3.10 – Einkommen

Einkommen – was sich an deinem Hartz 4 ändert.

Die Pflicht eines jeden Hartz 4-Empfängers ist es, die eigene Bedürftigkeit und Abhängigkeit vom Jobcenter zu minimieren. Das geht unter anderem mit Zuverdienst, welcher auf die Hartz 4-Leistungen angerechnet wird. Ob diese Anrechnung jedoch immer korrekt ist, gilt es genau zu prüfen.

Was zählt als Einkommen im Hartz 4-Bezug?

Als Einkommen wird jede Geldeinnahme gesehen. Für dich heißt das konkret, dass jegliches Geld das du neben Hartz 4 erhältst, als Einkommen anzusehen ist.

Wessen Einkommen wird angerechnet?

Wenn du in einer Bedarfsgemeinschaft wohnst, zählt nicht nur dein Einkommen und wird auf die ganze Bedarfsgemeinschaft angerechnet, sondern auch das aller Mitglieder.

Hinweis:

Die Mitbewohner einer bloßen Wohngemeinschaft gehören nicht zur Bedarfsgemeinschaft. In einer Wohngemeinschaft wird nicht gemeinsam gewirtschaftet und die Mitbewohner stehen nicht für einander ein. Hier führt jeder seinen eigenen Haushalt neben dem des anderen Mitbewohners.

Welches Einkommen darf bei mir angerechnet werden?

Grundsätzliches darf jegliches Einkommen angerechnet werden. Am häufigsten wird Einkommen aus selbstständiger oder nicht selbstständiger Tätigkeit angerechnet. Weitere Beispiele sind Kindergeld, Unterhaltszahlungen, Elterngeld oder Betreuungsgeld. All diese Leistungen werden vom Jobcenter angerechnet. Hierzu gehören auch einmalige Leistungen, wie Weihnachtsgeld oder Ähnliches.

Wird das volle Einkommen angerechnet oder gibt es einen Freibetrag?

Dein Einkommen wird dir zwar angerechnet, es gibt aber sogenannte Freibeträge. Für Einkommen aus unselbstständiger oder selbstständiger Arbeit, beträgt der Freibetrag 100 EUR. Konkret heißt das: Wenn du 100 EUR verdienst, kannst du dieses Geld komplett behalten. Der Freibetrag ist hier immer vom Bruttoeinkommen abzuziehen.

Bei einem Einkommen zwischen 100,01 EUR und 1.000 EUR hast du weiterhin 100 EUR als Freibetrag. Dazu kommen dann noch 20 % deines Bruttoeinkommens. Für dein Bruttoeinkommen, das zwischen 1.000 € und 1.200 € liegt, gilt ein Freibetrag von 10 %. Wenn du mindestens ein minderjähriges Kind hast, erhöht sich diese Grenze auf 1.500 €. Klingt kompliziert und ist es auch. In der nachfolgenden Rechnung kannst du diese Anrechnungen für ein Einkommen in Höhe von 1.100 EUR nachvollziehen.

Einkommen/ Freibetrag Beträge
Erwerbseinkommen Elternteil 1.100 EUR
Freibetrag Erwerbseinkommen (§ 30 SGB II) – 100 EUR
Freibetrag Stufe I 20% von 900,00 Euro (100,01 – 1.000,00) – 180 EUR
Freibetrag Stufe II 10% von 100,00 Euro (1.000,01 – 1.100,00) – 10,00 EUR
Freibetrag gesamt – 290,00 EUR
anrechenbares Einkommen 810,00 EUR

Für sogenanntes sonstiges Einkommen wie Kindergeld, Unterhaltszahlungen, Elterngeld oder Betreuungsgeld gibt es nur in Sonderfällen einen Freibetrag in Höhe von 30 EUR. Diese Sonderfälle sind:
Wenn für ein minderjähriges Kind, dem Kindergeld angerechnet wird eine Haftpflichtversicherung besteht.
Wenn das minderjährige Kind, durch sonstiges Einkommen, wie zum Beispiel Kindergeld und Unterhaltszahlungen seinen eigenen Bedarf decken kann. Dann wird der Überschuss einem Elternteil angerechnet, wovon dann 30 EUR für eine Versicherungspauschale abgezogen werden.

Einkommen korrekt angerechnet? Sicher sein & Bescheid prüfen.

Gibt es Einkommen, das nicht auf meine Hartz 4-Leistungen angerechnet werden darf?

– Ja, die gibt es. Beispiele sind die Grundrente nach dem Bundesversorgungsgesetz sowie Hinterbliebenenrente oder Entschädigungen für Gewaltopfer.
– Wenn du ehrenamtlich tätig bist, darfst du hierfür bis zu 200 € im Monat Aufwandsentschädigung erhalten, ohne dass dieses Geld auf deine Leistungen angerechnet wird.
– Einkommen aus so genannten „Ein-Euro-Jobs“ werden ebenfalls nicht angerechnet. Hierbei handelt es sich um keine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit und der Stundenlohn von 1,- EUR beziehungsweise 1,50 EUR stellt ohnehin nur eine „Aufwandsentschädigung“ dar.

Was gibt es noch zu beachten?

Für die Anrechnung deines Einkommens gilt zu jeder Zeit das sogenannte Zuflussprinzip. Hinter dem Zuflussprinzip steckt die Regel, dass Einkommen nur für den Monat anzurechnen ist, in dem du es auch erhalten hast. Wenn du zum Beispiel Gehalt für November erst im Dezember bekommst, darf dieses Einkommen auch nur für den Monat Dezember angerechnet werden.
Damit dein Einkommen auch korrekt angerechnet wird, solltest du auf jeden Fall vollständige und wahrheitsgemäße Angaben über dein Einkommen machen. So kannst du dazu beitragen, dass du Hartz 4-Leistungen in der richtigen Höhe bekommst.

Achtung:

Jedes Mal, wenn du Unterlagen bei deinem Jobcenter einreichst, solltest du dir eine Bestätigung vom Jobcenter ausstellen lassen. Die Jobcenter sind oft überlastet und vernachlässigen die Ordnung Ihrer Akten. Deswegen ist es immer sinnvoll einen Beweis zu haben. So kann das Jobcenter nicht behaupten, du hättest geforderte Unterlagen nie eingereicht.

Wer hilft mir, wenn mein Einkommen falsch angerechnet wurde?

Um sicher zu gehen, dass dein Einkommen richtig angerechnet wird, sollte dir jemand zur Seite stehen, der sich damit auskennt. Die Anwälte von hartz4widerspruch.de haben bereits Erfahrungen in über 10.000 Widersprüchen. Ein häufiger Fehler von Jobcenter ist eine falsche Anrechnung von Einkommen. Wir sind Experten darin, Bescheide korrekt zu berechnen und für dich zu prüfen. Unsere Erfolgsquote bei Widersprüchen wegen falscher Anrechnung liegt bei über 50%. Wir sichern dir die Leistungen, die dir zustehen.

Die Erstellung des Widerspruches ist zu jeder Zeit kostenlos. Wenn du noch andere Probleme mit dem Jobcenter hast, lösen wir diese für dich. Und auch hier kommen keine Kosten auf dich zu. Wir decken unser Kosten mit der Beratungshilfe. Wir erledigen die unangenehme Kommunikation mit dem Jobcenter und holen die maximalen Leistungen für dich raus.
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