Der 1-Euro-Job – mehr Geld für Sie

Was ist ein 1-Euro-Job?

Ein 1-Euro-Job ist eine sogenannte „Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwand“. Diese Arbeitsgelegenheit soll dazu dienen, Sie wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Gearbeitet wird für kommunale oder gemeinnützige Einrichtungen und der Lohn aus der Staatskasse bezahlt. Beim zeitlichen Umfang gibt es keine festen Grenzen. Die wöchentliche Arbeitszeit ist unter Berücksichtigung der individuellen und arbeitsmarktlichen Erforderlichkeit sowie der beruflichen Eingliederungsleistung im Einzelfall festzulegen.

Wie hoch ist der Stundenlohn?

Bei einem 1-Euro-Job wird kein Lohn als solcher bezahlt. Sie bekommen in der Regel ein bis zwei Euro pro Stunde, dies heißt aber offiziell Aufwandsentschädigung. Sollte durch die An- und Abreise sowie Verpflegungskosten ein höherer Aufwand für Sie entstehen, bekommen Sie die zusätzlichen Kosten ebenfalls erstattet. In einigen Fällen, z. B. bei schwerer körperlicher Arbeit kann die Entschädigung pro Stunde auch aufgestockt werden. Wenn Sie an Sonn- und Feiertagen arbeiten, gelten für Sie auch die gesetzlichen Vorschriften und Ihr Lohn ist dementsprechend anzupassen (bis zu doppelt so viel pro Stunde).

Wird der Verdienst auf Hartz 4 angerechnet?

Mit dem 1-Euro-Job soll Ihnen die Chance gegeben werden, etwas dazu zu verdienen. Deshalb wird der Verdienst des 1-Euro-Jobs nicht auf Ihre Leistungen angerechnet. Ihre Beiträge für die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung werden von der Bundesagentur für Arbeit bezahlt, ebenso wie eine Unfallversicherung, die Sie im Falle eines Berufsunfalls absichert. Da die Arbeitsagentur die Vergütung nur als Entschädigung und nicht als Lohn ansieht, ist diese auch sozialversicherungsfrei. Sie zahlen nicht in die Sozialversicherung ein, haben aber auch keine Ansprüche gegenüber dieser. Steuern müssen Sie auf Ihre Vergütung natürlich auch nicht entrichten.

Wie lange dauert ein solcher 1-Euro-Job?

Die Dauer einer solchen Maßnahme kann zwischen sechs Wochen und neun Monaten dauern. Es gibt aber auch die Option zu verlängern, wenn das Jobcenter glaubt, Sie hätten sich nicht an das „normale“ Arbeitsleben gewöhnt. Leistungsbezieher dürfen innerhalb von fünf Jahren allerdings nicht länger als 24 Monate (in Ausnahmefällen 36 Monate) arbeiten, um das Recht auf Bezüge nicht zu verlieren.

Muss ich den 1-Euro-Job annehmen?

Sollten Sie ALG II empfangen, sind Sie grundsätzlich dazu verpflichtet, in einer Ihnen zumutbaren „Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung“ (1-Euro-Job) zu arbeiten. Kommen Sie einer Aufforderung nicht nach, müssen Sie zum Teil mit schweren Sanktionen rechnen. In der Regel verhängt das Jobcenter Sanktionen in drei Schritten. In den ersten beiden Aufforderungen wird der Bezug um je 30 % gekürzt. Sollte der Beginn des 1-Euro-Jobs dann immer noch verweigert werden, ist es dem Jobcenter möglich auch die restlichen 40 % zu streichen. Dies wäre dann eine 100 % Sanktionierung im dritten Schritt. Für eine Erhöhung der Sanktionen, darf die letzte Ablehnung eines zumutbaren 1-EUR-Jobs, allerdings nicht mehr als ein Jahr zurückliegen.

Achtung:

Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren werden strenger sanktioniert. Wenn man sich in dieser Altersspanne gegen den 1-Euro-Job wehrt, werden die Leistungen sofort im ersten Schritt gestrichen. Die stufenweise Sanktionierung tritt hier nicht in Kraft.

Was ist die Grundlage des 1-Euro-Jobs?

Sollten Sie für Ihre Verweigerung einen wichtigen Grund haben, können Sie die Zumutbarkeit in Frage stellen. Wenn Sie denken, dass die Verpflichtung nicht rechtens ist und nicht auf Sie zutrifft, können Sie sich dagegen wehren. Ein 1-Euro-Job wird immer in einer Eingliederungsvereinbarung vereinbart. Um bei einer Eingliederungsvereinbarung den Durchblick zu behalten, helfen Ihnen unsere Partneranwälte von hartz4widerspruch.de gern und überprüfen Ihren Bescheid.

Info:

Eine Eingliederungsvereinbarung ist ein öffentlich-rechtlicher Vertrag, der zwischen dem Jobcenter und einem Hartz 4-Empfänger geschlossen wird. Dieser Vertrag besteht über den Zeitraum von sechs Monaten und ist nur gültig, wenn er von beiden Parteien unterschrieben wurde.

Kann ich während eines 1-Euro-Jobs Urlaub nehmen?

Auch 1-Euro-Jobbs müssen sich an das Bundesurlaubsgesetz halten. Das sieht vor, dass man pro Monat Anrecht auf mindestens zwei Urlaubstage hat. Diese können auch aufgespart und zum Beispiel am Ende des Jobs genommen werden. Im Fall von 1-Euro-Jobs hat man jedoch keinen Anspruch auf Bezahlung während des Urlaubes. Nehmen Sie also während Ihres 1-Euro-Jobs Urlaub, bekommen Sie in der Zeit kein Gehalt.

Welche Hilfe kann ich in Anspruch nehmen?

Sobald Sie eine Eingliederungsvereinbarung bekommen haben, können Sie unseren Partneranwälten von hartz4widerspruch.de diese zukommen lassen. Schreiben Sie dazu, warum Sie die Arbeitsmaßnahme nicht antreten können und sie prüfen kostenlos, ob Sie dagegen vorgehen können. Sollten Sie tatsächlich einen Anspruch darauf haben, den 1-Euro-Job nicht anzutreten, helfen Ihnen unsere Partneranwälte gerne bei den weiteren Schritten. Da der Eingliederungsvereinbarung nicht widersprochen werden kann, würden sie in diesem Fall eine Gegenvorstellung bei der Arbeitsagentur erheben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.