Jobcenter nimmt Obdachlosigkeit in Kauf

Wieder einmal zeigt sich die Hartherzigkeit des Jobcenters. Anstatt einem Paar im Hartz 4-Bezug eine Wohnung zu gewähren, die knapp über der Angemessenheitsgrenze liegt, nimmt es die drohende Obdachlosigkeit des Paares in Kauf.  

Umzug der Betroffenen ist unverschuldet

Die beiden verheirateten Hartz 4-Empfänger Jan F. und Elise M. verlassen ihre Wohnung nicht freiwillig. Der Vermieter hat Eigenbedarf angemeldet. Das Paar muss die Wohnung also verlassen, sonst droht eine Räumungsklage. Die Kündigung des Vermieters bringt die Beiden in eine missliche Lage, die viele Hartz 4-Empfänger auf Wohnungssuche kennen. Denn es gibt nicht genügend bezahlbaren Wohnraum. Die geringen Angemessenheitsgrenzen des Jobcenters schränken den Wohnungsmarkt ein, die wenigen günstigen Wohnungen sind als Leistungsempfänger schwer zu bekommen.

Besichtigung von über 40 Wohnungen

Jan F. und Elise M. besichtigten rund 40 Wohnungen. Von mangelndem Engagement kann also nicht gesprochen werden. Trotzdem finden sie keine Wohnung, die den Anforderungen des Jobcenters genügt. Endlich gibt es zumindest die Zusage für eine Wohnung. Diese liegt mit 420 Euro kalt sogar unter der angemessenen Obergrenze für Kaltmieten. Doch auch hier macht das Jobcenter den beiden einen Strich durch die Rechnung. Es zählt die Hälfte der Heizkosten zu der Bruttokaltmiete hinzu, sodass die Kaltmiete nun oberhalb der Angemessenheitsgrenze liegt. Das Jobcenter lehnt die Wohnung ab.

Kaution und Umzugskosten werden nicht übernommen

Prinzipiell steht den Hartz 4-Empfängern in diesem Fall offen die Wohnung trotzdem zu beziehen. Allerdings müssten sie die Differenz zwischen der angemessenen Miete und der tatsächlichen Miete übernehmen. Dazu wären Jan F. und Elise M. bereit. Allerdings steht ihnen in diesem Fall keine Kostenübernahme des Jobcenters von Kaution und Umzugskosten zu. Diese können die beiden aber nicht allein stemmen. Obwohl das zuständige Jobcenter um die schwierige Situation der beiden weiß, handelt es nicht. Das Ehepaar muss weiter auf Wohnungssuche gehen und hoffen, dass sie so schnell wie möglich eine Bleibe finden. Wenn nicht, droht eine Räumungsklage und die Obdachlosigkeit, denn die beiden befinden sich bereits jetzt schon länger in der Wohnung, als die Kündigungsfrist erlaubt. Bei Problemen mit dem Jobcenter unterstützen dich unsere Partneranwälte kostenlos. Sende ihnen deinen Hartz 4-Bescheid zu und sie überprüfen diesen kostenlos für dich.