Das „kleine Hartz 4-Lexikon“: Der Umzug

Umziehen ist als Hartz 4-Empfänger mit vielen Ängsten verbunden. Findet das Jobcenter die neue Miete „angemessen“? Wer übernimmt die Mietkaution? Auch die Umzugskosten selbst sind teuer, wenn man von dem geringen Regelsatz lebt. In unserem „kleinen Hartz 4-Lexikon“ klären wir dich auf, wie du am besten vorgehst damit beim Umzug alles glatt läuft.

„A“ wie angemessen

Wann ist eine Wohnung angemessen und wann nicht? Das darf das Jobcenter nicht willkürlich entscheiden. Es gibt für jede Region eine festgelegte Mietobergrenze, die sich an dem regionalen Mietspiegel orientiert. Wenn deine Wohnung innerhalb dieser Vorgaben liegt, muss das Jobcenter dir diese genehmigen.

Es gibt aber auch Ausnahmen, bei denen du eine Wohnung beziehen darfst, die teurer ist als vom Jobcenter vorgesehen. Dies ist der Fall, wenn du aufgrund deines Alters oder einer körperlichen Einschränkung eine Wohnung mit besonderer Ausstattung benötigst.

Obacht: Sollte die Miete in eine steigen, weil dein Vermieter beispielweise die Miete erhöht, muss das Jobcenter trotzdem noch sechs Monate die vollen Kosten übernehmen. Auch, wenn die Kosten höher liegen, als vom Jobcenter festgelegt. Es muss erst ein Kostensenkungsverfahren in die Wege leiten, bevor es die Zahlungen mindern darf.

„E“ wie erforderlicher Umzug

Es gibt außerdem Situationen im Leben, in denen das Jobcenter dir einen Umzug nicht verweigern darf. Das ist der Fall, wenn du aus scherwiegenden Gründen umziehen möchtest und ein Verbleib in deiner jetzigen Wohnsituation nicht zumutbar ist. Ein schwerwiegender Grund ist zum Beispiel Schimmelbefall, der deine Gesundheit gefährdet oder aber häusliche Gewalt, der du zum Opfer gefallen bist.
Liegen schwerwiegende Gründe vor und ein Umzug muss sofort erfolgen, kann das Jobcenter auch übergangsweise eine Wohnung genehmigen, die „unangemessene“ ist.

„Z“ wie Zusicherung vom Jobcenter

Generell gilt: Sprich dich frühzeitig mit deinem Sachbearbeiter ab, wenn du einen Umzug planst. So kannst du Komplikationen vermeiden. Du brauchst verschiedene Zustimmungen, damit alle Kosten, die durch den Umzug entstehen, gedeckt sind:
– Zustimmung zu Übernahme der künftigen Mietkosten
– Zustimmung zur Übernahme der Umzugskosten
– Zustimmung zur Übernahme der Mietkaution
Hol dir alle Zustimmungen schriftlich ein. So bist du auf der sicheren Seite und stehst nicht auf einmal alleine mit den Kosten da.

„M“ wie Mietkautionsdarlehen

Ein altbekannter Trick des Jobcenters ist das Angebot eines Mietkautionsdarlehens. Es stellt dir die Übernahme der Mietkaution in Aussicht, zieht sie dir aber in monatlichen Raten von deinem Hartz 4-Regelsatz wieder ab. Bis zu 10% deiner Leistungen können dir deswegen jeden Monat fehlen. Das Vorgehen ist aber rechtswidrig. Das Jobcenter sollte die Mietkaution auslegen und nach Beendigung des Mietverhältnisses vom Vermieter zurückbekommen. Dies entschied auch das Landesgericht in NRW so. Das Jobcenter Regensburg beugte sich auch bereits der Kritik an diesem Vorgehen und stellte die Vergabe von Mietkautionsdarlehen ein.

„W“ wie Widerspruch für volle Leistungen

Deine Mietkosten werden nicht im vollen Umfang übernommen, obwohl sie angemessen sind? Oder du musst noch ein Mietkautionsdarlehen abstottern? Unsere Anwälte von hartz4widerspruch.de prüfen deinen Hartz 4-Bescheid für dich und kämpfen kostenlos dafür, dass du alle Leistungen erhältst, die dir zustehen.

5 Antworten auf „Das „kleine Hartz 4-Lexikon“: Der Umzug“

  1. 1,- mehr und die Kosten zusage entfällt !!! (doppelte Miete für 1 Monat und Umzugskosten !) Bleibt nur die Kosten selber Übernehmen und anschließend die Betriebskosten um 41,- selber senken , sonst musst Du die Nachzahlung selber bezahlen………. !!!!

  2. Ich bin alleinstehend und habe ne Wohnung von 65 qm.
    Zog anfang des Jahres innerhalb der Ortschaft ohne die Zustimmung des J C um. Dem Job Center war klar warum ich umziehen musste. Der Grund war meine Tyrannische Nachbarin.
    Will eigentlich nur fragen was mir an Mietgeld zusteht ?
    Umzug hab ich alles alleine gemacht nach dem ich aus der Spychatrischen Tagesklinik raus war. Hatte die Wohnung inerhalb von 2 Wochen gekündigt und leer geräumt.
    Wohne in einer Ländlichen Gegend .
    Bekomm die Grundmiete von 293 € +50 € Nebenkosten.

    1. Du bekommst die Miete bis max der Höhe deiner bisherigen Miete. Das gleiche gilt für die Nebenkosten. Nachzahlungen werden nicht übernommen. Das darf allerdings, falls deine tatsächlichen Kosten höher sind, nicht ewig so bleiben. Dazu am besten eine Rechtsberatung in Anspruch nehmen.

  3. Ich habe heute eine whg angesehen, und sie ist leider 40 Euro drüber was mir zusteht. Die Miete würde 600 kalt kosten und 700 warm. Normal steht mir nur 560 zu. Habe jetzt bedenken wenn ich sie bekommen würde das die vom Amt einen Strich durch die Rechnung machen.

    1. Wenn der Umzug nicht genehmigt wird bekommst du max die bisherige Miete und Nebenkosten. Auf Nachzahlungen bleibst du sitzen.

      Prüfen lassen, ob bei euch ein schlüssiges Konzept vorliegt oder der Mietspiegel berücksichtigt werden muss. Umzug ohne Genehmigung ist immer riskant!

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