Flopcenter im März

Auch im vergangenen Monat passten die Begriffe „gute Arbeit“ und „Jobcenter“ nicht zusammen. Hier kommen die Flopcenter im März.

Flopcenter Nr. 3: Jobcenter Peine

In diesem Flopcenter ist es nicht verwunderlich, dass für die Leistungen der Hartz 4-Empfänger kein Geld übrig bleibt. Ein Sachbearbeiter des Jobcenters überwies sich über mehrere Monate Zahlungen in die eigene Tasche – und gönnte sich so einen „Bonus“ von 37.000 EUR.

Nachgerechnet ist das genug Geld, um rund 90 Hartz 4-Regelsätze für Alleinstehende zu zahlen. Aber richtig, die müssen um jeden einzelnen Euro kämpfen.
Das Vorgehen des Sachbearbeiters war einfach: Er überwies sich kleine Beträge, die er als Einmalzahlungen an ehemalige Hartz 4-Empfänger kennzeichnete, auf sein eigenes Konto. Ein Treiben, das niemand im Jobcenter bemerkte. Offensichtlich sind 37.000 EUR dort kein auffälliger Betrag.

Die Tat flog nur durch eine stichprobenartige Prüfung innerhalb des Jobcenters auf, ansonsten hätte der Sachbearbeiter sein neues Vermögen wahrscheinlich behalten dürfen. Jetzt wurde dem Täter gekündigt und er muss sich wegen Betrugs vor Gericht verantwortet. Das Jobcenter kommt mit einem dritten Platz in unserem Flopcenter-Ranking davon.

Flopcenter Nr. 2: Jobcenter Dortmund

In diesem Fall wurde ein Schwerkranker Opfer seines Jobcenters. Der ehemalige Schlosser aus Dortmund ist seit 2016 auf Hartz 4-Leistungen angewiesen, nachdem sein Arbeitgeber Insolvenz anmelden musste. Kurz darauf wurde ihm Krebs diagnostiziert.

Heute ist der Betroffene in einer schlechten Verfassung, die Behandlung seiner Krankheit ist fehlgeschlagen. Laut eigenen Angaben wartet er nur noch darauf, dass er sterben wird, auch wenn er den genauen Zeitpunkt nicht festmachen kann. Dann kommt zusätzlich zu seiner traurigen Situation noch Ärger mit dem Jobcenter dazu.

Erst werden die Leistungen des Hartz 4-Empfängers unregelmäßig überwiesen, dann folgt ein Schock: Das Jobcenter fordert den krebskranken Mann auf 38 Stunden die Woche in Schichtarbeit als Schlosser zu arbeiten. Der Betroffene ist entrüstet und betroffen gleichermaßen.
Nach einem Gespräch mit seinem Sachbearbeiter klärt sich der Fehler auf: Falsche Angaben in der internen Datenbank waren schuld an dem unangebrachten Jobangebot. Der Schock hätte dem Todkranken erspart bleiben können. Dafür gibt es einen zweiten Platz für das Flopcenter Dortmund.

Flopcenter Nr. 1: Anonym

Kein Wunder, dass das Jobcenter bei diesem Fehler nicht namentlich in der Presse genannt werden möchte. Ein Jobcenter in Baden-Württemberg vermittelte einen Hartz 4-Empfänger als Hausmeister an einer Schule. Doch dieser besitzt eine Vorstrafe wegen Pädophilie.

Diese Tatsache hätte das Jobcenter durch einen einfachen Blick in das Vorstrafenregister des Mannes herausfinden können. So viel dazu, dass Sachbearbeiter sich mit ihren „Kunden“ auskennen und diese in geeignete Arbeit vermitteln wollen.

Auch im Nachhinein fiel der Fehler im Jobcenter nicht auf, bis der Mann wieder bei der Polizei auffällig wurde. Im Laufe der Ermittlungen wurde die fatale Wahl des Jobcenters bekannt. Der Mann wurde selbstverständlich direkt von seinem Aushilfsjob abgezogen. Das Jobcenter achtet in Zukunft hoffentlich besser darauf, wem sie welchen Job anbieten.

Wenn du Probleme mit deinem Jobcenter hast, stehen wir gerne an deiner Seite. Unsere Anwälte prüfen deinen Hartz 4-Bescheid kostenlos für dich. Sollte dieser Fehler enthalten, legen wir Widerspruch für dich ein.

11 Antworten auf „Flopcenter im März“

  1. Ich sage immer wieder, dass das Jobcenter Ennepetal zu den größten Flopcentern gehört. Nie erreichbar, Liegenlassen der eingereichten Unterlagen bis Mahnungen eintreffen, Beleidigungen seitens der Sachbearbeiter, Diskriminierungen, et. Dienstaufsichtsbeschwerden und Befangenheitsanträge bringen absolut nichts.

