Der 1-€-Job – mehr Geld für dich.

Was ist ein Ein-Euro-Job?

Ein Ein-Euro-Job ist eine sogenannte „Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwand“. Diese Arbeitsgelegenheit soll dazu dienen, dich wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Zu diesem Zweck ist es vorgesehen, dass du 15 bis 30 Wochenstunden arbeitest, um dich wieder an ein Arbeitsleben zu gewöhnen. Gearbeitet wird für kommunale oder gemeinnützige Einrichtungen und der Lohn aus der Staatskasse bezahlt.

Wie hoch ist der Stundenlohn?

Bei einem Ein-Euro-Job wird kein Lohn als solcher bezahlt. Du bekommst in der Regel ein bis zwei Euro pro Stunde, dies heißt aber offiziell Aufwandsentschädigung. Sollte durch die An- und Abreise sowie Verpflegungskosten ein höherer Aufwand für dich entstehen, bekommst du die zusätzlichen Kosten ebenfalls erstattet. In einigen Fällen, z.B. bei schwerer körperlicher Arbeit kann die Entschädigung pro Stunde auch aufgestockt werden. Wenn du an Sonn- und Feiertagen arbeitest, gelten für dich auch die gesetzlichen Vorschriften und dein Lohn ist dementsprechend anzupassen (bis zu doppelt so viel pro Stunde).

Wird der Verdienst auf Hartz 4 angerechnet?

Mit dem Ein-Euro-Job soll dir die Chance gegeben werden, etwas dazu zu verdienen. Deshalb wird der Verdienst des Ein-Euro-Jobs nicht auf deine Leistungen angerechnet. Deine Beiträge für die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung werden von der Bundesagentur für Arbeit bezahlt, ebenso wie eine Unfallversicherung, die dich im Falle eines Berufsunfalls absichert.

Da die Arbeitsagentur die Vergütung nur als Entschädigung und nicht als Lohn ansieht, ist diese auch sozialversicherungsfrei. Du zahlst nicht in die Sozialversicherung ein, hast aber auch keine Ansprüche gegenüber dieser. Steuern musst du auf deine Vergütung natürlich auch nicht entrichten.

Wie lange dauert ein solcher Ein-Euro-Job?

Die Dauer einer solchen Maßnahme kann zwischen 6 Wochen und 9 Monaten dauern. Es gibt aber auch die Option zu verlängern, wenn das Jobcenter glaubt, du hättest dich nicht an das „normale“ Arbeitsleben gewöhnt. Leistungsbezieher dürfen innerhalb von 5 Jahren allerdings nicht länger als 36 Monate arbeiten, um das Recht auf Bezüge nicht zu verlieren.

Muss ich den Ein-Euro-Job annehmen?

Solltest du ALG II empfangen, bist du grundsätzlich dazu verpflichtet, in einer dir zumutbaren „Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung“ (Ein-Euro-Job) zu arbeiten. Kommst du einer Aufforderung nicht nach, musst du zum Teil mit schweren Sanktionen rechnen. In der Regel verhängt das Jobcenter Sanktionen in drei Schritten. In den ersten beiden Aufforderungen wird der Bezug um je 30% gekürzt. Sollte der Beginn des Ein-Euro-Jobs dann immer noch verweigert werden, ist es dem Jobcenter möglich auch die restlichen 40% zu streichen. Dies wäre dann eine 100% Sanktionierung im dritten Schritt.

Achtung:

Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren werden strenger sanktioniert. Wenn man sich in dieser Altersspanne gegen den Ein-Euro-Job wehrt, werden die Leistungen sofort im ersten Schritt gestrichen. Die stufenweise Sanktionierung tritt hier nicht in Kraft.

Was ist die Grundlage des Ein-Euro-Jobs?

Solltest du für deine Verweigerung einen wichtigen Grund haben, kannst du die Zumutbarkeit in Frage stellen. Wenn du denkst, dass die Verpflichtung nicht rechtens ist und nicht auf dich zutrifft, kannst du dich dagegen wehren. Ein Ein-Euro-Job wird immer in einer Eingliederungsvereinbarung vereinbart. Bei einer Eingliederungsvereinbarung den Durchblick zu behalten helfen wir dir gern und überprüfen deinen Bescheid.

Info:

Eine Eingliederungsvereinbarung ist ein öffentlich-rechtlicher Vertrag, der zwischen dem Jobcenter und einem Hartz 4-Empfänger geschlossen wird. Dieser Vertrag besteht über den Zeitraum von 6 Monaten und ist nur gültig, wenn er von beiden Parteien unterschrieben wurde.

Welche Hilfe kann ich in Anspruch nehmen?

Sobald du eine Eingliederungsvereinbarung bekommen hast, kannst du uns diese zukommen lassen. Schreibe uns dazu, warum du die Arbeitsmaßnahme nicht antreten kannst und wir prüfen kostenlos, ob du dagegen vorgehen kannst. Solltest du tatsächlich einen Anspruch darauf haben, den Ein-Euro-Job nicht anzutreten, helfen wir dir gerne bei den weiteren Schritten. Da der Eingliederungsvereinbarung nicht widersprochen werden kann, würden wir in diesem Fall eine Gegenvorstellung bei der Arbeitsagentur erheben.
Möglich ist auch, dass du den Ein-Euro-Job nicht antrittst und dann den Kürzungsbescheid auf seine Rechtmäßigkeit bei uns prüfen lässt. hartz4widerspruch.de freut sich darauf, dir helfen zu können.

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