Die Zahl der in Armut lebenden Kinder ist höher als gedacht

In Deutschland sind ca. 4,4 Millionen Kinder von Armut betroffen. Das hat der Deutsche Kinderschutzbund in seinem neuesten Bericht veröffentlicht. Das sind rund 1,4 Millionen Kinder mehr, als bisher vermutet. Für den Präsidenten des Kinderschutzbundes sei dies ein “Armutszeugnis für ein reiches Land”.

1,4 Millionen Kinder tauchen nicht in Statistik auf

Die Zahl der in Armut lebenden Kinder richtet sich nach der Hartz 4-Statistik. Die 1,4 Millionen weiteren von Armut betroffenen Kinder tauchen jedoch in keiner Statistik auf. Der Grund hierfür ist, dass ihre Eltern keinen Hartz 4-Antrag gestellt haben. Tatsächlich hätten sie jedoch einen Anspruch hierauf.

Warum wird kein Hartz 4-Antrag gestellt?

Was viele nicht wissen, auch mit einem Arbeitseinkommen kann man einen Antrag auf Hartz 4-Leistungen stellen. Für viele Eltern mit Kindern reicht das verdiente Geld nämlich oft nicht zum Leben aus. Diese Familien erhalten dann zusätzlich zu ihrem Einkommen eine aufstockende Hartz 4-Leistung. Zusätzlich hält die komplizierte Antragsstellung viele von der Beantragung der Hartz 4-Leistung ab. Letztlich spielt auch Scham eine Rolle. Gerade Menschen die einer Berufstätigkeit nachgehen, schämen sich zusätzlich Hartz 4 zu beantragen.

Die Alternative: Kindergrundsicherung

Der Kinderschutzbund fordert die Einführung einer Kindergrundsicherung. Hierbei handelt es sich um eine einmalige Zahlung. Enthalten wären hierin, der Regelsatz für Kinder aber auch das Kindergeld. Eltern müssten dann lediglich einen Antrag stellen, nämlich den auf Kindergrundsicherung.

Hartz 4-Empfänger würden von Kindergrundsicherung profitieren

Derzeit wird das Kindergeld auf die Hartz 4-Leistungen angerechnet. Hartz 4-Empfängern steht somit nicht der volle Kindergeldsatz zur Verfügung. Dies wäre bei einer Kindergrundsicherung anders. Diese würde anrechnungsfrei gezahlt werden. Hartz 4-Empfänger stünde somit die volle Summe zur Verfügung. Die Kindergrundsicherung würde somit nicht nur die Antragsstellung erleichtern, sondern auch die Zahl der in Armut lebenden Kinder reduzieren.