Krankenversorgung von Hartz 4-Empfängern ist mangelhaft

+++ Regierung gibt Unterschlagung von Beiträgen zu +++
Jährlich werden vom Bund 10 Milliarden Euro zu wenig an die gesetzlichen Krankenkassen für die Versorgung von Hartz 4-Empfängern überwiesen. Es stehen nur 38 % der für eine gute Krankenversorgung benötigten Geldmittel für die ALG II-Bezieher zur Verfügung.

Bund spart bei der Gesundheit von Hartz 4-Empfängern.

Aus einem Gutachten für das Bundesministerium für Gesundheit geht hervor, dass Hartz 4-Bezieher bei der Krankenversorgung massiv benachteiligt werden. Das berichtet die FAZ. Die Bundesregierung überweist demnach den Krankenkassen 10 Milliarden Euro weniger als für die Krankenversorgung von Hartz 4-Empfängern eigentlich nötig. Der Bund zahlt derzeit 100 Euro pro Person. Nötig wären eigentlich 290 Euro. Es werden also 62 % an Zahlungen unterschlagen.

Neue Regierung muss das Problem lösen.

Die Krankenkassen fühlen sich ihrer Ansicht nach bestätigt, dass der von der Regierung überwiesene Betrag zur Versorgung von ALG II-Beziehern alles andere als ausreichend ist. Die Vorsitzende des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen hofft zudem, dass die künftige Bundesregierung sich dem Problem der unzureichenden Beträge annimmt. Auch in den Jamaika-Sondierungen waren die Zahlungen an die Krankenkassen für die Versorgung von Sozialhilfeempfängern bereits Thema. Ob diesbezüglich eine Einigung hätte erzielt werden können, ist nicht bekannt. Die Jamaika-Verhandlungen wurden bekanntermaßen abgebrochen.

Belastung der Krankenkassen steigt.

Die Diskussion kam bereits im Rahmen der Flüchtlingskrise auf. Damals wie heute monierten die Krankenkassen, dass die Regierung ihrer Pflicht angemessene Krankenkassenbeiträge zu überweisen nicht nachkommt. Es wurde zudem befürchtet, dass arbeitslose Flüchtlinge nach 15 Monaten von Hartz 4-Leistungen leben und somit auch gesetzlich krankenversichert werden. Inwiefern es bei der Krankenversorgung zu Mehrbelastungen kommt, wird die Zukunft zeigen.

Machtpoker auf dem Rücken der Hartz 4-Empfänger.

Dass es in diesem jahrelangen Streit bisher keine Einigung gegeben hat, zeigt wieder einmal, dass es ein beliebtes Mittel der Politiker ist, ihren Machtpoker auf dem Rücken der Ärmsten auszutragen. Die Bezieher von Hartz 4 haben leider keine Lobby, die ihre Interessen vertritt. Der Manager eines Großkonzerns kann hingegen lügen und betrügen und dadurch Millionen von Arbeitsplätzen gefährden. Aber wehe die alleinerziehende Mutter hat am Ende des Monats etwas zu viel Geld auf dem Konto, dann flattert umgehend der Sanktionsbescheid ins Haus und sie wird vom Jobcenter wie eine Kriminelle behandelt.

Bist auch du von fehlerhaften Bescheiden betroffen oder dir diesbezüglich nicht sicher? Kein Problem, schicke uns einfach deinen Hartz 4-Bescheid zu. Wir prüfen ihn und legen für dich Widerspruch ein. Für Bezieher von Hartz 4 sind all unsere Leistungen kostenlos.

One Reply to “Krankenversorgung von Hartz 4-Empfängern ist mangelhaft”

  1. Das ist nun mal der Nachteil eines Solidaritätssystems: Die finanziell besser dastehenden Versicherten bezahlen für die ärmeren Schichten mit. Durch die Abschaffung der Familienversicherung für ALG2-Bezieher sollte bereits mehr Geld für eben diese Personenschicht in die Kassen der Krankenkassen eingezahlt worden sein. Und wenn wir mal davon ausgehen, dass wir im Moment einen Krankenkassenbeitrag von 14% (ermäßigter Satz ohne Zusatzbeiträge) haben, so müsste bei einer monatlichen Zahlung von 100€ je Versicherten eben dieser Versicherte, mithin also jeder ALG2-Bezieher, mindestens 714,29€ (inkl KdU) bekommen, um nur 14% Krankenkassenbeitrag zu bezahlen. Die meisten ALG2-Bezieher, zumindest soweit eine BG mit mindestens 2 Personen vorliegt, werden weniger bekommen. Der Staat zahlt also jetzt schon einen proportional sehr hohen Krankenkassenbeitrag für die Leistungsbezieher.

    Falls jetzt jemand meint, dass diese 100€ pro Jahr und Person an die Krankenkassen abgeführt werden: Abgerechnet wurden 2016 für einen jährigen 91,44 € pro Monat, diese Zahlen habe ich gerade in Form eines Erstattungsanspruches vorliegen.

    Da wir also nun mal ein Solidaritätssystem haben, müssen die Krankenkassen damit leben, dass für einige Versicherte zu wenig eingezahlt wird, andere dafür aber mehr einzahlen. Wenn die Beiträge nicht reichen, um die notwendigen Kosten für alle zu decken, sollte vielleicht woanders gespart werden, z.B. beim Verwaltungsaparat und bei der Werbung.

    Und zu guter Letzt: ich bin selber ALG2-Bezieher, mir könnte das ganze also egal sein, da ich meine Versorgung im Rahmen der Kassenleistungen bekomme, es sollte hier aber trotzdem mal aufgezeigt werden, das für ALG2-Bezieher eigentlich prozentual höhere Beiträge bezahlt werden, als für Arbeitnehmer.

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