HIOB – Geschichten die dein Jobcenter schreibt | Teil 8 zu Kinder-Erstausstattung

Kinder-Erstausstattung-verwehrt

Enny (25) aus Bremen: Kinder-Erstausstattung abgelehnt.

Wenn es um die Kinder geht, verstehen viele keinen Spaß. Das geht uns genauso. Im März wird Enny vom Jobcenter Bremen die Erstausstattung für Kinder abgelehnt und das in einer sehr prekären Situation: Aufgrund einer Mietkürzung hat Enny sich gerade eine neue Wohnung in Walle, einem Bremer Stadtteil, gesucht. Sie ist dringend auf die Erstausstattung für ihren kleinen Sohn angewiesen.
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HIOB – Geschichten die dein Jobcenter schreibt | Teil 5

Sarah aus Gießen, 44, umgezogen: Keine Zahlung für Möbel-Erstausstattung
Eigentlich ist das Thema Umzug für die meisten Menschen ein Grund zur Freude. Dies gilt leider nicht, wenn gewisse Umstände dazu führen, dass der Umzug nicht freiwillig stattfindet, sondern auf „Rat“ des Jobcenters hin. So geschehen bei Sarah aus Gießen.
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HIOB – Geschichten die dein Jobcenter schreibt | Teil 4

HIOB Teil 4

Thomas aus Köln, 35: sanktioniert, da er wegen Krankheit nicht zum Termin kommen konnte.
Ja richtig gelesen, Thomas erhielt eine 10 % Sanktion weil er zu einem normalen Termin beim Jobcenter aufgrund einer Krankheit nicht erscheinen konnte. Selbst Thomas versteht den Hintergrund der Sanktionen: „Für mich ist es ja absolut verständlich, dass das Jobcenter einen Hebel braucht, damit die Leute aus dem Arsch kommen. Ich versäumte allerdings nur einen Termin in 48 Monaten, was soll das?“ schrieb er per Mail.
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HIOB – Geschichten die dein Jobcenter schreibt | Teil 3

HIOB Teil 3

Sabrina aus Dortmund, 23: Alleinerziehendenzuschlag abgelehnt.
Kurz nach der Geburt Ihres Kindes wurde Sabrina von ihrem Lebensgefährten verlassen. Wie sie uns damals sagte, aus heiterem Himmel. Niedergeschlagen aufgrund der nicht einfachen Trennung, beantragte Sabrina zu Beginn des Jahres einen Alleinerziehendenzuschlag als Mehrbedarf beim Jobcenter.

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HIOB – Geschichten die dein Jobcenter schreibt | Teil 2

HIOB Teil 2

Martin aus Greifswald, 54, Aufstocker: 215,44 EUR zu wenig wegen falscher Anrechnung von Einkommen
Aus unserer Sicht muss man leider sagen, dass Martin ein absoluter Standardfall ist. Martin war Anfang des Jahres in Greifswald in einem kleinen Unternehmen geringfügig beschäftigt. Bereits zu Beginn dieser Tätigkeit war klar, dass dieser Job nur vorübergehend ausgeübt wird und das Einkommen aus dieser Tätigkeit stark schwanken würde.

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HIOB – Geschichten die dein Jobcenter schreibt

Peter aus Dresden, 23: 100 % Sanktion weil er keine 10 Bewerbungen schrieb
Bereits im Oktober hat sich Peter bei uns gemeldet. Nach seiner Ausbildung in einem Malereibetrieb hat Peter auch aufgrund familiärer Probleme keine Möglichkeit im Ausbildungsbetrieb weiterzuarbeiten. Mitte des Jahres 2015 dann die offizielle Kündigung des Unternehmens. Da ein neuer Job bereits in Aussicht war, nahm Peter die Kündigung damals sehr gelassen auf, schilderte er uns im Gespräch (Oktober 2015).

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Rückzahlung aus Nebenkostenabrechnung vom Jobcenter einbehalten

Dass das Jobcenter eine Rückzahlung aus Stromgutschrift nach Abrechnung der Nebenkosten einbehält bzw. die Miete kürzt, ist einer der häufigsten Fehler, die wir erleben. Dies liegt einfach daran, dass die Jobcenter wenig Gegenwehr bekommen, oder der Leistungsempfänger, dem das Geld eigentlich zusteht, von diesem Sachverhalt nichts mitbekommt.

Bei Jakob aus München haben wir es nur zufällig entdeckt. Er schickte uns vor 4 Monaten seinen halbjährlichen Bescheid zur „Routineüberprüfung“ – wie Jakob es nennt – und wir prüften ausführlich den Inhalt dieses Bescheides rund um die gesamte Kommunikation mit dem Jobcenter.

In einem Gespräch mit Jakob wurde dann deutlich, dass das Jobcenter München die Miete wegen einer Stromgutschrift gekürzt hatte und Jakob somit nichts von der Gutschrift gesehen hat.

 
Standardfehler leider zu Ungunsten der Bedürftigen

Eine Stromgutschrift – darüber freut sich einfach jeder. Zumal der Verdienst auch dem Einzelnen gebührt, denn nicht das Jobcenter, sondern der Leistungsempfänger war sparsam.

Zwei mögliche Konstellationen gibt es für diesen Fehler: Das Jobcenter zahlt die Stromkosten direkt und behält die Gutschrift einfach ein oder eine erhaltene Gutschrift wird mindernd auf die Miete angerechnet, was im Endeffekt dazu führt, dass der Leistungsempfänger einen geringeren Hartz-4-Satz bekommt.

Beides ist falsch. Dies teilten wir auch Jakob mit, der sich danach fragte, wie ein Laie im Vertrauen zu den Jobcentern so etwas hätte wissen sollen. Wir wissen es auch nicht.

Bescheid jetzt prüfen lassen:
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Widerspruch und fertig

Der Widerspruch war also beschlossene Sache und der Abhilfebescheid ziemlich zügig bei uns in der Kanzlei: Die Gutschrift wurde Jakob ausgezahlt und die Höhe der Hartz-4-Leistungen bleibt wie gehabt.

Bescheide vom Jobcenter sind ein Abenteuer, welches wir gemeinsam mit all den Ratsuchenden antreten – unsere kostenlose Überprüfung hilft und sollte in Anspruch genommen werden, denn: Jakob ist kein Einzelfall! Unserer Erfahrung nach sind mehr als 50% aller ausgestellten Bescheide fehlerhaft. Dabei ist der hier von uns gefundene Fehler nur einer von vielen. Es lohnt sich also jeden Bescheid durch Experten überprüfen zu lassen – auch wenn kein offensichtlicher Fehler vorliegt und es eine „Routineüberprüfung“ wie im Fall von Jakob ist.

 

*Name & Foto wurden geändert