Bundesrechnungshof prüft Jobcenter – Ergebnis: mangelhaft

Der Bundesrechnungshof ist unter anderem dafür zuständig, andere Behörden zu kontrollieren und die Verwendung von öffentlichen Geldern zu überprüfen. Nun hat es die Jobcenter erwischt und das Ergebnis ist äußerst bedenklich.

Jobcenter vergisst in 40% Weiterbildungsmaßnahmen zu dokumentieren

Der häufigste Grund für Arbeitslosigkeit ist eine fehlende Berufsausbildung. Folgerichtig soll das Jobcenter in Weiterbildungsmaßnahmen investieren. Das tat das Jobcenter auch und investierte im vergangenen Jahr 563 Millionen Euro in Weiterbildungsmaßnahmen. Doch was es leider nach dem erfolgreichen Abschluss der Maßnahmen vergaß, war das Ergebnis in der Akte zu dokumentieren. Das passierte nicht nur ein paar mal, sondern nach dem Ergebnis des Bundesrechnungshofes in 40% aller Fälle.

Fehlende Dokumentation vernachlässigt neue Qualifikation und verhindert Jobangebote

Die fehlende Dokumentation der erfolgreichen Weiterbildungsmaßnahme kommt den Steuerzahler teuer zu stehen, denn dadurch erhält der ALG-II Empfänger keine neuen Arbeitsangebote basierend auf seiner neuen Qualifikation, was dazu führt, dass er weiterhin Hartz-4 beziehen muss. Das dokumentiert der Bundesrechnungshof an einem Beispiel, in dem eine Frau eine Weiterbildungsmaßnahme zur Erzieherin erfolgreich abschloss, das Jobcenter aber vergaß dies in der Personalakte zu vermerken. Erst nach einem Jahr wurde die Qualifikation vermerkt und noch am selben Tag erhielt die Arbeitslose 10 Jobangebote.

Unkoordinierte Maßnahmen

In anderen Fällen wurden Weiterbildungsmaßnahmen nicht koordiniert oder nicht auf den Betroffenen abgestimmt. So bewilligte man einem Arbeitslosen eine Weiterbildung im Transportwesen, beachtete jedoch nicht, dass der Betroffenen keinen Führerschein hatte – womit die Ausbildung quasi nutzlos war. Leider unterstützte das Jobcenter den Hartz-4 Bezieher im Anschluss daran auch nicht, einen Führerschein zu erwerben.

Zwar konnte der Bundesrechnungshof in seinem Bericht nur 8 von 408 Jobcentern untersuchen, doch die Zahlen sind sicherlich auch auf die restlichen Jobcenter übertragbar. Insbesondere wenn man berücksichtigt, dass die gleiche Untersuchung im Jahr 2014 zu dem Ergebnis kam, dass in 41% der Fälle die neuen Qualifikationen nicht dokumentiert wurde und im Jahr 2015 in 39% der Fälle.
Vielleicht sollten daher nicht nur die Arbeitslosen, sondern auch die Jobcentermitarbeiter entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen besuchen, damit solche Versäumnisse in Zukunft verhindert werden können.

2 Antworten auf „Bundesrechnungshof prüft Jobcenter – Ergebnis: mangelhaft“

  1. Es werden vom jobCenter ungefragt Termine beim Berufspsychologischen Dienst vereinbart und wenn man sich den Psychologen nicht beugt dann werden einfach im Gutachten Unwahrheiten verbreitet das man nicht für den Berufszweig geeignet sei, und dadurch werden Weiterbildungen verweigerten somit auch die Chance ins Berufsleben zurückzukehren verbaut.
    Dieses Verhalten wird Systematisch angewandt um die Alg2 Empfänger weiterhin im Bezug zu halten, die Agentur für Arbeit hat den JobCentern genügend Geld zur Hand gegeben um Alg2 Empfängern die passende Qualifikationen zu ermöglichen aber das Geld kommt nicht dort an wo es gebraucht wird

    1. Ja, habe bei der BA Neuruppin in Brandenburg auch erlebt. Man wollte mich auch abschießen. Psychologe unterstellt in zwei Mal zehn Minuten vor und nach den Fragebögen etc. sinnloseste Dinge und schreibt dann seine „Meinung“. Pech wenn man nachträglich eine unbefangene Begutachtung einfordert und plötzlich sogar mehr Ansprüche entstehen, wo man vorher alles unterbinden wollte. Dann bleibt Einrichtungen wie dem Jobcenter Prignitz nur noch die Möglichkeit, entgegen der eigenen Aufgabenstellung, eine empfohlene Reintegration in den Arbeitsmarkt zu unterbinden. Akten verschleppen, gemeinsam mit den verantwortlichen bei BA und Landkreis schikanieren usw. Weder vermittelt man in den Jobcentern richtige Arbeit, noch setzt man eigene Aufgabenstellungen um. Ziel ist lediglich, den Ihnen übergeordneten Behörden bei z.B. den Landkreisen, die „Nichtstuer“ in Billigarbeitsplätze zu zwingen. Die Menschen kommen aus der Zwangssituation nicht raus, und die Behörden müssen keine oder nur sehr wenige Leistungen zum Unterhalt beitragen.

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