Arbeitslosengeld II (ALG II)

Arbeitslosengeld II stellt eine staatliche Leistung nach dem SGB II (Zweites Buch des Sozialgesetzbuches) dar. Es wird an Arbeitssuchende zwischen 15 und 65 oder 67 Jahren ausgezahlt, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben oder diesen verloren haben. Die Betroffenen müssen sich bei dem zuständigen Jobcenter melden, das für die Gewährung von Arbeitslosengeld II zuständig ist.

Was ist Arbeitslosengeld II?

In Deutschland stellt das Arbeitslosengeld II, auch bekannt unter Hartz 4, eine existenzsichernde Leistung nach dem zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) dar. Diese staatliche Leistung beschränkt sich auf Betroffene im Alter von 15 bis 65 oder 67 Jahren (abhängig vom Renteneintrittsalter des Betroffenen). Außerdem müssen Kriterien wie Hilfebedürftigkeit und Erwerbsfähigkeit erfüllt werden. Arbeitslosengeld II soll arbeitssuchenden Menschen ermöglichen ein Leben über dem Exitenzminimum zu führen. ALG II-Bezieher stehen in einem engen Kontakt mit dem betreuenden Jobcenter und sollen wieder zurück in die Berufswelt eingegliedert werden. Daher stehen im Zusammenhang mit den gezahlten Leistungen auch Pflichten, die von den Betroffenen erfüllt werden müssen. Das Jobcenter sieht sich im Recht, ALG II-Bezieher zu sanktionieren, wenn Pflichten in den Augen der Jobcenter-Mitarbeiter nicht ausreichend erfüllt werden.

Wo ist der Unterschied zwischen Arbeitslosengeld I und II?

Verlierst du deinen Job oder kündigst diesen aus einem triftigen Grund, erhältst du in der Regel als erstes Arbeitslosengeld I. Voraussetzung für diese Zahlungen ist, dass du in der Woche weniger als 15 Stunden arbeitest sowie in den letzten zwei Jahren mindestens 12 Monate in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hast. Allerdings gibt es Ausnahmen, in denen du dennoch ALG I beziehen kannst. Beispielsweise, wenn du Wehrdienst geleistet, dich im Mutterschutz befunden hast, Krankengeld bezogen oder Jugendfreiwilligen- oder Bundesfreiwilligendienst geleistet hast. Die Höhe von ALG I richtet sich nach deinem Nettoentgelt, das du in deinem letzten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis verdient hast. Normalerweise bekommst du davon 60 % ausgezahlt. Die Dauer der Leistungen richtet sich danach, wie alt du bist und wie lange du vor deiner Arbeitslosigkeit gearbeitet hast. Solltest du kein Arbeitslosengeld I erhalten oder deine ALG I-Leistungen nicht zum Leben ausreichen, kannst du ALG II-Leistungen beantragen. Arbeitslosengeld II, auch Hartz 4 genannt, wird nicht aus der Arbeitslosenversicherung gezahlt, sondern von Steuergeldern. Daher gibt es andere Kriterien, nach denen die Hartz 4-Leistungen ausgezahlt werden.

Wer hat Anspruch auf Arbeitslosengeld II (und wer nicht)?

Damit du dazu berechtigt bist ALG II-Leistungen zu beziehen, müssen verschiedene Kriterien erfüllt werden. Dazu gehören:
  • Du musst in der Lage sein mindestens 3 Stunden am Tag zu arbeiten und bist somit erwerbsfähig nach § 8 SGB II.
  • Du musst älter als 15 sein und noch keine Rente beziehen.
  • Du wohnst in Deutschland und hältst dich hier überwiegend auf.
  • Du hast keinen Job oder dein Einkommen reicht nicht um deinen Lebensunterhalt zu sichern. Damit bist du hilfebedürftig nach § 9 SGB II.
  • Du besitzt kein Vermögen, mit dem du dein Leben finanzieren kannst und kannst ebenfalls nicht ausreichend von Verwandten unterstützt werden.
Solltest du bereits Rente beziehen, hast du leider keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Auch Studenten und Auszubildende haben nur in Sonderfällen einen Anspruch auf ALG II. Erwerbsfähigkeit Du bist erwerbsfähig, wenn du mindestens 3 Stunden am Tag unter „normalen“ Umständen einer Tätigkeit nachgehen kannst, ohne dass dich Krankheit oder eine Behinderung davon abhalten. Solltest du wegen der Erziehung eines Kindes, das jünger als drei Jahre alt ist, keiner Arbeit nachgehen können, bist du trotzdem erwerbsfähig. Dasselbe gilt, wenn du wegen der Pflege eines Angehörigen vorübergehend nicht arbeiten kannst. Hilfebedürftigkeit Um Leistungen nach dem SGB II beantragen zu können, muss bei dir eine Hilfebedürftigkeit festgestellt werden.

