Hartz 4-Empfängerin kämpft 9 Jahre gegen das Jobcenter (Teil 1)

Wir haben bereits über viele Skandale des Jobcenters berichtet. Im Zuge unserer Arbeit stolpern wir über einige Geschichten, die einen an dem Vorgehen des Jobcenters zweifeln lassen. Doch nun sind wir auf eine Story gestoßen, die unter die Haut geht. Eine Mandantin von uns hilft seit Jahren ehrenamtlich anderen Betroffenen. Nun berichtete sie von ihrem persönlichen Leidensweg mit dem Jobcenter. Und der hat es in sich. Denn das Jobcenter scheint Frau Annegret Fischer zu seinem persönlichen Erzfeind auserkoren zu haben.

Die Ursprünge der Schikane des Jobcenters von Frau Fischer liegen weit zurück. Wir steigen im Jahr 2008 ein, zu dem Frau Fischer bereits seit einiger Zeit Probleme mit dem Jobcenter hat. Dies ist nicht ihr erster Kampf mit ihrem Sachbearbeiter.

Annegret Fischer – eine Hartz 4-Empfängerin mit vielen Ambitionen

Ausbildung, Studium, Weiterbildung. Anschließend war Frau Fischer immer berufstätig, jahrelang sogar mit Führungsverantwortlichkeit. Eine Frau, die anpacken kann und das auch möchte. Ein Leben von Hartz 4-Leistungen ist daher nicht in ihrem Sinn, sie möchte unbedingt wieder in das Berufsleben zurückfinden. Nebenbei arbeitet sie außerdem ehrenamtlich für die Vereine „Verbraucherforum Mainz e.V.“ sowie „Initiative für soziale Gerechtigkeit e.V.“. Da sie weiß, dass ihr Organisation und Verhandlungen liegen, möchte sie das über die Selbstständigkeit erreichen.

2008 soll es losgehen. Dieser Entschluss ist keine fixe Idee, sondern ein handfester Plan. Und der sieht folgendermaßen aus: Nahe bei Mainz steht ein Teil eines großen Gebäudekomplexes leer. Dieser war ehemals ein Hotel. Der Preis ist mit 30.000 EUR ein Schnäppchen, denn es steht schon die zweite Zwangsversteigerung an. Zwar sind Sanierungsarbeiten nötig, doch diese können in Eigenregie günstig umgesetzt werden.

In diesem Gebäude möchte Frau Fischer ein Call Center Inbound / Outbound starten. Das ist eine Dienstleistung, in der Anrufe für ein Unternehmen angekommen werden, die Serviceleistungen wie Fehlermeldungen und Bestellaufgaben betreffen. Auch werden für die Kunden Anrufe zum Zwecke der Kundengewinnung geführt. Für diesen Zweck sollten außerdem Langzeitarbeitslose geschult werden, sodass sie in diesem Arbeitsbereich einsteigen können. Als zusätzliche Einnahmequelle steht ein Seminarraum zur Verfügung, der tageweise vermietet werden kann. Auch weitere leer stehende Büroräume stehen zur Verfügung, die zusätzliche Mieteinnahmen versprechen.

Auf Herz und Nieren geprüft

Das klingt nach einem großen Vorhaben. Doch Frau Fischer ist sich dessen durchaus bewusst und hat sich deshalb Profis mit ins Boot geholt. Ein Gutachter hat ihre Geschäftsidee durchgerechnet – und auf 27 Seiten das Projekt auf Herz und Nieren geprüft. Das Ergebnis: Es wurde an alles gedacht und selbst im schlechtesten Fall würde Frau Fischers Unternehmung 80.000 EUR Gewinn pro Jahr machen.

Kunden und Finanzierung stehen

Nicht nur in der Theorie hat Annegret Fischer nun also grünes Licht. Auch die ersten Kunden stehen bereits Schlange. Mindestens zwei Krankenversicherungen sagen ihr zu, dass sie gerne einen Vertrag mit ihr abschließen würden, sobald es losgeht. Mitarbeiter? Auch alles geregelt: In einer Kooperation mit der Arbeitsagentur Stralsund durfte sie zwei Mitarbeiter auswählen, die über ein Sonderprogramm eine Förderung von einem Jahr erhielten. Mit einem Betrag von 1.600 EUR pro Person und Monat. Außerdem hat sie einen guten Kredit mit ihrer Hausbank vereinbart. Diese hat das Potenzial der Idee ebenfalls erkannt und unterstützt Frau Fischer mit günstigen Zinsen.
Der Schritt in die Selbstständigkeit ist also so gut wie getan. Denn was soll jetzt noch schiefgehen?

Fortsetzung folgt.

Hast du Probleme mit deinem Jobcenter? Unsere Anwälte kämpfen dafür, dass du volle Leistungen erhältst. Sende uns deinen Bescheid zu und wir überprüfen diesen kostenlos für dich.

2 Antworten auf „Hartz 4-Empfängerin kämpft 9 Jahre gegen das Jobcenter (Teil 1)“

  1. Ich denke, die handeln eher aus Angst und wie es mit der größten Angst so ist, sie wird irgendwann Realität…
    Im Moment kam vor Kurzem die Meldung, dass die BA Arbeitsplätze abbaut mit der Begründung, dass die Arbeitslosenzahlen ja gesunken sind – welch eine Farce, denn alle wissen, dass diese Statistik nicht der Realität entspricht!

  2. Ich kenne das Problem schon seit Beginn der Einführung von „Hartz IV“ nunmehr in wenigen Tagen dann seit 13 Jahren !

    Jegliche Auskünfte von Anfang an verweigert, wie man sich nach deren meist ungesetzlichen (=verbrecherischen) Forderungen verhalten soll – um uns nur damit zu bescheißen.

    Jegliche Eigenaktivität wird von denen im Ansatz erstickt. – also sollte man am Besten auch nichts machen ! – dann kann (eigentlich) auch kein Schaden entstehen. Ich bin mir sehr sicher, daß das Jobcenter hier wieder materielle und psychische Schäden verursacht hat.

    Wer Verbrecher und Kriminelle kennenlernen möchte, ist mit dem Jobcenter in den besten Händen. Bitte weitersagen ! Und die richtigen Konsequenzen daraus ziehen.

    Martin B.

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