Pfändung von Hartz 4 – wenn deine Leistungen einkassiert werden.

Dürfen meine Hartz 4-Leistungen gepfändet werden?

Solltest du Schulden bei einem Unternehmen haben, hat dieses einen Anspruch auf Zahlung. Der Gläubiger (dem du das Geld schuldest) kann theoretisch deine Hartz 4-Leistungen pfänden lassen. Es gibt keine Regelung wie beispielsweise bei Mutterschafts- oder Wohngeld, welche die Pfändung verbietet. Grundsätzlich können Hartz 4-Leistungen also gepfändet werden.

Wie viel darf gepfändet werden?

Es gelten dieselben Pfändungsgrenzen wie bei Arbeitseinkommen. Derzeit besteht eine Freigrenze von 1.139,99 € Nettolohn monatlich (Stand: 1. Juli 2017). Musst du Unterhalt für Eltern, Ehegatten oder Kinder leisten, erhöht sich dieser Betrag bis auf maximal 2.511,43 €. Normalerweise liegt diese Freigrenze deutlich über der Hartz 4-Leistung. Daher hast du nichts zu befürchten. Einkommen unter diesem Betrag sind also unpfändbar. Gläubiger haben generell keine Zugriffsrechte auf Einkommen die unter dieser Summe bleiben.

Info:

Selbst wenn du als Schuldner einen Betrag erhältst, der für mehrere Monate (eventuell rückwirkend) ausgezahlt wird, muss dieser Betrag durch die jeweiligen Monate geteilt werden und darf nicht als einmaliges Monatseinkommen gewertet werden.

Wie kann ich sichergehen, dass nichts gepfändet wird?

Sollte das Arbeitslosengeld bereits auf deinem Konto sein, ist ein weiterer Schritt erforderlich. Um sicherzugehen, dass kein Gläubiger Zugang zu deinem Konto erhalten kann, gibt es einen sicheren Weg um Pfändungsschutz zu erhalten. Du kannst Pfändungsschutz erlangen, indem du ein Pfändungsschutzkonto einrichtest oder ein bestehendes Konto in ein Pfändungsschutzkonto umwandelst. Die Umwandlung in ein Pfändungsschutzkonto muss innerhalb von vier Wochen geschehen. Dieses Konto darf nicht mehr kosten als ein normales Konto. Auch wenn für die Bank bei der Umwandlung Kosten entstehen, dürfen dir diese nicht berechnet werden.

Achtung:

Grundsätzlich kann jeder Gläubiger, dessen Forderungen nicht beglichen wurden, eine Kontopfändung beantragen.

Hilfe, mein Konto wurde gesperrt, was nun?

Du kannst innerhalb von 14 Tagen, nachdem ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss bei der Bank eingegangen ist, reagieren und einen Antrag bei der Bank stellen, das Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln.
Wenn diese Frist verstrichen ist, hast du noch eine letzte Möglichkeit. Du kannst innerhalb von vier Wochen nach der Kontosperre einen Antrag beim zuständigen Amtsgericht stellen. Mit diesem Antrag erwirkst du die Freigabe des unpfändbaren Guthabens.

Achtung:

In bestimmten Bereichen wie Arbeitslosengeld, Rente, BAföG, Erziehungsgeld oder Wohngeld beträgt die Frist für den Pfändungsschutz nicht mehr 14, sondern nur noch 7 Tage.

Was kann ich tun, wenn mein Geld trotzdem gepfändet wurde?

Solltest du in der Situation sein, dass dein Geld trotzdem gepfändet wurde, solltest du dich umgehend an unser Team von hartz4widerspruch.de wenden. Wir versuchen, dir Recht zu verschaffen und dir das Geld, welches du für deinen Lebensunterhalt brauchst, so schnell wie möglich wiederzubeschaffen – natürlich kostenlos.