Das kleine Hartz 4-Lexikon: Elterngeld

Frisch gebackene Eltern brauchen Zeit mit ihrem Kind. Damit das ermöglicht wird, gibt es in Deutschland das Elterngeld. Natürlich versucht das Jobcenter auch hier Profit für sich rauszuschlagen. In unserem kleinen Hartz 4-Lexikon klären wir dich darüber auf, was das Jobcenter sich erlauben kann – und was nicht.

„E“ wie Elterngeld

Nach der Geburt deines Kindes fällt das Einkommen von mindestens einem Elternteil erstmal aus. Deswegen zahlt der Staat dir einen finanziellen Ausgleich, das Elterngeld. Diese Zahlungen kannst du für maximal 14 Monate in Anspruch nehmen. Allerdings nur maximal 12 Monate und minimal 2 Monate pro Elternteil.

Zum Beispiel: Die Mutter des Kindes bleibt 12 Monate zu Hause, der Vater 2 Monate. Beide bekommen in der Zeit Elterngeld ausgezahlt. Nur alleinerziehende Eltern dürfen die vollen 14 Monate alleine beanspruchen.

„H“ wie Höhe der Zahlungen

Generell gilt: Du bekommst 67 % des Durschnittgehaltes der letzten 12 Monate im Zuge des Elterngeldes ausgezahlt. Ist dein Grundeinkommen geringer als 1000 Euro, steigt der Prozentsatz. Bei mehr als 1200 Euro Einkommen pro Monat, sinkt der Prozentsatz. Als Empfänger von Hartz 4 hast du oft aber gar kein Einkommen, das du in den letzten 12 Monaten vorweisen kannst. Dennoch kannst du einen Betrag von 300 Euro beantragen, der dir monatlich als Elterngeld zusteht.

„A“ wie anrechnen auf die Hartz 4-Leistungen

Vor 2011 stand dir dein volles Elterngeld als Freibetrag zu. Das bedeutet es hatte keinen Einfluss auf die Höhe deiner Hartz 4-Regelleistungen. Du hast also deinen Hartz 4-Regelsatz und zusätzlich das Elterngeld bekommen. Dieser Vorgehensweise hat das Jobcenter aber 2011 einen Riegel vorgeschoben. Nun wird Elterngeld als „Sonstiges Einkommen“ leider komplett auf deine monatlichen Leistungen angerechnet.

Es gibt eine Ausnahme, die du nutzen kannst, um Elterngeld als Freibetrag zu erhalten: Du hattest vor der Geburt deines Kindes ein eigenes Einkommen, das nun wegfällt. In dem Fall bekommst du einen Freibetrag von maximal 300 Euro, den du von deinem Elterngeld anrechnungsfrei ausgezahlt bekommst. Zu beachten ist, dass sich der Freibetrag ebenfalls nach deinem durchschnittlichen Einkommen der letzten 12 Monate richtet.

Ein einfaches Rechenbeispiel: Du hast vor der Entbindung monatlich ein Einkommen von 150 Euro gehabt. Nun bekommst du 150 Euro Elterngeld als Freibetrag und 150 Euro werden auf deine Hartz 4-Leistungen angerechnet.

„M“ wie Mitwirkungspflicht

Klar, dass du dir jetzt denkst: Wenn das Jobcenter dein Elterngeld eh anrechnet, musst du es ja gar nicht erst beantragen. Aber das ist leider falsch, denn es herrscht bei einem Antrag auf Hartz 4 die sogenannte Mitwirkungspflicht . Das bedeutet, dass du nur ALGII-Leistungen erhältst, wenn du vorher bei allen anderen Stellen Gelder beantragt hast. Hartz 4 muss immer die letzte Option sein, um dein Existenzminimum zu gewährleisten. Versäumst du es nun Elterngeld zu beantragen, kann dir das Jobcenter dieses trotzdem als Einkommen anrechnen und dir fehlen im schlimmsten Fall 300 Euro im Monat.

„P“ wie prüfen deines Bescheides

Dein Elterngeld wird falsch angerechnet oder du bekommst sowieso schon zu wenig Leistungen vom Jobcenter? Unsere Partneranwälte prüfen deinen Hartz 4-Bescheid kostenlos und sorgen dafür, dass du volle Leistungen bekommst, die dir zustehen.

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