Flopcenter im August: Der Monat der Rückzahlungen

Nach über 15.000 Bescheiden, die wir inzwischen überprüft haben, kennen wir die Fehler der Jobcenter. Mit einer Quote von fast 50 % fehlerhaften Hartz 4-Bescheiden kann gesagt werden: Die Jobcentermitarbeiter scheinen ihren Job nicht besonders ernst zu nehmen. Doch trotzdem schaffen sie es immer noch uns negativ zu überraschen. Denn traurigerweise können die alltäglichen Fehler durch die Willkür mancher Jobcenter noch um einiges übertroffen werden. Wir stellen euch auch diesen Monat wieder vor, welche Jobcenter die größten Fehler gemacht hat. Es kann schonmal verraten werden: Es scheint der Monat der Rückzahlungen zu sein. Hier sind die Flopcenter des Monats August:

Flopcenter Nr. 3: Berlin-Tempelhof

Dass Jobcenter versuchen Hartz 4-Leistungen zurückzuhalten und den Empfängern möglichst wenig zu zahlen, ist bekannt. Diese Tatsache ist schon menschenverachtend genug. Denn man sollte meinen, dass das Jobcenter einem hilft. Doch dieses Jobcenter setzt noch einen drauf: Es versucht aus einem Hartz 4-Empfänger Profit zu schlagen. Bernd Herrmann ist 50 Jahre alt und lebt schon länger von Hartz 4-Leistungen. Im Jobcenter Berlin-Tempelhof ist er oft zu Gast, da er sich inzwischen mit den Tricks der Jobcentermitarbeiter auskennt. Er will sich nicht alles gefallen lassen. Doch gegen die Willkür des Jobcenters hat er keine Chance. Damit er mehr von seinen geringen Hartz 4-Leistungen hat, lebt Bernd sehr sparsam. Besonders beim Heizen ist er sehr achtsam, nicht zu viel Strom zu verbrauchen. Für dieses Verhalten wird er belohnt, denn er erhält eine Rückzahlung von rund 1.000 EUR. Eine Unmenge an Geld, nicht nur für einen Hartz 4-Empfänger. Doch sein Jobcenter schaltet sich ein – es will die volle Summe für sich haben. Es behauptet, dass es die Rückzahlung bekommen sollte, da es schließlich auch die monatlichen Abschläge für die Heizkosten bezahlt. Das Unfassbare daran: Dies ist nicht wahr. Bernd heizt mit Strom und bezahlt die Heizkosten daher von seinem eigenen Regelsatz. Die Rückzahlung gehört ihm allein. Würde er das Geld an das Jobcenter zurückzahlen, würde dies 1.000 EUR reinen Gewinn machen. Auf Kosten von Bernd. Dieses Beispiel zeigt daher deutlich die Gier des Jobcenters Berlin-Tempelhof und verdient den 3. Platz in unserem Flopcenter-Ranking.

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Flopcenter Nr. 2: Havelland

Auch dieses Jobcenter ist an Dreistigkeit fast nicht mehr zu übertreffen. Zwar wird hier keine Rückzahlung gefordert, aber die Hartz 4-Leistungen dafür komplett gestrichen. Wie wir bereits berichteten, wird hier nicht einmal vor der Angabe von falschen Aussagen zurückgeschreckt. Unsere Mandantin Mandy L. beantragte bei ihrem Jobcenter in Havelland Unterhalt für ihr zweites Kind. Als alleinerziehende Mutter ist sie auf die Hartz 4-Leistungen besonders angewiesen. Doch das harte Urteil des Jobcenters: Abgelehnt. Denn Mandy soll sich das Geld von dem Vater ihres Kindes holen. Das Problem daran: Der Vater ihrer kleinen Tochter ist nicht ermittelbar. Mit Hilfe von hartz4widerspruch.de wehrte Mandy sich gegen die Entscheidung des Jobcenters – und gewann. Doch ein halbes Jahr später fangen die Probleme von vorne an. Eine neue Jobcentermitarbeiterin verweigert ihr erneut die Unterhaltzahlungen. Mit einer haarsträubenden Begründung. Was war geschehen? Mandy L. erhielt von einem guten Freund ein Geldgeschenk von 160 EUR. Dieses sollte sie für die Taufe der Kleinen verwenden. Das Jobcenter interpretierte das Geld aber als Beweis der Vaterschaft und stellte unsere Mandantin vor die Wahl: Entweder sie gibt ihren guten Freund als Vater ihres Kindes an oder alle Hartz 4-Leistungen werden zu 100% sanktioniert. Mandy entschied sich für die Wahrheit und weigerte sich einen falschen Vater für ihr Kind anzugeben. Wir kämpfen an ihrer Seite für ihr Recht, doch das Jobcenter kann nun leider erstmal auf Zeit spielen. Für diese Ungeheuerlichkeit landet das Jobcenter Havelland gerechterweise auf Platz 2 der Flopcenter im August.

