. Die zugelassene Größe für ein Haus für zwei Personen wäre 90m². Das Haus der beiden war allerdings über 100m².

Weiterhin schätzte das Jobcenter den Verkehrswert des Hauses auf 60.000 EUR. Das Problem hierbei ist jedoch, dass der Verkehrswert eines Hauses in ländlichen Gebieten fast niemals dem realen Verkaufswert entspricht. Dieser lag bei ca. 20.000 EUR. Da das Jobcenter aber nun annahm, dass das Ehepaar ein Haus im Wert von 60.000 EUR besaß, zogen sie noch einen Freibetrag ab und es blieb ein vermeintliches Vermögen des Ehepaars von 44.000 EUR. Ein Hartz 4-Bezug ist mit solch einem Vermögen ausgeschlossen.

Allerdings handelte es sich ja um ein fiktives Vermögen, denn das Haus des Ehepaares war noch nicht verkauft. Zur Überbrückung der Lage bot ihnen das Jobcenter nun einen Kredit über 20.000€ an, damit sie hiervon ihre Versicherung und täglichen Kosten weiterzahlen konnten.

Dazu kommt, dass man eigentlich pro Lebensjahr Geld für die Altersvorsorge zurücklegen darf. Da beide schon über 60 Jahre alt sind, hätte ihre Altersvorsorge ausgereicht, um das Haus behalten zu können. Momentan werden Häuser jedoch nicht als Altersvorsorge anerkannt. Für diese Ignoranz vergeben wir Platz 2 der Flopcenter des Monats.

Platz 1: Flopcenter in Iserlohn

Manchmal scheinen Jobcenter nicht nur von Dienstpflicht, sondern auch aus der Spaß am menschlichen Elend getrieben sein. Nur so lässt sich erklären, dass das Jobcenter in Iserlohn eine Nachzahlung von einem Mann verlangte, der auf der Straße bettelte. Der Mann bekam Hartz 4-Leistungen. Da der Regelsatz aber keine Kosten für Tiere vorsieht und der vierbeinige treue Gefährte des Mannes Geld kostete, ging er auf die Straße. Als er dies in einem Fernsehbericht erzählte, kam ein Jobcentermitarbeiter auf die irrsinnige Idee, anzunehmen der Mann hätte durch das Betteln ein geregeltes Einkommen.

Aus nicht nachvollziehbaren Gründen nahm das Jobcenter daraufhin an, dass der Mann ein festes monatliches Einkommen von 100 EUR hätte, welches angerechnet werden könnte. Es forderte den Mann auf, 3200€ an Leistungen aus den letzten 42 Monaten zurückzuzahlen. Diese völlig absurde Entscheidung zeigt einmal mehr, dass Jobcenter teilweise völlig über ihr Ziel hinausschießen und dabei komplett das Maß verlieren. Aus diesem Grund geht Platz 1 für diesen Monat an das Flopcenter in Iserlohn.