Flopcenter im Oktober

Auch im Monat Oktober, hat das Jobcenter mal wieder ganze Arbeit geleistet – oder eben nicht. Hier erfahrt ihr unsere Top 3 Flopcenter und welche Heldentaten ihnen zum Titel verhalfen.  

Platz 3: Flopcenter Iserloh

Hier scheinen es sich die Mitarbeiter zur Gewohnheit gemacht zu haben, den Hartz 4-Empfängern ihre Leistungen nicht pünktlich auszuzahlen. Stattdessen werden diese vom Jobcenter mit Lebensmittelgutscheinen abserviert. Dies geschieht, obwohl im Sozialrecht klar geregelt ist, dass Geldleistungen Vorrang haben. Was Nicht-Hartz 4-Empfänger häufig verdrängen: Bei einem Einkauf mit Bargeld zu zahlen, gewährt Anonymität, die durch die Gutscheine nicht mehr gewährleistet ist. Sie geben nämlich vor, welche Lebensmittel vorgesehen und auch in welchen Geschäften diese zu kaufen sind. Wäre dies nicht schon Demütigung genug, müssen sich die Hartz 4-Empfänger zusätzlich ausweisen und bei Abschluss ihres Einkaufs eine Unterschrift leisten. All das, weil sie statt Bargeld, was ihnen zusteht, nur Lebensmittelgutscheine erhalten. Es scheint als würden die Mitarbeiter in diesem Jobcenter ganz bewusst rechtswidrig handeln und das auf Kosten der Hartz 4-Empfänger. Dafür gibt es den dritten Platz.

 

Platz 2: Flopcenter Elbe-Elster / Finsterwalde

„Zu dick zum Arbeiten“, sagt das Jobcenter über Christian. Der 37- Jährige bezieht seit 20 Jahren Hartz 4 und hat nun auf eigene Faust eine Möglichkeit gefunden, dort herauszukommen. Ein Unternehmen versichert ihm schriftlich, ihn festanzustellen, wenn er sich zum Fachinformatiker umschulen lässt. Für Christian eine Möglichkeit dem Leben am Existenzminimum zu  entkommen. Doch das Jobcenter macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Sie lehnen die Umschulung mit der Begründung ab, dass er für einen Job, bei dem er acht Stunden am Tag sitzen müsse, zu dick sei. Daraufhin lässt sich der junge Mann von einer Ärztin untersuchen und die beleget: Christian ist aus medizinischer Sicht durchaus in der Lage zu arbeiten und ist zudem bereit und motiviert. Diese Ärztin bestätigt zudem auch, dass das Jobcenter kräftigeren Menschen häufiger eine Umschulung und somit die Möglichkeit in das Berufsleben einzusteigen verwehrt. Für so viel Respektlosigkeit gibt es den zweiten Platz.

 

Platz 1: Flopcenter Neuruppin

Dieses Jobcenter forderte nun 9000 Euro von einer Witwe zurück, die ihren Mann während seiner Krebserkrankung bis hin zum Tod betreute. Der Verstorbene wurde im Februar 2014 als pflegebedürftig eingestuft, nachdem er sich mehreren Chemotherapien und Operationen unterzogen hatte. Diese änderten bedauerlicherweise nichts an seinem Zustand, weshalb seine Frau entschied, ihren Partner zu sich nach Hause zu holen und sich um ihn zu kümmern. Sie unterstützte ihn bis er schließlich im April 2014 verstarb. Diese Unterstützung war aus Sicht der Behörden nicht lang genug. Nun fordern sie das Geld ein, welches der Verstorbene seiner Frau laut Finanzamt nach seinem Tod überlassen hat. Ein Rechtsanwalt hat nachgewiesen, dass es sich allerdings nur um 3000 Euro handelt, doch auch diese will das Jobcenter zunächst einfordern. Sie gaben erst nach, als auch das Gericht die Pflegeleistung der Witwe anerkannte. Pietätlos und damit der erste Platz in unserem Ranking.