  2. Wer hat eigentlich dieser „Institution Jobcenter“ den Namen verpasst? Das, was dort geleistet wird, hat doch mit Jobvermittlung fast nichts zu tun. Auch noch „Center“ , Zentrum, Fokus, man meint eine wirkliche Kompetenzeinrichtung. Also liebe Frau Merkel sie baden förmlich in einem Pool von volksverdummenden Praktiken in Ihrer zweifelhaften Regierung. Unter Kohl und Schröder gabs auch Mist. Aber solange Sie auf dem Misthaufen sitzen, stinkt es immer mehr !

  3. Mein Mann wurde mit einer COPD gold 3 und schweergradigen Lungenemfisem zu 8 std. LKW ausladen verurteilt…vom Jobcenter Herne…es wurde aussdrücklich über seine Krankheit informiert.. Das Jobc. erpresste uns mit sofortiger einstellung der Zahlungen ..inclusive die Miete…..Mein Mann nahm die Arbeit an…obwohl er wuste das er sie nicht machen konnte…nach 4 Tagen musste ich meinen Mann mit Blaulicht ins Krankenhaus bringen…Lungenendzündung

  4. Bitte ins Ranking aufnehmen:

    Das Jobcenter Wuppertal verweigert die mindestens vorläufig berechenbare Leistungsauszahlung.

    Ermessen eines Sachbearbeiters danach.

    Zeitfaum Juni 2017 – aktuell
    Unterstützungen bei Energiesperre fällt aus:
    Zeitraum 6 Monate ohne Strom
    Anmeldung bei der Krankenkasse seit Juni 2017- nicht erfolgt.

    Trotz Mitteilung dass kein und später nur minimales Einkommen besteht, dass weder zum Leben noch zur Sicherung der Unterkunft ausreichen ist.
    Das Gericht folgt bisher dem Jobcenter. Eine klarere Beweisführung ist jedoch mangels regelmäßiger SGB2 Einkünfte so gut wie ausgeschlossen.
    Der, die Bedürftige, n werden als nicht rechtschutzbedürftig dargestellt. Eine Verfügung erfolgte zur Abhilfe nicht.
    Die Belange als Pflegeperson im Haushalt oder junger Erwachsener Kinder interessieren nicht mehr.

    Kirchen und Tafeln fangen das katastrofale Sozialsystem etwas auf.
    Darauf wird verwiesen.

  5. Bei dem Jobcenter Sillenbuch ist Amtsmissbrauch an der Tagesordnung die Sachbearbeiter/ innen werden darauf getrimmt die Leute zu Schikanieren. Sie bekommen die Freifahrt von den Richtern ich bin selbst betroffen davon, es gibt eine sogenannte schwarze Liste und die wird an alle Jobcenter weitergeleitet. Leider gibt es kein Organ das den Mitarbeitern auf die Finger schaut.

    Grüssle Gabriele Augustin

  6. Flopcenter Nr. 3: Jobcenter Peine

    Wer geht dieser Sache nach ? Wann findet die öffentliche Verhandlung statt ? Wird dieser Betrüger auch mindestens genauso hart bestraft wie diese Verbrecher und Kriminellen das mit ihren „Klienten“ / „Kunden“ tun ? bzw. tun lassen durch die Vollzugsorgane, die aber auch nie prüfen ob die Vorwürfe überhaupt berechtigt sind.

    1. Würde mich auch interessieren. Komisch nur, dass der Fall nicht durch die Medien geht. Aber ist auch wohl egal. Bestenfalls argumentiert der „Sachbearbeiter“ dann mit der „nicht gewusst“ Behauptung.
      „Ich habe gar nicht gewusst, dass Menschen sterben, wenn man denen alle Gelder verweigert.“…

    1. Würde mich auch interessieren. Muß das ein „Klient“ / „Kunde“ dem Jobcenter mitteilen ?

      Und weshalb wurde vom Jobcenter kein ordentliches gewissenhaftes Profiling gemacht ?

      Das sind Versager auf ganzer Linie. Wann tut mal jemand etwas gegen diese völlig „unqualifizierten“ Bearbeiter ? Wir alle haben nicht nur das Recht, sondern auch die Jobcenter die PFLICHT zum gesetzmäßigem Handeln !

    2. Hmmm…insofern eine Stelle als Hausmeister als öffentlich gilt, sollte der Arbeitgeber dafür zuständig sein, ein erweitetes Führungszeugnis vom Arbeitnehmer zu fordern.

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