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Präsident Des Sozialverbands Deutschland: „Es Ist Besser Einen Widerspruch Mehr Einzulegen, Als Einen Zu Wenig.“

Präsident des Sozialverbands Deutschland: „Es ist besser einen Widerspruch mehr einzulegen, als einen zu wenig.“

Trotz der scheinbar sinkenden Zahlen an Leistungsempfängern stieg die Zahl der Klagen gegen Hartz-4-Bescheide vor den Sozialgerichten in Deutschland auf mehr als 140.000. Dies ist eine Steigerung von 381 % zum Jahr 2004. Der Präsident des Sozialverbands Deutschland äußert sich nun in einem Bericht im MDR deutlich.

In einem aufklärungsreichen Beitrag des Magazins „exakt – Die Story“ berichten Richter, der Präsident des Sozialverbands Deutschlands, Rechtsanwälte und Leistungsempfänger (bzw. Betroffene) von Ihrem Leid mit Hartz-4 und dem Ärger mit dem Jobcenter.

Der Präsident des Sozialverbands Deutschlands (SoVD), Adolf Bauer, äußert sich überaus deutlich: „Man sollte sich nicht scheuen (…) zu klagen, (…) wenn man sich ungerecht oder falsch behandelt fühlt und ein Widerspruch nicht ausgereicht hat.“

 

Klageempfehlung erst nach kostenloser Überprüfung des Bescheids

Grundsätzlich teilen wir die Meinung des Präsidenten. Nicht nur, weil wir jeden Tag erfahren, dass Widersprüche und Klagen häufig erfolgversprechend sind, sondern weil es wichtig ist, seinem Unmut Luft zu machen. Wie könnte dies besser geschehen als bei der kostenlosen Überprüfung Ihres Bescheides durch Profis?

Hartz-4 nicht für Einzelfälle geeignet

Zwei Beispiele im Beitrag des MDR zeigen deutlich das Dilemma unseres Sozialsystems: Das System kann auf Grundlage der unflexiblen Gesetze nicht den individuellen Einzelfall adäquat verarbeiten.

Dabei ist das größte Problem, der Weg raus aus dem Leistungsbezug – denn der ist das Ziel der meisten, die Hartz-4-Leistungen beziehen. Durch die geringen Hinzuverdienstquoten gibt es de facto keinen wirklichen Anreiz sich um einen Job zu bemühen.

 

Mehr Anrechnungsfreiheit & mehr Einzelfallabsprache

Die Problematik der individuellen Beurteilung der Verhältnisse der Leistungsbeziehern haben mit der aktuellen Reform zwar einen kleinen Dämpfer erhalten, dennoch plädieren wir nach wie vor für eine flexiblere Gesetzgebung.

Darüber hinaus ist es zwingend notwendig, dass der Gesetzgeber mehr Anreize schafft, zurück auf den ersten Arbeitsmarkt zu wollen: Höhere Freibeträge, mehr Flexibilität bei der Jobsuche und eine bessere Förderung von Unternehmen bei Kurz- und Langzeitarbeitslosen.

TV-Empfehlung

Wärmstens legen wir euch ans Herz, die 30-minütige Reportage des MDR in der Mediathek der ARD zu schauen. Ein kleiner Report darüber, wie es in der Realität der meisten aussieht und warum es so wichtig ist, sich nicht unterkriegen zu lassen.