Flopcenter im September

Im September ging es beim Jobcenter wieder drunter und drüber. Wer hat sich dieses Mal den gröbsten Schnitzer erlaubt? Das erfährst du in unserem Jobcenter-Ranking für den September.  

Platz 3: Flopcenter Vorpommern-Greifswald Süd

Dieses Flopcenter hat gleich zweimal in die Fehlerkiste gegriffen. Es versendete nicht nur eine falsche Rückmeldung – sondern schaltete auch direkt ihr Inkassounternehmen mit ein. Der Betroffene soll laut dem Jobcenter knapp 1000 Euro zurückerstatten. In seinen Augen ist die Forderung des Jobcenters jedoch ungerechtfertigt und beruht auf einem Fehler seines Sachbearbeiters. Fristgerecht legte er daher Widerspruch ein. Diesen nahm sein Jobcenter zur Kenntnis und bestätigte einen pünktlichen Eingang des Widerspruches. Außerdem teilte es dem Betroffenen mit, dass es einige Zeit zur Prüfung des Widerspruches benötigte. So weit so gut. Allerdings wurde am selben Tag ein weiterer Brief zugestellt: Vom Inkassounternehmen des Jobcenter und der Forderung den Rückzahlungsbetrag direkt zu bezahlen. Angeblich war diese ungünstige zeitliche Abfolge ein Versehen. Wir vergeben dafür dennoch den dritten Platz in unserem Ranking.

Platz 2: Flopcenter Schaumburg

In 2017 wurde in einem entscheidenden Urteil festgelegt, dass Schulbücher als Mehrbedarf vom Jobcenter zu bezahlen sind. Das gilt anscheinend nicht für das Jobcenter Schaumburg. Eine Mutter von vier Kindern beantragte zum Schulbeginn eine Kostenübernahme der Schulbücher. Rund 200 Euro kostete sie das neue Schuljahr. Ein Betrag, der vom Regelbedarf nicht zu stemmen ist. Auch die 100 Euro für Schulbedarf, die jährlich jedem Hartz 4-Empfänger zustehen, helfen hier nicht viel. Doch das Jobcenter lehnte ihren Antrag ab. Als Begründung nennt es eine gesetzliche Grauzone: Das entsprechende Urteil sei noch nicht rechtskräftig. Momentan befinde es sich in der Revision. Die Not der Betroffenen war offensichtlich und die Reaktion des Jobcenters zeigt: Wirkliche Hilfe ist nicht gewollt, schließlich hätte der Sachbearbeiter mit derselben Begründung auch im Sinne der Antragstellerin entscheiden können. Dafür gibt es Platz 2 in unserem Ranking.

Platz 1: Flopcenter Havelland

Die Kommunikation mit dem Jobcenter ist oft mühsam. Als Gehörlose wird die Situation noch schwieriger. Doch wenn das Jobcenter dann noch eine Begleitperson als Dolmetscher verbietet, kann nicht mehr von Gleichberechtigung gesprochen werden. Genau dies war jedoch im Jobcenter Havelland der Fall, wie eine gehörlose Hartz 4-Empfängerin erleben musste. Doch nicht nur, dass ihr ein Dolmetscher untersagt wurde, auch die Pflegebedürftigkeit ihres Vaters wurde nicht anerkannt. Auf Rückfragen der Presse will das Jobcenter von diesen Vorfällen natürlich nichts gehört haben. Wir wissen es besser, schließlich kennen wir die Scheinheiligkeit des Jobcenters zur Genüge. Für diese Unverfrorenheit gibt es daher den berechtigten ersten Platz. Bei Problemen mit dem Jobcenter kannst du dich auch immer an unsere Partneranwälte wenden. Diese unterstützen dich kostenlos.