Flopcenter im Juli

Aufgabe der Jobcenter ist es eigentlich Hartz 4-Empfänger zu unterstützen und einen Ausweg aus Hartz 4 zu schaffen. Leider erschweren viele Jobcenter das Leben von Hartz 4-Empfängern jedoch unnötig. Die Personen hinter der BG-Nummer sind für viele Jobcenter unbeachtlich. Hier kommen die Flopcenter für den Monat Juli.  

Flopcenter Nr. 3: Hamburg

Die Übernahme der Wohnkosten richtet sich nach der Angemessenheitsrichtlinie der Jobcenter. Hier gibt es keine einheitliche Angemessenheitsvorgabe. Vielmehr wird von Jobcenter zu Jobcenter unterschiedlich entschieden, wann von angemessenen Wohnkosten die Rede ist. Viele Hartz 4-Empfänger fürchten sich deshalb vor dem Kostensenkungsverfahren des Jobcenters und dem damit zwangsläufig resultierenden Umzug. Die Angst in Hamburg ist besonders groß. Im letzten Jahr forderte das Jobcenter knapp 1.000 Haushalte auf in eine Wohnung umzuziehen, die den Angemessenheitsrichtlinien entspricht. Problem: Wohnraum in Hamburg ist teuer, ein Umzug in eine kostengünstigere Wohnung damit so gut wie unmöglich. Zudem schenkte das Jobcenter der sozialen Infrastruktur der Hartz 4-Empfänger keinerlei Beachtung. Durch die unrealistische Angemessenheitsgrenze für Wohnkosten des Jobcenters sind viele Hartz 4-Empfänger gezwungen die übersteigenden Wohnkosten vom Regelsatz zu zahlen oder Hamburg ganz zu verlassen. Für so wenig Sozialkompetenz erhält das Jobcenter Hamburg den Platz 3 der Flopcenter des Monats.

Flopcenter Nr. 2: Märkischer Kreis

Datenschutz wird in diesem Jahr besonders großgeschrieben. Dies ist beim Jobcenter Märkischer Kreis noch nicht angekommen. Ein Hartz 4-Empfänger bekam ein Schreiben, in dem stand, dass er ein Kontaktformular ausgefüllt habe in dem die angegebene Telefonnummer nicht stimmen würde. Der Hartz 4-Empfänger kannte das Unternehmen allerdings nicht und hatte auch nie ein Kontaktformular ausgefüllt. Vielmehr hatte sein Hartz 4-Sachbearbeiter seine Sozialdaten rausgegeben. Zusätzlich verhängte das Jobcenter gegen den Hartz 4-Empfänger noch Sanktionen, die rechtswidrig waren. Die Regelleistungen wurden drei Monate um 114,60 EUR gekürzt. Das Vorgehen dieses Jobcenters zeigt, dass aktuelle Rechtsprechung und sorgfältige Aktenbearbeitung nicht auf der Tagesordnung stehen. Vielmehr wird wahllos mit den Daten von Hartz 4-Empfängern umgegangen. Aus diesem Grund verdient das Jobcenter Märkischer Kreis Platz 2 der Flopcenter des Monats.

Flopcenter Nr. 1: Hannover

Für Hartz 4-Empfänger ist es ohnehin schon schwer genug eine Wohnung zu finden, die aus Sicht des Jobcenters angemessen ist. Dies zeigt bereits der Platz 3 der Flopcenter im Juli. Wie starr die Jobcenter an ihren selbst aufgestellten Vorgaben festhalten, zeigt der Fall eines 60-jährigen stark erkrankten Hartz 4-Empfängers. Der Hartz 4-Empfänger musste aufgrund einer Eigenbedarfskündigung seine Wohnung räumen. Er war daher wochenlang auf der Suche nach einer angemessenen Wohnung. Als dieser endlich eine Wohnung fand, lehnte das Jobcenter Hannover diese jedoch ab und verwies auf die Angemessenheitsrichtlinie für die Wohnkosten in Hannover. Dies ist erstmal nichts Ungewöhnliches, wenn die Miete weit über der Angemessenheit liegt. In diesem Fall überstieg die Miete die angemessenen Wohnkosten lediglich um 6 EUR. Auch einen Umzug lehnte das Jobcenter ab. Wegen lediglich 6 EUR nimmt das Jobcenter somit die Gefahr der Obdachlosigkeit im Hinblick auf den betroffenen Hartz 4-Empfänger in Kauf. Wer Menschlichkeit beim Jobcenter Hannover sucht, sucht vergebens, denn das Abweichen von Angemessenheitsgrenzen ist durchaus möglich. Da es den Anschein macht, dass Hartz 4-Empfänger nur noch Nummern sind und das Jobcenter Hannover nicht mehr die Gesamtumstände zu würdigen weiß, verdient es hiermit den Platz 1 der Flopcenter im Juli. Du hast auch Ärger mit einem Flopcenter? Unsere Partneranwälte unterstützen dich gern.

Eine Antwort auf „Flopcenter im Juli“

  1. Vor 3 Jahren habe ich meine jetzige WG genehmigt bekommen.Durch Modernisierung ist die Miete 11 E gestiegen.Jetzt soll ich umziehen.Habe seinerzeit alles selbst finanziert.Den Umzug.Die Renovierung .Und jetzt wo ich mir alles schön gemacht habe und jeden Euro den ich mir vom Mund abgespart habe in meine Wg investiert habe soll ich raus hier.Nur es ist hier in Herten keine angemessene WG zu finden.

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