Nach dem Sozialgesetzbuch II ist Hilfebedürftigkeit folgend festgelegt:

„Hilfebedürftig ist, wer seinen Lebensunterhalt nicht oder nicht ausreichend aus dem zu berücksichtigenden Einkommen oder Vermögen sichern kann und die erforderliche Hilfe nicht von anderen, insbesondere von Angehörigen oder von Trägern anderer Sozialleistungen, erhält.“
Um festzustellen, dass du hilfebedürftig bist, wird auch das Einkommen deiner gesamten Bedarfsgemeinschaft berücksichtigt. Durch die Aufnahme einer zumutbaren Arbeit kann deine Hilfebedürftigkeit beendet werden. Zumutbar ist in diesem Fall jede Tätigkeit zu der du körperlich und seelisch in der Lage bist, eine andere Arbeit nicht beeinträchtig, die Kindererziehung oder Pflege eines Angehörigen nicht beeinträchtigt. Ansprüche für Ausländer Wenn du nicht aus Deutschland kommst, benötigst du hier eine unbeschränkte Arbeitserlaubnis oder eine Arbeitsberechtigung, damit du ALG II beantragen darfst. Ausländer, die nach dem Asylbewerberleistungsgesetz Geld erhalten, können nicht zusätzlich Arbeitslosengeld II beziehen. Das gilt auch, wenn die Arbeitssuche der Grund war, weswegen du nach Deutschland gekommen bist. In dem Fall steht dir ebenfalls keine Leistungen nach dem SGB II zu.

Was beinhalten die ALG 2-Leistungen?

Die Gesamtleistung, die du bei Bewilligung von Arbeitslosengeld II erhältst, setzt sich ausmehreren Komponenten zusammen. Du bekommst:
Hartz 4-Regelsatz Dieser richtet sich nach deiner persönlichen Lebenssituation und ist dementsprechend hoch. Von diesem sollst du Lebensmittel, Kleidung, Strom und weitere Dinge bezahlen, die du im Alltag benötigst.
Kosten der Unterkunft Mit ALG II werden ebenfalls deine Miete und deine Heizkosten übernommen. Damit die Kosten vollständig vom Jobcenter bezahlt werden, muss deine Miete in einem angemessenen Rahmen liegen. In welcher Höhe dieser liegt, richtet sich nach der Region, in der du lebst.
Hartz 4-Mehrbedarfe Wenn du dich in einer besonderen Lebenssituation befindest oder durch schwere Krankheit oder Behinderungen eingeschränkt bist, steht dir ein Mehrbedarf zu deinem Hartz 4-Regelsatz zu.
Einmalbedarfe Das sind Leistungen deines Jobcenters, die keinen regelmäßigen Mehrbedarf darstellen, sondern einmalig benötigt werden. Das kann zum Beispiel die Erstausstattung bei der Geburt eines Kindes sein.

Wie viel Geld werde ich vom Jobcenter bekommen?

Die Höhe der monatlichen Auszahlungen setzt sich aus den oben genannten Komponenten zusammen. Sie hängen mit deiner persönlichen Situation ab und können damit nicht pauschal festgelegt werden. Mit unserem Hartz 4-Rechner kannst du dir schnell und einfach ausrechnen, wie hoch deine ALG II-Leistungen ausfallen müssen. Gib einfach die für die Berechnung relevanten Daten ein und du erfährst, wie viel Geld dir vom Jobcenter zusteht.

Was ist ein „Aufstocker“?

Wenn du einer Tätigkeit nachgehst, aber diese nicht reicht, damit du deinen Lebensunterhalt damit bezahlen kannst, giltst du als Aufstocker. Du erhältst nicht die vollen ALG II-Leistungen vom Jobcenter ausgezahlt, sondern so viel, dass dein Einkommen auf die Höhe der ALG II-Leistungen aufgestockt wird. Du hast ALG II beantragt und dein Bescheid ist fehlerhaft? Die Partneranwälte von hartz4widerspruch unterstützen dich gerne. Sende ihnen einfach deinen ALG II-Bescheid zu und sie prüfen diesen kostenlos für dich. Sollte er Fehler enthalten, legen die Anwälte Widerspruch für dich ein.