Flopcenter Nr. 1: Jobcenter Schorndorf „siegt“ mit einer geforderten Rückzahlung von 15.000 EUR

Jobcenter sollen Hartz 4-Empfängern helfen wieder in das Berufsleben zurückzufinden. Zumindest in der Theorie. Doch die Praxis zeigt, dass sie Hartz 4-Empfängern Steine in den Weg legen, sobald diese wieder auf eigenen Beinen stehen. Das Jobcenter in Schorndorf ist dafür das beste Beispiel. Ein Leistungsempfänger aus Schorndorf, Roland Maier, wagte sich mit Mitte 40 und nach mehreren Jahren Arbeitslosigkeit noch einmal in die Selbstständigkeit. Er ist der Überzeugung, dass er ohne die Hilfe des Jobcenters und ohne Hartz 4-Leistungen leben möchte. Eine sehr löbliche Einstellung. Doch das Jobcenter honorierte seine Motivation nicht. Um seine Selbstständigkeit aufzubauen erhielt Roland Unterstützung von seinem Schwiegervater. Rund 4.000 EUR lieh dieser ihm, damit sein Betrieb gestartet werden konnte. Selbstverständlich war dies ein Darlehen, alles war mündlich zwischen den beiden vereinbart. Roland gelang ein guter Start mit seinem Betrieb. Die Rückzahlung seines Darlehens sowie die Versorgung seiner Familie schien gesichert. Die Krise war überwunden. Doch dann schlug das Jobcenter zu. Da es keinen Darlehensvertrag gab, berechnete es die 4.000 EUR als Zufluss. Und erkannte Roland und seiner Familie sämtliche bereits gezahlten Hartz 4-Leistungen der letzten Monate ab. Das bedeutet: 15.000 EUR Schulden beim Jobcenter. Auch durch Nachweise von Darlehensrückzahlungen war das Jobcenter nicht zu überzeugen, es besteht auf die schier unmögliche Rückzahlung. Roland legte selbstständig Widerspruch ein, doch ein Erfolg ist nicht sicher. Dies ist der beste Beweis, wie wenig Hartz 4-Empfängern wirklich geholfen wird. Im Gegenteil: Bemühungen werden sogar noch bestraft. Daher ist der traurige Gewinner dieses Rankings das Jobcenter Schorndorf. Schütze dich vor den Flops der Jobcenter. Lass deinen Bescheid von unseren Partneranwälten kostenlos prüfen. Sag dem Flopcentern den Kampf an!

8 Antworten auf „Flopcenter im August: Der Monat der Rückzahlungen“

  1. Guten Morgen Andrea,

    das hört sich nicht gut an. Wir können dir verschiedene Möglichkeiten bieten. Zunächst di e Überprüfung deiner Bescheide – hast du welche, die noch innerhalb der Widerspruchsfrist liegen?
    Wenn dir der Umstand mit deinem Jobcenter so wichtig ist, dass wir darüber berichten, kannst du uns gern deine Unterlagen zur Verfügung stellen, damit wir die Sachlage richtig verstehen und wiedergeben können.
    Melde dich dazu gern mit einer E-Mail an hilfe@hartz4widerspruch.de

    Einen schönen Wochenstart

    dein Team von hartz4widerspruch

  2. Ihr habt bei der Aufzählung der Flopcenter das Jobcenter Ennepetal vergessen. Mein SB ist dermaßen unverschämt und arbeitet willkürlich, nicht nach Gesetz. Oft nicht zu erreichen, wichtige Zahlungen z.B. an die AVU werden nicht ausgeführt, sodass ich unverschuldet Mahnungen bekomme.

  3. Für den „zu alten“ Bewilligungsbescheid kann hier doch sicher niemand etwas. Aber vielleicht gibt es ja noch eine Lösung in Form eines Überprüfungsantrages – sofern dieser Ansatz für den „zu alten“ Bewilligungsbescheid in Frage kommt …

  4. Aber das liegt doch an Ihnen … Für den Widerspruch ist nunmal nur ein Monat Zeit.

  5. Es wird immer der Aktuelle Bescheid geprüft damit innerhalb 1 Monats Widerspruch eingelegt werden kann.bei zu alten Bescheiden ist ja die Widerspruchs Frist abgelaufen. Für alle anderen Dinge muß man doch schon zu einem Anwalt vor Ort.

  6. Schon schade, erst wird Werbung gemacht. , dann gebe ich meine Daten ein und mir wird mitgeteilt: leider zu alt der Bewilligungsbescheid. Bitte warten bis der nächste kommt. Hm

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