Jeder 10. ALG-Empfänger stockt mit Hartz 4 auf

Um das Existenzminimum zu sichern, muss fast jeder 10. Arbeitslosengeldempfänger (ALG I) zusätzlich Hartz 4 beantragen. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, sieht das Kernproblem beim Mindestlohn und der Niedriglohnbeschäftigung.

ALG I-Empfänger sind auf Hartz 4 angewiesen

Derzeit sind ca. 74.000 Bezieher von Arbeitslosengeld I auf Hartz 4 angewiesen, da die Arbeitslosengeldzahlungen nicht zum Leben ausreichen. In den alten Bundesländern beziehen derzeit 9 Prozent der Arbeitslosengeldempfänger zusätzlich Hartz 4. In Ostdeutschland sind es sogar 13,8 Prozent.

Die zwei Formen des Arbeitslosengeldes

Der Begriff Hartz 4 ist umgangssprachlich und meint eigentlich das Arbeitslosengeld II (ALG II). Deshalb erscheint es rätselhaft, warum Arbeitslosengeldempfänger ihr Arbeitslosengeld mit weiterem Arbeitslosengeld aufstocken müssen. Bei dem ALG II oder auch Hartz 4 handelt es sich um eine Arbeitslosengeldzahlung, die unabhängig von einer vorherigen Beschäftigung gezahlt wird. Sie dient der Sicherung des Existenzminimums. Bei dem Arbeitslosengeld I (ALG I) handelt es sich jedoch um eine Arbeitslosengeldzahlung, welche an eine vorherige Beschäftigung anknüpft. Werden Menschen aus einem versicherungspflichtigen Anstellungsverhältnis heraus arbeitslos, erhalten sie 60 Prozent ihres Nettogehaltes. Wenn der ALG I-Empfänger ein Kind hat, beträgt die Arbeitslosengeldzahlung 67 Prozent des Nettogehaltes. Sobald das ALG I nicht zu Sicherung des Existenzminimums ausreicht, können die ALG I-Empfänger zusätzlich Hartz 4 beantragen und erhalten somit zweifach Arbeitslosengeld.

Kritik am Arbeitslosengeldsystem

Das ALG I-Empfänger ihr Arbeitslosengeld mit Hartz 4 aufstocken müssen, wird von der arbeitsmarktpolitischen Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, derzeit kritisiert. Sinn und Zweck des ALG I sei es gerade, den Betroffenen eine finanzielle Sicherheit bei einer plötzlich eintretenden Erwerbslosigkeit zu bieten. Dadurch, dass viele Menschen jedoch einen Niedriglohn beziehen, fällt die 60 Prozent Arbeitslosengeldzahlung jedoch viel zu gering aus.

Bekämpfung der Niedriglohnbeschäftigung

Damit ALG I-Empfänger nicht weiterhin auf Hartz 4-Leistungen angewiesen sind, muss die Niedriglohnbeschäftigung bekämpft werden. Sabine Zimmermann fordert daher einen Mindestlohn von mindestens 12,00 EUR pro Stunde. Leiharbeitsfirmen sollten vollständig abgeschafft werden, da diese die Problematik nur verstärken. Auch die Voraussetzungen für das ALG I müssten gelockert werden. Derzeit muss man in zwei Jahre vor der ALG I-Beantragung mind. 12 Monate lang beschäftigt gewesen sein. Diese Rahmenfrist müsste auf drei Jahre angehoben werden, damit Menschen nicht direkt aus dem ALG I-Bezug herausfliegen. Solltest du mit Hartz 4 aufstocken, ist es ratsam deinen Bescheid überprüfen zu lassen. Unsere Partneranwälte übernehmen das kostenlos für dich.

2 Antworten auf „Jeder 10. ALG-Empfänger stockt mit Hartz 4 auf“

  1. Sehr Geehrte Damen und Herren ,

    Ich wollte sie , anfragen ! Wie ist das mit dem Bewerbungstraining , da ich 3 Maßnahmen .
    Besucht habe , muss ich dann nochmal ein Kurs besuchen . Da ich mein Lebenslauf neu gestaltet habe , und das
    Schriftliche Anschreiben .
    Als Verkäuferin neu geschrieben .

    Mit Freundlichen Grüßen

    Frau Claudia Hurtz

  2. Man sollte das ALG 2 so schnell wie möglich abschaffen und ein bedingungsloses Grundeinkommen dafür ersetzen. Um endlich den Druck und die allgeimeine Armut zubenden.

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